Medizin Kleine Leben retten: Frühchen-Station an der Uniklinik Leipzig erweitert

Im Leipziger Uniklinikum ist am Mittwoch nach zwei Jahren Umbau die modernisierte und erweiterte Station für Frühchen und kranke Neugeborene übergeben worden. Nun stehen zehn Plätze mehr zur Verfügung und damit insgesamt 51 Betten für die kleinen Patienten. Die Station zählt zu den größten Einrichtungen dieser Art in Deutschland.

Blick in die erweiterte Station der Neonatologie an der Uniklinik Leipzig
So sieht ein leeres Patientenzimmer auf der Station der Neugeborenenmedizin an der Uniklinik Leipzig aus. Bildrechte: MDR/Sina Meißgeier

"Das ist ein Riesenschritt für uns", sagte der Leiter der Neonatologie, Professor Ulrich Thome, bei der Eröffnung. "Endlich haben wir so viel Platz und so viele Betten, dass wir nie wieder Mütter mit drohender Frühgeburt wegschicken müssen", sagte er MDR SACHSEN. Allein die für zwei Millionen Euro modernisierte Frühchen-Intensivstation beherbergt bis zu 24 Patienten. Die Pflegekräfte beobachten 24 Stunden am Tag alle Körperdaten der Patienten. Es gibt sogar einen OP-Raum. Er kann bis auf 34 Grad Raumtemperatur erwärmt werden. Auf der Station gibt es außerdem eine kleine Apotheke, die Medikamente speziell für die Frühchen herstellt.

Gesunde Geburt keine Selbstverständlichkeit

Alles geschieht nach dem Motto: Kurze Wege retten kleine Leben. Das ist wichtig, denn etwa zehn Prozent aller Kinder werden zu früh geboren und nicht jedes kommt gesund zur Welt. Darauf wies auch Andrea Franke, Staatssekretärin im Sächsischen Wissenschaftsministerium, hin: "Jede Geburt ist ein Wunder und oft denken wir, dass eine Geburt eine Selbstverständlichkeit ist."

Intensive Betreuung für die Allerkleinsten

Im vergangenen Jahr betreute die Neugeborenenmedizin der Uniklinik Leipzig nach eigenen Angaben 709 Kinder stationär, darunter 44 Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1.000 Gramm. Oft verbringen Kinder und Eltern im Laufe der Behandlung mehrere Wochen und Monate auf den Stationen. Damit sie nun eine noch intensivere Betreuung und mehr Privatsphäre erfahren können, sind die Patientenzimmer zu Ein- und Zwei-Bettzimmern umgebaut worden.

In solch einem Zimmer steht neben dem Inkubator für das Kind auch ein Stillstuhl. "Die Nähe der Mutter zum Kind steht bei uns im Zentrum", erläuterte Professor Thome. Eine Lärmampel an der Wand schaltet auf Gelb oder Rot, sollte es auf der Station zu laut sein. "Die Frühgeborenen brauchen vor allem Schutz vor zu vielen Umwelteinflüssen, um zu Kräften zu kommen", berichtete Oberärztin Kirsten Glaser.

Mit dem Helikopter schnell zur Stelle

Blick in die erweiterte Station der Neonatologie an der Uniklinik Leipzig
Der Transport-Inkubator steht jederzeit bereit, um ein Frühchen aus einer anderen Klinik abzuholen. Bildrechte: MDR/Sina Meißgeier

Droht dort eine Frühgeburt oder kann ein Kind nicht mehr hinreichend betreut werden, ist die Uniklinik Leipzig zur Stelle und schickt ein Team mit dem Helikopter.

Für diese Fälle haben wir einen Transport-Inkubator für das Frühgeborene. Unsere jetzigen Kapazitäten erlauben es außerdem, dass die Mutter bei uns betreut werden kann. Wer ein krankes Neugeborenes hier in der Uniklinik liegen hat und weit weg wohnt, muss sich so keine Sorgen aus der Ferne machen, sondern ist vor Ort.

Dr. Kirsten Glaser Oberärztin Neonatologie Uniklinik Leipzig

Außer in Leipzig gibt es noch am Klinikum Chemnitz und an der Uniklinik Dresden eine Station für Neugeborenenmedizin. Sie alle sind wichtige Anlaufstellen für die Klinken in anderen Städten und auf dem Land.

Quelle: MDR/sm

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 21.10.2020 | 17:00 Uhr in den Nachrichten

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