Unister Ein Jahr nach dem Flugzeugabsturz

Seit wann war das Leipziger Unternehmen Unister insolvent? Wie kam es zu dem Flugzeugabsturz? Und war dieser vielleicht gar kein Unfall? Ein Jahr nach dem Tod des Unister-Gründers Thomas Wagner ranken sich noch viele Fragen und Spekulationen um das Online-Reise-Portal.

Am 14. Juli 2016 stürzte das Flugzeug mit Unister-Gründer Thomas Wagner an Bord ab. Zuvor war Wagner in Venedig bei einem sogenannten Rip-Deal, also einem dubiosen Geschäft, betrogen worden. Warum das Flugzeug abstürzte ist bis heute ungeklärt. Neben Wagner kamen damals drei weitere Männer ums Leben. Auch wenn es bisher keine Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt, glaubt der ehemalige Unister-Sprecher Konstantin Korosides nicht an einen Unfall. Allein die Theorie, dass im Juli die Flügel vereisen, erscheine ihm wenig plausibel, sagte Korosides in einem Interview mit dem Medienportal Kress. Diese Theorie wird in dem Gespräch als eine mögliche Ursache für den Absturz genannt. Als weitere Möglichkeiten gelten Fremdeinwirkung und ein Materialfehler am Flugzeug.

Schwere Vorwürfe

Weiter behauptet Korosides, es sei nicht das erste Mal, dass jemand nach einem sogenannten Rip-Deal den Rückflug nicht überlebt habe. Einem Freund von einer Freundin sei es genauso gegangen. Der 45-Jährige erklärte, für ihn stinke das Ganze zum Himmel. Man habe es hier nicht mit Kleinkriminellen, sondern mit einem Kartell der Organisierten Kriminalität rund um Rip-Deals zu tun. Dreh- und Angelpunkt sei dabei Italien. Die Polizei dort wisse das, mache aber nichts. Dass bis heute nicht gegen die Hintermänner ermittelt wurde, lässt Korosides daran zweifeln, dass der Fall jemals vollständig aufgeklärt werden wird.

Verdacht der Insolvenzverschleppung

Unterdessen sieht Insolvenzverwalter Lucas Flöther konkrete Anhaltspunkte, dass Unister schon lange vor dem Tod von Thomas Wagner insolvent gewesen sei. Er prüfe zur Zeit, wie gerichtsfest diese Anhaltspunkte seien und bereite Anfechtungen vor. Eventuell kann dann Geld von einigen Gläubigern zurückgefordert und neu aufgeteilt werden. Denn hat ein Gläubiger zu einem Zeitpunkt Geld bekommen, an dem das Unternehmen bereits insolvenzreif war, muss dieses zurückgezahlt werden. Der Leipziger Obersstaatsanwalt Lutz Lehmann bestätigte Prüfungen zur Insolvenzverschleppung. Das brauche aber seine Zeit, da gegen Verstorbene nicht ermittelt werde und die Verflechtungen bei Unister kompliziert seien.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.07.2017 | ab 12:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

Zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2017, 15:41 Uhr

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1 Kommentar

13.07.2017 16:56 Kritiker 1

Zitat: Allein die Theorie, dass im Juli die Flügel vereisen, erscheine ihm wenig plausibel, sagte Korosides in einem Interview mit dem Medienportal Kress:
Solch eine Aussage zeugt von nicht vorhandener Sachkenntnis. Flugzeuge bewegen sich regulär in Höhen mit oft über Minus 45 Grad und das ist unabhängig vom Kontinent und der Jahreszeit.
Das vielleicht ein Mordanschlag dahinter steckt, ist allerdings vorstellbar. Unister hatte ja in vielen Bewertungen schon lange einen Namen als unseriöses Geschäft.