Landgericht Leipzig Lebenslange Haft für Leipziger Frauenmörder

Ein 39-Jähriger muss wegen des Mordes an zwei Frauen und Störung der Totenruhe eine lebenslange Haftstrafe verbüßen. Das Landgericht Leipzig hat zudem die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren rechtlich zwar möglich, in der Praxis aber so gut wie ausgeschlossen. Die Richter folgten damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung hatte auf Totschlag und ein angemessenes Strafmaß plädiert.

Nach Überzeugung der Richter hatte der Mann im April 2016 in seiner Leipziger Wohnung eine 43-jährige Portugiesin mit bloßen Händen erwürgt. Die zerstückelte Leiche wurde kurz darauf im Elsterflutbecken gefunden. Im November desselben Jahres habe der 39-Jährige außerdem eine 40-jährige Deutsche aus Wut über sexuelle Zurückweisung erwürgt. Ihre Leiche habe er bis spätestens Januar 2017 aufbewahrt. Die Leichenteile entsorgte der Mann mongolischer Herkunft dann im Hausmüll, in der Toilette und in einem Abbruchhaus.

Vorwurf der Vergewaltigung

Im Februar 2017 war der Angeklagte festgenommen worden. Der gebürtige Mongole gestand gegenüber der Polizei, die 43-jährige Portugiesin in seiner Leipziger Wohnung erwürgt zu haben.

Polizisten sichern am 28.02.2017 in Leipzig (Sachsen) im Stadtteil Lindenau ein Grundstück, auf dem eine Leiche gefunden worden ist
Am 28. Februar 2017 wurde im Leipziger Stadtteil Lindenau die zweite Leiche gefunden. Bildrechte: dpa

Das erste Opfer soll den 39-Jährigen nach offenbar einvernehmlichem Geschlechtsverkehr der Vergewaltigung beschuldigt und ihn so erzürnt haben. Die zweite Frau hingegen habe nach Aussage des Angeklagten den Wunsch geäußert, zu sterben. Die Staatsanwaltschaft hingegen glaubt, dass das Opfer den 39-Jährigen zurückwies und er sie deswegen erwürgte.

Quelle: MDR/bb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 05.03.2018 | 06:30 Uhr in den Regionalnachtrichten aus dem Studio Leipzig
MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 05.03.2018 |

Zuletzt aktualisiert: 05. März 2018, 10:27 Uhr