Ins Leben zurück finden Wohnstätte für Crystal-Meth-Betroffene in Schkeuditz eingeweiht

Sie sind eine besondere Zielgruppe - Abhängige der Droge Crystal Meth. Sie macht aus Menschen Wracks. Diese brauchen besondere Hilfe. Jetzt wurde in Schkeuditz eine Wohnstätte für Crystal-Meth-Betroffene eingeweiht.

Eingang zum Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie.
Eingang zum Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie. Auf dem Gelände befindet sich im sanierten Haus 15 die sozialtherapeutische Wohnstätte für Crystal-Meth-Betroffene. Bildrechte: MDR/Grit Grimmer

Crystal Meth machen Menschen zu Wracks. Eine Entgiftung bekämpft zwar die Abhängigkeit, nicht aber die Folgen des Drogenkonsums. Crystal Meth schädigt Nerven, führt zu Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen, greift Organe wie Herz und Nieren an. Ehemalige Abhängige dieser Droge sind besondere ehemalige Abhängige von Drogen, sagen Therapeuten. Und so soll die jetzt in Schkeuditz eröffnete Einrichtung eine Lücke schließen zwischen dem Aufenthalt in einer Suchtklinik und dem ambulant betreuten Wohnen. Sie bietet Hilfe und Therapie, wenn ein selbstständiges Leben nicht möglich ist.

Wenn der Rhytmus im Leben fehlt

Eine hell eingerichtet neue Gemeinschaftsküche mit Kochfeld in der Mitte des Raumes.
Gemeinschaftsküche: Auf dem Therapieplan steht auch "Gesundes Essen". Bildrechte: MDR/Grit Grimmer

In der neuen sozialtherapeutischen Wohnstätte sollen entgiftete Crystal-Meth-Konsumenten lernen, ihrem Leben Rhythmus und Struktur zu geben. Oft müssten Betroffene wieder ganz neu lernen, eigenständig zu leben, Essen kochen, waschen, Ordnung halten, aber auch Interessen und neue Hobbys zu entdecken. Ziel sei es, sich sozial zu integrieren, Fuß im Beruf zu fassen, einen neuen Freundeskreis aufzubauen und letztlich ein Leben ohne Drogen zu organisieren, sagte Holger Herzog, Geschäftsführer der SZL Suchtzentrum Leipzig gGmbH. Sie ist Betreiber der Einrichtung und hat das frisch sanierte Haus 15 auf dem Gelände des Sächsischen Krankenhauses Altscherbitz angemietet.

Es ist ein langer Weg

Einbettzimmer im sozialtherapeutischen Wohnen.
Eines von insgesamt 16 Einbettzimmer. Bildrechte: MDR/Grit Grimmer

18 Betroffene können hier unterkommen. Sie wohnen in der Regel in Einzelzimmern. Neun Personen sollen eine therapeutische Wohngruppe bilden und sind somit eine Familie auf Zeit. Einige wenige Doppelzimmer gibt es auch. Dort können beispielsweise Mütter unterkommen, die zeitweise wieder das Umgangsrecht für ihre Kinder bekommen habe. Der Therapieplan sehe auch vor, Eltern zu unterstützen, ihr Familienleben wieder aufzubauen, so Herzog.
Es gibt Gemeinschaftsküchen, eine Fahrrad- und eine Holzwerkstatt. Es sei oft ein langer Prozess, so der Geschäftsführer der SZL Suchtzentrum Leipzig gGmbH, Holger Herzog, bis die Betroffenen im Alltag wieder klar kommen.

Quelle: MDR/gg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.10.201 | ab 16 Uhr in den Nachrichten und im Regionalreport aus Leipzig

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Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2018, 17:17 Uhr

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