Der Sturm hat das Dach eines Mehrfamilienhauses in Pirna abgedeckt. Ein Auto wurde darunter teilweise begraben.
Bildrechte: MDR/Daniel Förster

Live-Ticker Großes Aufräumen nach Sturmtief "Friederike"

Auch einen Tag nach dem Durchzug von Sturmtief "Friederike" hatte Sachsen mit den Folgeschäden zu kämpfen. Vielerorts liefen Aufräumarbeiten, der Bahnverkehr rollte wieder an. Eine Übersicht gibt es hier im Ticker.

Der Sturm hat das Dach eines Mehrfamilienhauses in Pirna abgedeckt. Ein Auto wurde darunter teilweise begraben.
Bildrechte: MDR/Daniel Förster

19:00 Uhr | Ende des Tickers

Wir beenden den Ticker an dieser Stelle und bedanken uns für Ihr Interesse.


18:53 Uhr | Immer mehr Stromkunden wieder am Netz

Die Reparaturarbeiten beim Strombetreiber Mitnetz gehen voran. In Sachsen seien aktuell noch 700 Haushalte in den Landkreisen Nordsachsen, Leipzig und Mittelsachsen vom Stromausfall betroffen. Die Reparaturarbeiten sollen morgen fortgesetzt werden. In einer Mitteilung heißt es weiter:

Nach wie vor können die Mitarbeiter nicht alle Leitungen und Anlagen erreichen, da Straßen und Waldgebiete weiterhin blockiert oder gesperrt sind. Zudem weisen Freileitungen zum Teil mehrfache Störungen auf, die repariert werden müssen. Die Schäden werden zudem priorisiert bearbeitet: nach Gefahr für Leib und Leben, Anzahl der Kunden, welche die Leitung versorgt, und Schwere der Beschädigung.


18:50 Uhr | Aufräumarbeiten in Chemnitz könnten sich Wochen hinziehen

Nach dem Durchzug von Orkan "Friederike" laufen auch in Chemnitz die Aufräumarbeiten. Laut Stadtverwaltung werden sie sich über mehrere Wochen hinziehen. Die genaue Höhe des Sachschadens lasse sich noch nicht beziffern. Hauptproblem seien umstürzende Bäume gewesen, hieß es. So sei das Dach des Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasiums durch einen Baum beschädigt worden. Am Dach der Kunstsammlungen am Theaterplatz hat der Sturm Ziegel abgedeckt.


18:10 Uhr | Zahlreiche Behinderungen im Regionalverkehr der Deutschen Bahn

Im Regionalverkehr der Deutschen Bahn kommt es wegen der Sturmschäden weiter zu Behinderungen und Zugausfällen, so auf den Strecken von Leipzig nach Dresden, Cottbus und Magdeburg. Auch auf den Strecken von Dresden nach Hoyerswerda sowie Cottbus läuft der Verkehr noch eingeschränkt. Die S-Bahnen in Dresden sollten ab dem Nachmittag wieder planmäßig fahren, in Leipzig ist noch kein Termin genannt.

Die Strecke Tharandt-Chemnitz bleibt voraussichtlich bis morgen Nachmittag gesperrt. Ein Busnotverkehr könne nicht eingerichtet werden. Der Regionalexpress zwischen Dresden und Hof wird demnach bis auf Weiteres über Riesa umgeleitet. Damit verlängert sich die Fahrzeit um etwa 20 Minuten. Mehr Infos hier:


17:00 Uhr | Schonfrist für Wild

Die für morgen geplante Treibjagd im Thümmlitzwald bei Grimma ist gestrichen. Jagdorganisator und Bauhofleiter der Stadt Grimma, Stefan Schuricht, sagte, die Jagd sei zu gefährlich. In dem Wald bestehe wegen vieler umgestürzter Bäume Lebensgefahr. Die Wälder sollten deshalb nicht betreten werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Waldgebiete der Region.

Der Wildpark im südlichen Auwald von Leipzig bleibt bis einschließlich morgen geschlossen. Der Eilenburger Tierpark ist beim Sturm glimpflich davon gekommen, sagte Tierparkleiter Stefan Teuber. Gehege und Gebäude seien nicht beschädigt worden. Mittlerweile sei auch wieder geöffnet.


16:15 Uhr | Straßen- und Citybahnen fahren wieder

In Dresden sind die Oberleitungsschäden bei der Straßenbahn weitgehend behoben. Wie die Verkehrsbetriebe mitteilen, kann der letzte vom Orkan beschädigte Streckenabschnitt der Linien 7 und 8 nach Klotzsche wieder befahren werden. Dort waren Ersatzbusse im Einsatz. Umgewehte Bäume hatten gestern die Oberleitung der Straßenbahn an einigen Stellen heruntergerissen. Auch eine Straßenbahn, die versehentlich über den Fahrdraht gerollt war, wurde beschädigt. Schäden durch den Sturm gab es auch auf den Linien 11 und 4, die kurz nach Mitternacht bzw. bis heute Mittag behoben wurden.

Auch der Stadtverkehr in Chemnitz hat sich weitgehend normalisiert. Die Citybahnen nach Burgstädt und Hainichen fahren wieder planmäßig. Die Linie nach Mittweida ist nur innerhalb des Chemnitzer Stadtgebietes unterwegs. Citybahn und Tram hatten gestern ihren Betrieb komplett eingestellt.

Feuerwehrmänner auf Bahngleisen zersägen umbestürztem Baum
Die Feuerwehr musste bei Chemnitz-Borna einen umgestürzten Baum von den Schienen räumen. Bildrechte: MDR/ Harry Härtel

15:30 Uhr | Erneut Miniaturpark "Klein Erzgebirge" beschädigt

Sturmtief "Friederike" hat auch im Miniaturpark "Klein Erzgebirge" in Oederan großen Schaden angerichtet. Mehrere große Bäume stürzten um und beschädigten Zäune, Elektroanlagen und Teile des Parks. Die genaue Schadenshöhe steht nach Angaben von Vereinschef Horst Drichelt noch nicht fest. Die Anlage hatte erst im Herbst Sturmschäden von rund 40.000 Euro zu verkraften.


15:10 Uhr | Aufräumarbeiten in Wäldern dauern Monate

Bei der Rettungsleitstelle Freiberg sind gestern über 400 Notrufe eingegangen, die Sturmschäden betrafen. Das teilte das Landratsamt des Landkreises Mittelsachsen mit. Hinzu kämen hunderte Einsätze der Feuerwehren, die nicht über die Notrufnummer vermittelt wurden. Damit liege die Zahl der Einsätze insgesamt im vierstelligen Bereich. Nach wie vor gefährlich sei es, die Wälder zu betreten. Die Beseitigung der vielen Gefahren dort werde noch mehrere Monate dauern. Schäden gibt es laut Landratsamt an Schulen und Verwaltungsgebäuden. Hauptsächlich sind Dächer betroffen, aber auch Gebäudetechnik.


14:59 Uhr | Feuerwehrmann in Leipzig verletzt

Bei einem Einsatz in der Sattelhofstraße in Leipzig wurde ein Feuerwehrmann durch herabstürzende Dachteile verletzt. Er musste nach Angaben der Stadt im Krankenhaus behandelt werden. Im Berkaer Weg in Grünau stürzten fünf Platten einer Photovoltaikanlage auf die Straße. Die restlichen Anlagenteile wurden durch Einsatzkräfte der Feuerwache West gesichert. Zum Glück gab es hier keine Personenschäden.


14:50 Uhr | Noch 2.500 Mitnetz-Kunden ohne Strom

Der EnviaM-Netzbetreiber Mitnetz arbeitet weiter an der Beseitigung der Sturmschäden. Im gesamten Versorgungsgebiet seien aktuell noch rund 5.500 Kunden ohne Strom, hieß es am frühen Nachmittag in einer Mitteilung, davon 2.500 Haushalte in Sachsen. Betroffen sind die Landkreise Leipzig, Nord- und Mittelsachsen. "Aufgrund der Vielzahl von Störungen im Niederspannungsbereich werden die Reparaturen voraussichtlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen", so Mitnetz. Es seien weiterhin alle verfügbaren Kräfte im Einsatz.


14:15 Uhr | Notrufzentrale in Leipzig teilweise überlastet

Im Raum Leipzig gab es infolge des Sturms mehr als 2.000 Rettungseinsätze, mehr als die Hälfte davon durch die Feuerwehren. Zumeist ging es um Bäume, die Straßen blockierten oder auf Autos gestürzt waren, aber auch um defekte Dächer und herabgefallene Gebäudeteile. Der Sturm hatte auch Strommasten geknickt beziehungsweise Leitungen beschädigt. Vorübergehend sei auch die eigene Stromversorgung ausgefallen. Mancher Anrufer sei gar nicht durchgekommen, sagte Jana Thomas von der Integrierten Rettungsleitstelle. In Spitzenzeiten seien 700 Anrufe pro Stunde eingegangen.


13:55 Uhr | Sämtliche Wälder in Dresden gesperrt

In Dresden sind sämtliche Wälder gesperrt worden. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, dient die Maßnahme dem Schutz von Besuchern und solle das gefahrenlose Beseitigen des Wurf- und Bruchholzes ermöglichen. Wer die Wälder dennoch betritt, muss mit einer Geldbuße in Höhe von bis 2.500 Euro, in besonders schweren Fällen sogar bis 10.000 Euro rechnen.

Orkantief "Friederike" hatte in der Dresdener Heide, der Jungen Heide und anderen Kleinwäldern erhebliche Schäden angerichtet. Wie lange die Menschen die Wälder in Dresden nicht betreten dürfen, ist noch unklar. Zuvor hatte der Staatsbetrieb Sachsenforst Wanderer und Spaziergänger eindringlich vor dem Betreten der Wälder gewarnt. Angebrochene Äste oder entwurzelte Bäume könnten herabfallen oder umstürzen. Es herrsche Lebensgefahr.


13:30 Uhr | Schule in Lommatzsch am Montag wieder offen

In Lommatzsch im Landkreis Meißen wurde das Dach der Oberschule stark beschädigt. Dort fiel heute der Unterricht aus. Nach Angaben von Bürgermeisterin Anita Maaß wurde das Dach aber nicht so stark beschädigt, dass es in das Gebäude hinein regnet. Sie geht deshalb davon aus, dass die Schüler am Montag wieder zum Unterricht kommen können.

Schulgebäude von oben mit Drohne fotografiert mit teilweise abgedecktem Dach
Die Oberschule in Lommatzsch Bildrechte: MDR/Gerhard Schlechte

In Freital wurde das Dach einer Grundschule teilweise abgedeckt. Nach Angaben der Stadtverwaltung finden derzeit Sicherungsarbeiten statt. Der Unterricht war nicht beeinträchtigt.


12:25 Uhr | Schulen in Leipzig nach Sturmschäden geschlossen

Wegen der Sturmschäden haben heute in Leipzig und den Landkreisen Nordsachsen und Leipzig Schulen geschlossen. Betroffen seien die 120. Grundschule in Großzschocher, die Schule in der Georg-Schwarz-Straße und die Oberschule in Krostitz, sagte der Sprecher der Bildungsagentur Roman Schulz. Der Sturm habe an den Dächern der Schulen erhebliche Schäden angerichtet. Derzeit werde beraten, ob am Montag Unterricht stattfinden könne oder Ausweichquartiere gesucht werden müssten. Die Eltern werden gebeten, sich auf den Internetseiten zu informieren.


12:15 Uhr | "Friederike" teilweise stärker als Orkan "Kyrill"

Laut dem MDR-Wetterstudio hatte der Orkan teilweise höhere Windstärken als "Kyrill" 2007. In Riesa wurden Böen von 133 km/h gemessen, am Flughafen Dresden 122 km/h. Auf dem Fichtelberg erreichte "Friederike" den extremen Wert von 174 km/h. Die Bilanz des Sturms in Zahlen:


12:00 Uhr | Auch Erdbebenforscher registrierten "Friederike"

Die gewaltige Kraft des Sturmtiefs "Friederike" ist nicht nur von den Messgeräten der Meteorologen erfasst worden. Auch im Geophysikalischen Observatorium Collm der Universität Leipzig wurden die Bewegungen des Bodens durch die Orkanböen von den hochsensiblen Messgeräten erfasst. Durch den Orkan vibrierte die oberste Erdschicht vor allem in horizontaler Richtung. Eine spezielle Auswertung ergab, dass wegen der Windrichtung der Boden vor allem in Ost-West-Richtung vibrierte. Für Siegfried Wendt vom Observatorium Collm war "Friederike" dennoch nicht ungewöhnlich. "Manche lokalen Gewitter mit extremen Sturmböen lassen sich deutlicher auf den Diagrammen erkennen", so Wendt.

Diagramm, das leichte Erdbewegungen während des Sturms Friederike anzeigt
Bildrechte: Observatorium Collm, Universität Leipzig

11:35 Uhr | Bahnverkehr läuft eingeschränkt

Die Deutsche Bahn hat am Morgen den Betrieb im Fernverkehr wieder aufgenommen. Ein Sprecher erklärte, die ersten Züge seien unterwegs. Es sei aber noch mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen. Die Erzgebirgs- und die Vogtlandbahn nahmen den Betrieb am Freitagmorgen planmäßig wieder auf. Bei der Mitteldeutschen Regiobahn gab es noch einige Zug-Ausfälle. Die Citybahnen von Chemnitz nach Burgstädt und Mittweida fallen bis auf Weiteres aus. Die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft meldet größere Sturmschäden auf der Strecke der Lößnitzgrundbahn. Deshalb werden heute früh die sogenannten Schüler-Züge ab Radebeul und Radeburg durch Busse ersetzt.

In Ostsachsen läuft der Zugverkehr zum großen Teil wieder. Bereits zum Betriebsstart ging die geräumte Strecke Görlitz-Dresden wieder ans Netz, wie der Betreiber Trilex mitteilte. Der erste planmäßige Zug von Zittau startete danach gegen 10 Uhr in Richtung Wilthen. Derzeit besteht noch zwischen Wilthen und Bischofwerda Busnotverkehr, da die Räumarbeiten auf diesem Abschnitt noch andauern. Es wird damit gerechnet, dass ab dem frühen Nachmittag wieder alle Züge nach Plan fahren können. Schäden verursachte der Sturm dort nicht.


11:25 Uhr | Ein Polizist in Dresden schwer verletzt

Die Dresdner Polizei zählte 166 sturmbedingte Einsätze. Darunter waren 25 Unfälle, bei denen Fahrzeuge gegen umgestürzte Bäume gefahren sind. Ein Polizist wurde verletzt, als ein Baum auf einen Streifenwagen stürzte. Die Zentrale Rettungsleitstelle verzeichnete rund 1.000 Einsätze für Dresden sowie die Kreise Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Die Feuerwehr in Dresden wurde dabei vom Technischen Hilfswerk unterstützt.


11:10 Uhr | Lebensgefahr in den Wäldern

Der Staatsbetrieb Sachsenforst warnt Wanderer und Spaziergänger eindringlich vor dem Betreten der Wälder. Es herrscht Lebensgefahr. Angebrochene Äste oder entwurzelte Bäume könnten herabfallen oder umstürzen. Zudem behindern Spaziergänger die Aufräumarbeiten.


10:50 Uhr | Mehrfamilienhaus in Auerbach ohne Dach

Im vogtländischen Auerbach ist das komplette Kupferdach eines Mehrfamilienhauses geborgen worden. Es war auf ein Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite geweht worden und hatte sich dort verkeilt. Während seines Fluges hatte es mehrere Schornsteine weggerissen. Verletzt wurde niemand.


10:30 Uhr | 3.900 Haushalte ohne Strom

Im Netzgebiet von Mitnetz Strom sind noch sachsenweit knapp 4000 Haushalte ohne Strom. Zu den am stärksten betroffenen Landkreisen in Sachsen gehören Nordsachsen, Leipzig und Mittelsachsen.

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