22.01.2020 | 17:58 Uhr Lotto in Sachsen: Spiel um die Millionen nützt auch dem Gemeinwohl

Jährlich investieren Lottospieler Millionen von Euro in staatliche Glücksspiele – immer mit der Hoffnung, selbst Millionär zu werden. Was aber nur wenige wissen: Ein großer Teil des Geldes fließt in gemeinnützige Projekte. Nach Angaben von Sachsenlotto gingen seit 1993 auf diesem Weg bereits rund drei Milliarden Euro an die Allgemeinheit.

Lottokugeln
Jeden Mittwoch und Sonnabend fiebern Tausende Sachsen der Ziehung der Lotto-Zahlen entgegen. Nur wenige von ihnen werden Millionäre - doch sie alle unterstützen nebenbei das Gemeinwohl im Freistaat. Bildrechte: Barbara Brähler

Die Lottospieler in Sachsen haben im vergangenen Jahr rund 152 Millionen Euro gewonnen. Doch nicht nur die Gewinner profitieren von der staatlichen Lotterie - gleichzeitig fließen jedes Jahr auch Millionen von Euro ins Gemeinwohl. 2019 waren das laut Sachsenlotto rund 118 Millionen. Insgesamt habe Sachsenlotto seit 1993 bereits rund drei Milliarden Euro für gemeinnützige Zwecke an den Freistaat Sachsen abgeführt.

Die Gelder für den guten Zweck werden demnach beispielsweise in den Breitensport und in die Nachwuchsförderung im Leistungssport investiert. Auch Sozialprojekte, der Kulturbereich und der Naturschutz profitieren den Angaben zufolge.

Bilanzzahlen und Diagramm
Drei Milliarden Euro konnte Sachsen seit 1993 an Projekte und Vereine weitergeben. Bildrechte: Sachsenlotto

Woher stammt das Geld für gemeinnützige Zwecke? Die 118 Millionen Euro aus dem vergangenen Jahr setzen
sich aus drei Bereichen zusammen:

- 65 Millionen Euro sind gesetzlich vereinbarte Reinerträge.

- 52 Millionen Euro stammen aus
Lotterie- und Sportwettensteuer.

- Eine Million Euro sind aus der
Rentenlotterie Glücksspirale.

Das Geld wird in Sachsen nicht direkt in Projekte investiert, sondern fließt in den Staatshaushalt. Von hier wird es weiter verteilt. Die Summe, die dabei zustande kommt, entspricht rund 40 Prozent der Lotto-Einnahmen im Bundesland.

Neu ab 2020: höhere Kosten, weniger Spiele

Insgesamt haben die Sachsen im vergangenen Jahr 308 Millionen Euro für staatliches Glücksspiel ausgegeben. Beliebt waren vor allem der Klassiker "6 aus 49" und die sächsischen Spielbanken. Die Sportwette Oddset hatte hingegen - wie schon in den Jahren zuvor - einen schweren Stand und ist mit dem Jahreswechsel eingestellt worden. Als Begründung nannte Sachsenlotto verschärfte rechtliche Rahmenbedingungen, die einen wirtschaftlichen Betrieb unmöglich gemacht haben. Demnach hätten nur noch 65 Annahmestellen für die Sportwetten angeboten werden können. Sachsenweit gebe es aber 1.223 Lotto-Annahmestellen.

Ab Herbst kommt eine weitere Neuerung auf Glücksspieler zu: Lottospielen wird teurer. Wie der Deutsche Lotto- und Totoblock bestätigte, soll der Preis beim "6 aus 49" für ein Tippfeld auf 1,20 Euro steigen. Bislang kostet ein Feld für die Ziehungen am Mittwoch und Samstag einen Euro. Dafür soll bereits bei sechs richtigen Zahlen deutlich häufiger ein Millionengewinn möglich sein. Bisher ist dafür zusätzlich die richtige Superzahl notwendig.

Quelle: MDR/epd/dpa/kp

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.01.2020 | 14:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2020, 17:57 Uhr

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