Urlaub in Gefahr Mallorca ist Risikogebiet - Reisewarnung verhängt

Sachsen, die einen Urlaub auf Mallorca geplant haben, müssen jetzt tapfer sein: Die Insel ist vom Robert-Koch-Institut zum Risikogebiet erklärt worden. Nun folgte auch noch eine Reisewarnung vom Auswärtigen Amt.

Flughafen Dresden Ferienflieger
Morgen früh stehen in Leipzig und Dresden die nächsten Direktflüge nach Mallorca auf dem Plan. Bildrechte: dpa

Das Robert-Koch-Institut hat das spanische Festland und die Baleraren wegen gestiegener Corona-Infektionszahlen zum Risikogebiet erklärt. Das Auswärtige Amt hat daraufhin eine Reisewanrung verhängt. Das heißt: Wer trotzdem an der Reise festhält oder schon vor Ort ist, muss sich nach dem Urlaub auf das Virus testen lassen und bis zum negativen Ergebnis in Quarantäne. Bei einer Reisewarnung besteht ein Reiserücktrittrecht für Pauschalreisen.

Eine Reisewarnung gab es zuvor bereits für mehrere spanische Regionen. Mallorca und die benachbarten Inseln waren bislang jedoch nicht betroffen. Das Auswärtige Amt wies darauf hin, dass die Entscheidung über Reisewarnungen anhand verschiedener Kriterien erfolge, insbesondere die nun vollzogene Einstufung einer Region als Risikogebiet durch das Robert-Koch-Institut. Solche Risikogebiete sind laut RKI in Spanien derzeit Katalonien, Aragón, das Baskenland, Navarra und die Hauptstadt Madrid. Für diese Regionen besteht auch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts.

Mehr als 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner

Kanaren
Der letzte Teil Spaniens ohne Risikogebiets-Einstufung: die Kanaren. Bildrechte: Colourbox

Während der vergangenen sieben Tage kletterte die Zahl der Neuinfektionen nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums vom Freitag in Mallorca auf mehr als 50 je 100.000 Einwohner. In einem solchen Fall hat das Robert-Koch-Institut bisher Regionen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Es könnte eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für Mallorca und die drei anderen Baleareninsel Ibiza, Menorca und Formentera folgen. Nach offiziellen Angaben der regionalen Gesundheitsbehörde gibt es zurzeit mehr als 1.500 Corona-Fälle auf den Inseln mit insgesamt etwa 1,15 Millionen Einwohnern. In den vergangenen 24 Stunden seien 264 Neuinfektionen registriert worden, schrieb die "Mallorca Zeitung" am Freitag. Damit wurde die Grenze von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohnern während der vergangenen sieben Tage überschritten.

Was ist mit Touristen, die schon im Risikogebiet sind und jetzt zurückkommen?

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping erklärt dazu: "Diejenigen, die jetzt aus Mallorca zurückkommen, bekommen beim Flug eine Aussteigerkarte. Das betrifft auch Flixbusse und andere öffentliche Beförderungsmittel. Diese Karte geht an das Gesundheitsamt. Die Rückkehrer sollen sich sofort beim Gesundheitsamt melden. Wer mit dem Auto im Risikogebiet unterwegs war, sollte eine Teststation an der Autobahn nutzen. Oder er begibt sich in den nächsten 72 Stunden zum Hausarzt und meldet sich beim Gesundheitsamt."

Was gilt für jene, die trotzdem nach Mallorca/Spanien reisen?

Wer trotz Risikogebiets-Status trotzdem fährt oder fliegt, für den besteht bei seiner Rückkehr nach Deutschland eine Testpflicht. Er oder sie muss sich beim Gesundheitsamt melden und erst einmal in häusliche Quarantäne - die wird erst aufgehoben, wenn es ein negatives Testergebnis gibt.

Wie läuft so eine Quarantäne ab? Wird sie kontrolliert?

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping dazu im MDR SACHSEN-Interview: "Wenn Verdacht besteht muss der Reiserückkehrer in Quarantäne. Das Gesundheitsamt nimmt täglich Kontakt auf mit der Person. Sie wird nach ihrem Befinden gefragt. Dazu gibt es einen Fragenkatalog und es wird kontrolliert, ob die Person zuhause ist."

Reisewarnung, Risikogebiet... was ist was?

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus besteht. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben. Eine Reisewarnung geht weiter. Sie ist zwar kein Reiseverbot, aber eine abschreckende Wirkung ist beabsichtigt. Und sie hat eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren. Bisher gibt es für Spanien schon Reisewarnungen für die Hauptstadt Madrid, Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und die Strände der Costa Brava sowie für das spanische Baskenland und die Regionen Navarra und Aragón.

Quelle: MDR/st

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 14.08.2020 | 19:00 Uhr

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