25.02.2020 | 14:53 Uhr Mietrecht: Was passiert, wenn sich ein Paar trennt oder ein Mieter stirbt?

Was passiert eigentlich mit dem Mietvertrag, wenn sich ein Ehepaar scheiden lässt und ein Partner auszieht? Endet der Mietvertrag automatisch, wenn ein Partner stirbt? Darf die erwachsene Tochter einfach in die geräumige Wohnung des verstorbenen Vaters mit ihrer Familie einziehen und den Mietvertrag übernehmen? MDR SACHSEN hat mit Katrin Kroupová vom Mieterverein Dresden über diese Fragen gesprochen.

MDR SACHSEN: Ist ein neuer Mietvertrag nötig, wenn von einem geschiedenen Ehepaar nur noch einer in der Wohnung zurückbleibt? Beide hatten ursprünglich den Mietvertrag unterschrieben.

Katrin Kroupová: Grundsätzlich wird das Mietverhältnis fortgesetzt. Wenn jemand aus der gemeinsamen Wohnung auszieht, hat man die Möglichkeit, mit dem Vermieter zu regeln, dass derjenige, der auszieht, aus dem Mietverhältnis entlassen wird. Es ist kein neuer Mietvertrag notwendig. Wenn es Streitigkeiten zwischen den Ehepartnern gibt, dann wird das im Scheidungsverfahren über das Wohnungszuweisungsverfahren geklärt und dann entscheidet das Gericht, wer den Mietvertrag fortsetzt.

Endet das Mietverhältnis automatisch, wenn der Mieter stirbt?

Wenn der Mieter allein lebt und verstirbt, wird das Mietverhältnis durch die Erben fortgesetzt. Der Mietvertrag endet nicht automatisch und es ist auch keine Kündigung notwendig. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate. Die Erben können innerhalb eines Monats nach dem Tod außerordentlich kündigen. Die gesetzliche Frist (drei Monate) muss aber eingehalten werden.

Wenn ein Mieter stirbt, endet das Mietverhältnis nicht automatisch.

Mieterverein Dresden

Was passiert, wenn nur ein Partner im Mietvertrag steht und dieser verstirbt, muss dann der andere ausziehen?

Nein, auch dazu gibt es eine gesetzliche Regelung. Das heißt, wenn der im Mietvertrag stehende Ehepartner verstirbt, dann darf der andere Partner in der Wohnung verbleiben und setzt das Mietverhältnis fort. Es gibt für den Vermieter auch kein separates Kündigungsrecht, dass er das Mietverhältnis mit dem zurückgebliebenen Partner nicht fortführt.

Muss der Vermieter über den Tod des Mietpartners informiert werden?

Man muss informieren, ja, aber grundsätzlich regelt es das Gesetz, dass der zurückgebliebene Ehepartner dann Hauptmieter wird. Man muss das nicht schriftlich anfordern.

Wie sieht es aus, wenn die Partner nicht verheiratet sind?

Der Lebenspartner ist dem Ehepartner gleichgestellt. Ein neuer Mietvertrag ist nicht notwendig. Auch andere Familienangehörige, die mit dem Mieter einen gemeinsamen Haushalt führen, treten mit dem Tod des Mieters in das Mietverhältnis ein.

Wenn ein Familienangehöriger stirbt und eine geräumige Mietwohnung zurücklässt, darf dann der Erbe, zum Beispiel die Tochter des Verstorbenen, einfach dort einziehen und diese Wohnung übernehmen?

Bei Erben wird ja das Mietverhältnis fortgesetzt, allerdings hat der Vermieter in diesem Fall ein Sonderkündigungsrecht, die beträgt einen Monat nach Ableben des Mieters. Da kann man natürlich auf den Vermieter zugehen und entsprechend nachfragen, ob man das Mietverhältnis fortführen kann.

Quelle: MDR/in

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.02.2020 | 10 bis 13 Uhr

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