14.01.2020 | 21:24 Uhr Ab kommender Woche rollen US-Militärkolonnen durch Sachsen

Sachsen-Anhalt, Burg: Eine Soldatin der US-Streitkräfte geht vor der Clausewitz-Kaserne an Fahrzeugen einer Kolonne vorbei, die auf die Betankung warten. Die Männer und Frauen gehören zur 1. gepanzerten Brigade der 1. US-Kavalleriedivision. Nach dem Anlanden des Verbandes im niederländischen Antwerpen, fahren die Truppen mit ihrem schweren Gerät derzeit über die Bundesautobahn 2 in Richtung Osten durch Sachsen-Anhalt. Ziel der Fahrzeuge sind mehrere Standorte in Polen. Dort werden die Soldaten im Rahmen der US-Operation «Atlantic Resolve» eingesetzt.
Symbolbild Bildrechte: dpa

Für die Nato-Militärübung "Defender Europe 2020" rollen ab kommender Woche die ersten US-Transporte in Richtung Osteuropa. Wie Bundeswehr und US-Army am Dienstag mitteilten, verläuft eine von drei Transportrouten in Deutschland durch Sachsen - aus Richtung Westen über Chemnitz, Dresden und Görlitz nach Polen.

Bis März geht es ostwärts ...

Im Rahmen des Manövers verlegt die US Army unter anderem rund 20.000 Soldaten sowie 13.000 Fahrzeuge und andere militärische Ausrüstung von den USA in osteuropäische Nato-Staaten. Damit wird eine schnelle Einsatzbereitschaft im Krisenfall getestet. Im Januar ist die Zahl der Transporte den Angaben zufolge noch überschaubar. Der Großteil der Konvois soll Ende Februar und Anfang März auf Straße und Schiene durch Deutschland und damit auch durch Sachsen rollen.

... und ab Juni wieder zurück

Der Großteil der Transporte werde nachts zwischen 22 Uhr und 6 Uhr unterwegs sein und im Idealfall von den meisten Menschen gar nicht bemerkt, erklärten Bundeswehr und US Army. Komplett ausgeschlossen könnten Staus und Behinderungen auf den Straßen allerdings nicht. Das gilt auch für den Rücktransport, wenn im Juni sämtliche Übungen abgeschlossen sind. Dann werden Truppen und Material auf den gleichen Routen wieder in die USA verlegt.

Kritik schon jetzt, Proteste nicht ausgeschlossen

Unumstritten ist die Militärübung mit insgesamt 37.000 Teilnehmern aus 18 Nato-Mitgliedsstaaten nicht. Kritiker bezeichnen sie als Provokation gegenüber Russland. Die sächsische AfD-Landtagsfraktion forderte Ministerpräsident Michael Kretschmer sogar auf, sich dafür einzusetzen, dass keine US-Truppentransporte durch Sachsen rollen. Ein Bundeswehrvertreter betonte dagegen ausdrücklich, das Manöver sei nicht gegen Russland gerichtet. Es handle sich ausdrücklich um eine Übung für einen möglichen Krisenfall. Proteste seien dennoch völlig legitim, solange sie geordnet und im Rechtsrahmen ablaufen würden.

Quelle: MDR/stt/dpa

Zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2020, 21:24 Uhr

21 Kommentare

Anita L. vor 1 Wochen

Ich bin grundsätzlich Pazifist und würde lieber ganz ohne Armeen auskommen, aber ich bin auch Realist genug zu wissen, dass die Menschheit noch unendlich lang von diesem Zustand entfernt ist. Und da ist es mir dreimal lieber, ich sehe die Soldaten als Verbündete und nicht als Besatzer durch das Land fahren. "Soldaten sind vorbeimarschiert" wird von mir aber niemand mehr zu hören bekommen.

Anita L. vor 1 Wochen

Es handelt sich um die US Defender 2020 und ist eine Übung zur Stärkung der Einsatzbereitschaft der NATO. Insgesamt sind 18 (rbb) oder 19 (Spiegel) Nationen an der Übung beteiligt. Naja, und es gibt schon auch Menschen, die eher der Meinung sein, dass eher Russland mit der Provokation begonnen habe, nicht die NATO.

SGDHarzer66 vor 1 Wochen

Hallo wertes MDR-Team,
ich habe inhaltlich das niedergeschrieben, was der User Frank Maenner zum Ausdruck bringt.
Viele Grüße, auch ich arbeite an mir....

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