Demonstration für die Gleichberechtigung von Frauen anlässlich des Frauentages am 8. März in Berlin
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Landtag in Sachsen Ministerin wirbt für modernes Gleichstellungsgesetz

Offiziell sind Frauen und Männer gleichberechtigt. Trotzdem sind Frauen oft unterrepräsentiert. Das moniert Ministerin Petra Köpping und fordert ein modernes Gleichstellungsgesetz. Sie erhalte ja nur Fördermittel, weil sie einen kurzen Rock trage. Das bekam Gleichstellungsministerin Petra Köpping selbst einst von männlichen Kollegen zu hören. Sie kontert cool - und macht sich für ein Herzensanliegen stark.

Demonstration für die Gleichberechtigung von Frauen anlässlich des Frauentages am 8. März in Berlin
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Mehr Frauen in Parlamente und Führungsetagen: Sachsens Ministerin Petra Köpping (SPD) hat die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am gesellschaftlichen Leben verlangt. Ein modernes Gleichstellungsgesetz sei im Freistaat dringend erforderlich, sagte sie am Dienstag im Landtag. Gleichzeitig versuchte sie, Vorbehalte zu entkräften: Das Gesetz richte sich nicht gegen Männer, sondern wolle Parität. Es soll das Frauenfördergesetz aus dem Jahr 1994 ersetzen und noch in dieser Legislaturperiode den Landtag passieren.

Nur ein Drittel der Landtagsabgeordneten sind weiblich

Petra Köpping
Sachsens Ministerin Petra Köpping Bildrechte: dpa

Köpping verwies darauf, dass nur ein Drittel der Landtagsabgeordneten weiblich sind. In Kreistagen und Gemeinderäten liege der Frauenanteil bei 21, unter Bürgermeistern gar nur bei 14 Prozent. In der Verwaltung seien zwar 75 Prozent der Mitarbeiter weiblich, je weiter es aber nach oben gehe, desto geringer werde ihr Anteil. Die Ministerin schilderte auch persönliche Erfahrungen aus ihrer Zeit als Bürgermeisterin der Gemeinde Großpösna (Landkreis Leipzig). Nach wie vor werde die Arbeit von Frauen disqualifiziert und diskriminiert.

Debatte über Quotenregelungen

Hanka Kliese (SPD) spricht im Landtag.
Die SPD-Abgeordnete Hanka Kliese, ist der "Quote" dankbar für die Chance im Landtag Ihr Können zu beweisen. Bildrechte: dpa

Vor Köppings Appell hatte der Landtag anlässlich 100 Jahre Frauenwahlrecht über das Pro und Contra von Quotenregelungen debattiert. Die CDU-Abgeordnete Daniela Kluge sah darin kein Allheilmittel. Vielmehr gehe es darum, Mädchen und junge Frauen von Beginn an zum Mittun zu ermutigen. Hanka Kliese (SPD) outete sich hingegen selbstbewusst als "Quotenfrau". So habe ihr die Quote ermöglicht, ihr Können im Landtag zu zeigen. Im Unterschied zu SPD, Linker und Bündnis 90/Die Grünen lehnte die AfD-Politikerin Karin Wilke die Quote strikt ab: "Heute sind derartige Quoten noch rechtswidrig, weil undemokratisch, und wenn es nach mir geht, sollen sie es auch bleiben!" Die Frauen im Landtag sollten sich weniger Gedanken um Quotierungen machen, sondern darüber, "dass die Kellnerin abends oder nachts auf ihrem Weg nach Hause unbehelligt bleibt".

Quelle: MDR/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.12.2018 | ab 18:00 Uhr in den Nachrichten

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Zuletzt aktualisiert: 11. Dezember 2018, 18:40 Uhr

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