19.04.2019 | 15:40 Uhr Sachsen sollten Bärlauch nicht verwechseln

Der Volksmund nennt den Bärlauch auch Waldknoblauch - damit hat er recht. Jetzt im Frühjahr sprießt das würzige Kraut in lichten Auwäldern und Parks in Sachsen und verströmt dabei seinen markanten Knoblauchduft. Botaniker warnen Verbraucher aber vor Verwechslungen beim Pflücken: Sie sollten sich die Pflanzen genau ansehen, damit sie sich nicht vergiften. Für alle Sammler, die es in die feuchten Auwälder zieht, hat MDR SACHSEN die wichtigsten Fakten zusammengefasst.

Bärlauch sammeln im Wald
Bildrechte: imago/Roland Mühlanger

Wozu ist Bärlauch eigentlich gut?

  • Im 20. Jahrhundert wurde das Lauchgewächs oft als Unkraut einfach herausgerissen und weggeworfen.
  • Seit Ende der 1990er-Jahre ist die Pflanze als Gemüse und Gewürz in.
  • Mittlerweile füllen Kochbücher mit Bärlauchrezepten die Regalmeter in Buchhandlungen.
  • Bereits seit dem Mittelalter hat Bärlauch einen Stammplatz in der Heilkräuter-Küche.
  • Schon Hildegard von Bingen war seine Immunsystem stärkende Wirkung bekannt.
  • Die Pflanze enthält viel Vitamin C, Eisen und Mangan, fördert die Verdauung und Entgiftung des Körpers.
  • Zudem schmeckt Bärlauch zwar nach Knoblauch, riecht aber nicht so intensiv.

Löffel in Glas mit Bärlauchpesto, daneben liegt Bärlauch
Frisches Bärlauch-Pesto ist bis Ende Mai sehr beliebt bei Gourmets und Hobbyköchen. Bildrechte: Robin Pietsch

Wieviel Bärlauch darf man sammeln?

  • In Naturschutzgebieten darf gar nicht gesammelt werden. Dort herrscht Sammelverbot.
  • Außerhalb geschützter Regionen sollten Interessenten mit einem scharfen Messer nur ein bis zwei Blätter pro Pflanze abschneiden.
  • Die Zwiebeln der Wildkräuterpflanze sind tabu und dürfen nicht ausgegraben werden.
  • Man darf nicht mehr als einen Handstrauß sammeln, erklärt der Biologe und Botaniker Rolf Engelmann vom iDiv Forschungszentrum MDR SACHSEN. "Ein Handstrauß ist alles, was irgendwie in eine Hand passt, und wenn man das in dieser Größenordnung sammelt, dann ist es kein Problem."

Vergleich von Bärlauch mit giftigen Pflanzen
Diese beiden dürfen nicht verwechselt werden: Links der Bärlauch, rechts das giftige Maiglöckchen. Bildrechte: IMAGO/Colourbox.de

Wie verwechsele ich Bärlauch nicht?

Die klinische Toxikologin von der Charité in Berlin, Daniela Acquarone, rät zur Vorsicht beim Sammeln im Wald. Bärlauch dürfe nicht mit den giftigen Maiglöckchen verwechselt werden. "Denn auf den ersten Blick lassen sich Bärlauch und Maiglöckchen kaum unterscheiden, weil ihre Blätter fast gleich aussehen."

  • Das wichtigstes Unterscheidungsmerkmal kann man riechen: Bärlauch riecht nach Knoblauch, Maiglöckchen oder auch die dem Bärlauch ähnlichen, aber giftigen Herbstzeitlosen riechen nicht.
  • Außerdem sind Bärlauchblätter auf der Unterseite matt. Die gefährlichen Maiglöckchen glänzen auf der Unterseite. Herbstzeitlose sehen auf beiden Blattseiten glänzend aus.
  • Wer sich unsicher ist, sollte Bärlauch-Blätter lieber im Gemüseladen kaufen.
  • Weitere Informationen zu Verwechslungsgefahren beim Kräutersammeln finden Sie hier.

Quellen: MDR/kk/Hildegard-Zeitschrift 2009/Giftnotruf Erfurt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 19.04.2019 | 19:00 Uhr

AKTUELLES AUS SACHSEN

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9 Kommentare

22.04.2019 19:06 Uborner 9

1.) Das Unterscheidungsmerkmal 'Geruch' ist Unsinn, gefährlicher Unsinn.
Die Hände des Bärlauchsammlers riechen nach Bärlauch und er steht in einer Bärlauchwolke. Alles was man anfasst riecht nach Bärlauch also auch Maiglöckchen und Herbstzeitlose, auch die Freundin wenn man sie streichelt riecht dann nach Bärlauch.
2.) Maiglöckchenblätter sind zäh und strohig - fällt spätestens beim essen auf. Herbstzeitlosenblätter sind aber knackig und salatartig ohne Eigengeschmack.

21.04.2019 22:23 marc 8

@7: "Allen unseren Kunden" - wo liegt hier das Problem? Suchen Sie etwa Probleme, wo keine sind?

21.04.2019 11:07 NN 7

Werter marc (6): Folglich muss ja eine Annonce: "Allen unseren Kunden ein frohes Osterfest" einer Fleischerei, der reinste Horror für Sie sein. Wer da alles ausgeschlossen wird...

21.04.2019 00:18 marc 6

@3NN: was heißt hier Frust? Es ist einfach politisch nicht korrekt, dass so wichtige Informationen nur für Sachsen gelten sollen. Wie wirkt das nach außen? Sind Sie auch einer von diesen Sachsen-Patrioten?

20.04.2019 13:52 NN 5

Wenn man den MDR kritisieren möchte, dann dafür, dass er nichts über die landesweiten "Friday-for-future" Demonstration der Schüler vom Karfreitag berichtete. Da aber die Demonstrationsteilnahme nicht zum Schuleschwänzen benutzt werden konnte, war das Klima am Feiertag dann auch egal. Gretas PR-Berater hatte frei, alles gut.

20.04.2019 11:42 Jan 4

@3 NN
Danke für ihre Worte!

20.04.2019 09:40 NN 3

Werte(r) Wisdom: Auch Nichtsachsen, dürfen den Artikel lesen (keine Autorisierung erforderlich) und danach handeln. Eine Warnung an Japaner, bestimmte Insekten nicht zu verwechseln, dürfen auch Sie befolgen, ehrlich. Die Sächsinnen fehlen übrigens auch. -- Man kann seine persönlich Frustration auch mal mit sich selbst ausmachen, man muss diese nicht per MDR verbreiten!

19.04.2019 22:06 Wisdom 2

"Sachsen sollten Bärlauch nicht verwechseln" - gilt dieser Hinweis nur für Sachsen? Sind Personen aus anderen Bundesländern oder gar aus anderen Kulturkreisen davon ausgeschlossen?

19.04.2019 19:48 REXt 1

Bärlauch wächst im März/ April, Maiglöckchen, Ende April- Mai! Wer zu spät sucht, könnte das falsch Pflücken.

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