Ein Walkman von Sony an einer Jeans
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Erinnerungen Begrüßungsgeld: Das haben sich unsere User und Hörer gekauft

"Von dem Begrüßungsgeld haben wir uns einen guten gebrauchten Fernseher gekauft", schreibt uns eine Familie. Ganz hoch im Kurs: der Walkman und Jeans. Lesen Sie hier von den Erinnerungen unserer User und Hörer.

Ein Walkman von Sony an einer Jeans
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Vor 30 Jahren So war das mit dem Begrüßungsgeld: Moderatoren erinnern sich

"Ich bin einfach nicht dazu gekommen, die 100 DM abzuholen", gesteht Sachsenradio-Moderator Mario Hille. Henriette Schmidt weiß noch genau: "Wir haben uns ein Beatles-Album gekauft und riesengroße Pizzen gegessen."

Henriette Schmidt
Henriette Schmidt, die Sachsenradio-Vormittagsmoderatorin erinnert sich: "Wir haben uns ein Beatles-Album gekauft und ein Autoradio, dass leider kurze Zeit später schon defekt war. Mit den Kindern waren wir ausgiebig beim Italiener essen, riesengroße Pizzen." Bildrechte: Ralf U. Heinrich
Henriette Schmidt
Henriette Schmidt, die Sachsenradio-Vormittagsmoderatorin erinnert sich: "Wir haben uns ein Beatles-Album gekauft und ein Autoradio, dass leider kurze Zeit später schon defekt war. Mit den Kindern waren wir ausgiebig beim Italiener essen, riesengroße Pizzen." Bildrechte: Ralf U. Heinrich
Mario Hille
Die 100 DM von Mario Hille liegen immer noch auf der Bank: "Ich bin einfach nicht dazu gekommen, die abzuholen", gesteht der Sachsenradio-Moderator, der damals schon beim Radio war und so viel zu tun hatte, dass er einfach nicht in den Westen kam. Bildrechte: Martin Jehnichen
Monika Werner
Unsere rasende Reporterin Monika Werner ist mit dem Begrüßungsgeld sofort in einen Elektro-Supermarkt gefahren. Dort hat sie sich ein tragbares Radio gekauft: "Das Teil war schön rund, sah sehr ansprechend aus und hatte glaube ich eine Doppelkassettenfunktion." Bildrechte: Martin Jehnichen
Moderator Peter Neumann
"Ich habe mir von meinem Begrüßungsgeld ein Fußballbuch gekauft", kann sich Sachsenradio-Moderator Peter Neumann erinnern. Er war in das Geschäft vom Berthelsmann-Buchclub gegangen, in dem eigentlich nur Buchclub-Mitglieder einkaufen durften. Da Peter Neumann aus der DDR war, durfte er es damals trotzdem kaufen. Es steht noch heute in seinem Bücherregal. Bildrechte: MDR/Marco Prosch
Alexander Schubert, Sachsenradio-Reporter
Als Reporter Alexander Schubert das erste Mal nach Berlin-Tegel fuhr, hatte er riesigen Durst auf Cola. Mit dem Geld ging es in den Aldi. Dort gab es natürlich nur River-Cola. Das war aber egal, Hauptsache ein Dose Cola. Bildrechte: Martin Jehnichen
Stefan Kieslich
Stefan Kieslich, Redakteur beim Morgenteam des Sachsenradios, hat sich "nur Unsinn" von dem Geld gekauft, wie er heute gestehen muss. Schokolade, Cola, Kassetten, Comics. "Sogar eine Currywurst war dabei", sagt er schmunzelnd. Bildrechte: MDR SACHSEN
Maik Teschner
Nachmittagsmoderator Maik Teschner erinnert sich: "Ich hatte mir damals erstmal ein schöönes Päckchen Kaffee geholt." - Genau die Sorte von damals kauft er heute immer noch ;-) (Anm. d. Red.) Bildrechte: Martin Jehnichen
Ronny Maiwald
"Von meinem Begrüßungsgeld habe ich mir für ca. 40 DM in irgendeinem Warenhaus einen Walkman gekauft. Der muss jedoch Ausschuss gewesen sein. Er fing bald an zu leiern", erinnert sich Sachsenradio-Sportreporter Ronny Maiwald. "Wenigstens habe ich Verkäufer und Hersteller glücklich gemacht, mit der 'sofortigen Wiederabgabe' des Geldes." Bildrechte: Martin Jehnichen
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René (48) aus Mittweida:

Ich habe mir eine schwarze Jeanshose der Firma BigStar für 98 DM gekauft und eine Stange Balisto Keksriegel. Da war das Geld alle und ich überglücklich. Endlich `ne schwarze Jeans ;-))

Gabriele (66) aus Frohburg:

Mit dem Geld haben wir uns eine Busreise gekauft, sind von Hof nach Paris gereist (Kurztrip).

Henrik (48) aus Eibenstock:

Ich habe das Begrüßungsgeld gar nicht abgeholt. Ich schämte mich und kam mir wie ein Bettler vor. Zumal ich aus der eigenen Verwandtschaft hörte, dass sie wie auch immer das ging, mehrmals das Begrüßungsgeld kassierten. Gegenbeispiele gab es allerdings auch. Verwandte und Bekannte nahmen erzgebirgische Geschenke mit und erfreuten damit auch den ein oder anderen am Auszahlschalter. Bei der zweiten Begrüßungsgeld-Auszahl-Welle war es das Gleiche.

Ich habe mir einen Walkman gekauft, der sehr lange mein täglicher Begleiter wurde. Und nicht zu vergessen eine Bravo und Huba Buba Kaugummi.

Katja (47) aus Bestensee

Gerlinde (66) aus Olberdorf:

Bananen für die Ossis - Am Tag nach der Maueröffnung nutzen einige DDR-Bürger ihr Begrüßungsgeld zum Einkauf von exotischen Südfrüchten
Am Tag nach der Maueröffnung nutzten viele DDR-Bürger ihr Begrüßungsgeld zum Einkauf von exotischen Früchten. Von dem Überangebot bekamen viele aus dem Osten Kopfschmerzen ;-). Bildrechte: imago/Sven Simon

Von unserem Begrüßungsgeld haben wir uns eigentlich nur Kleinigkeiten gekauft. Zwei kleine Kuscheltiere für die Kinder, Datteln, Feigen und ich ein Schaltuch (windelartiger Stoff mit Metallfäden durchwirkt). Meine Tochter hat im Kaufhaus ein Kleid für eine Barbiepuppe geschenkt bekommen, sie hatte noch gar keine. Sie wollte unbedingt U-Bahn fahren. Da sind wir einige Stationen gefahren. Etwas erstaunt waren wir über die hohen Preise der Weihnachtsbäume. Ich war eigentlich krankgeschrieben, habe mich aber trotzdem nach Berlin gewagt. Von der Flut des Warenangebots hatte ich nur Kopfschmerzen.

Herr Müller (71) aus Radeberg:

Wir haben uns ein Wecker-Radio und eine Tafel Schokolade gekauft.

Dietmar (58) und Jeanette (53) aus Salzwedel:

Wir waren damals um die 30 Jahre alt und hatten 2 Kinder (2 und 3 Jahre). Von dem Begrüßungsgeld (ausgezahlt in Bergen/Dumme) haben wir uns einen guten gebrauchten Fernseher gekauft.

 Familie Lehmann (61) aus Elsterwerda:

Wir sind nach West-Berlin gefahren und haben uns einen gebrauchten riesengroßen Buntfernseher gekauft der fast nicht auf den Rücksitz des Autos  Platz hatte. Viel schlimmer sind die Erinnerungen auf der Autobahn - Menschen verloren ihr Leben wegen des Geldes durch Hektik und Gier nach etwas, was man damals nicht besaß.

Ich habe mir im KaDeWe in Berlin einen kleinen Kassettenrecorder gekauft. Der seeeeehr lange in meinem Besitz war.

Tilo (47) aus Leubsdorf / OT Schellenberg

Manja (43) aus Neukirch:

Ich war damals 13 Jahre und habe mir einen Regenschirm in rosa gekauft. Den Rest vom Geld haben meine Eltern für ein Radio (Doppelkassettendeck) mit verwendet. Das Radio war natürlich für die ganze Familie. Mit dem Regenschirm war ich damals unendlich glücklich und habe den Regen herbeigesehnt, um den Schirm endlich zu verwenden.

Volker (58) aus Frankenberg:

Wir waren in München und sind da natürlich zuerst ins Hofbräuhaus!

Christina (47) aus Lutherstadt Wittenberg:

Wir waren in Westberlin. Ich habe mir eine Leggings und eine leere Chromkassette geholt. Meine Eltern waren ganz glücklich über ihren erstandenen Schneebesen. :-) Das war's auch schon.