Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB)
Bildrechte: André Wagenzik

16.09.2019 | 13:40 Uhr Neues Online-Banking mit Anlaufschwierigkeiten

Bank-Geschäfte von zuhause aus per Computer erledigen - das geht seit dem 14. September nicht mehr so einfach. Denn die Papier-TAN wurde abgeschafft. MDR SACHSEN sprach mit Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg über die Neuregelung. Auch Nutzer wurden nach ihren Erfahrungen gefragt.

Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB)
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Herr Schaarschmidt, viele Menschen haben große Probleme mit dem neuen Online-Banking, was sind denn Ihre Erfahrungen bisher?

Also, viele mussten sich mit den allgemeinen Geschäftsbedingungen beschäftigen, es wurde also die Papier-TAN abgeschafft und man muss nun ein anders Verfahren wählen. Und das ist natürlich vor allem für Ältere durchaus schwierig.

Nun gibt es Verfahren wie Foto-Tan, SMS-Tan usw.. Sind diese Verfahren denn sicher?

Wir haben da zumindest bisher nicht gehört, dass es von der Sicherheit her Probleme gäbe. Allerdings haben die SMS-TAN auch einige Sparkassen eingestellt, weil durchaus SMS abgefangen wurden. Man konnte da wohl Betrug nachvollziehen – das wurde also nicht als so ganz sicher eingestuft. Außerdem entstehen ja auch Kosten durch den SMS-Versand, den weder die Sparkasse tragen will noch der Kunde.

Was können denn nun ältere Leute ohne Smartphone tun, Filialen gibt es ja nur noch wenige?

Ältere müssten sich eventuell mit einen Chip-TAN-Verfahren anfreunden. Man bekommt dann so eine Art Generator, der eine PIN/TAN generiert – der hat Scheckkartengröße. Das ist dann zumindest die Alternative, wenn man es weiter von zu Haus vom PC aus machen will.

Sie sagen, die Bank sollte mindestens zwei unterschiedliche Verfahren anbieten – und wenn mir alles nicht passt, dann sollte ich die Bank wechseln?

Ja, aber es kann eben auch passieren, dass Sie da wieder mit ganz anderen TAN-Verfahren belästigt werden. Da muss man schauen, ob das für mich passt.

Welche Erfahrungen haben Sie persönlich mit dem neuen Online-Banking?

(lacht) Das war nicht ganz lustig. Bei meinem Verfahren musste auch das Login einmalig mit einer TAN generiert werden. Das hat aber nicht mehr funktioniert, was mich auch einige Nerven gekostet hat. Beim vierten Versuch wurde der Zugriff verweigert und das Konto war blockiert. Die Bank hat es dann geschafft, innerhalb von 24 Stunden zurückzurufen und es zu richten und mich da hindurch zu führen. Man musste die TAN letzlich über technische Kniffe übertragen.

Erfahrungen von Nutzern Viele Nutzer, die sich bei uns gemeldet haben, berichten von Problemen mit der Anmeldung für die neuen Verfahren mit SMS oder per Chip-TAN. Sie bekommen Fehlermeldungen oder das Passwort wird nicht akzeptiert. Ingesamt wird die Umstellung als zu kompliziert kritisiert und sie beklagen die zusätzlichen Kosten für den TAN-Generator. Es berichten aber auch Nutzer, dass sie keine Probleme mit der Umstellung haben.

Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 16.09.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2019, 13:41 Uhr

1 Kommentar

wauwau vor 7 Wochen

Online Banking nutze ich schon seit über 15 Jahren und ich hatte noch nie Probleme. Anfangs gab es die Tan-Liste auf Papier und seit 2011 nutze ich das Chip-Tan -Verfahren mit einem Tan Generator. Völlig problemlos für mich und daher machte sich die Umstellung zum 14.09. für mich kaum bemerkbar.

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