Ode an die Rennpappe Der Trabi - viiiiel besser als sein Ruf

Rennpappe, Plastikbomber, Sachsenporsche - egal wie Sie ihn nennen - der Trabi war keine Erfindung, er war eine Schöpfung. Nichts, an dem man ständig rum verbessert, sondern eine Gabe an die Ewigkeit. Die Welt veränderte sich. Er nicht. Dirk Hentze erinnert sich an das Leben mit Trabi.

Ein blauer Trabant 2 min
Bildrechte: imago/Stefan Zeitz

Schon in seinem Namen steckt eine Liebeserklärung. Trabant - slawisches Wort für den Begleiter. Unmissverständlich fand man hier einen Partner fürs Leben, der uns im Trab an sich band. Zu keinem anderen Auto konnte man eine so tiefe Beziehung aufbauen. Man kam einfach nicht los. Selbst wenn er mit voller Geschwindigkeit davonfuhr, lohnte es sich noch, ihm nachzulaufen.

Der Trabi - eine Schöpfung

Der Trabi war keine Erfindung, er war eine Schöpfung. Nichts, an dem man ständig rum verbessert, sondern eine Gabe an die Ewigkeit. 1958 rollte er erstmals vom Fließband, danach hat sich nur noch die Welt verändert. Er nicht. Unglaublich dieses Durchhaltevermögen.

Der Trabi - eine Gabe für die Ewigkeit.

Dirk Hentze | Autor dieser Trabi-Ode

Der Trabant war schon immer modern. Noch lange bevor Feinstaub Thema wurde, hatte er schon Staub, der so grob war, dass er gar nicht bis ins Lungenbläschen kam. Der Trabi war die praktizierte Rücksicht auf Fußgänger. Man konnte ihn rechtzeitig sehen, hören und riechen. Und er war umweltverträglich. Sein geringes Gewicht schonte den Asphalt. In die Parklücke konnte man ihn tragen.

Der Trabi war unser Stück Freiheit

Ein Trabant
Auf nach Ungarn: Mit dem Trabi fuhr man überall hin Bildrechte: MDR/Carsten Reuß


All das Genörgel am Duroplastbomber ist dermaßen fehl am Platz. Er musste aus Kunststoff sein, weil es schlicht eine Kunst war, mit ihm richtig Stoff zu geben. Aber darauf kam es auch gar nicht an. Er war unser Stück Freiheit, überdachte Mobilität zum Sitzen, unsere eigene rollende Bushaltestelle. Und das mit Zweitaktmotor. Heute kriegen sie damit höchstens Kettensägen und Laubbläser zum Laufen. Wir bewegten damit ein Auto.

Am 11. September ging es bei unserer Höreraktion "Wünsche werden wahr" um den Trabi:

Quelle: MDR/dh/in

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.09.2019 | 5-10 Uhr

4 Kommentare

Ines W. vor 1 Wochen

Ja der Artikel ist gottseidank nicht ernst gemeint und letztendlich wird hier auf humorvolle Weise so getan als ob das Provisorium Trabi aufgrund seiner genialen Konstruktion keinerlei Verbesserung benötigt hat. Das ist natürlich Schmarrn weil die DDR als Staat nicht die Ressourcen hatte, die jeder westliche Autokonzern locker aufbrachte um seine weitaus größere Produktpalette regelmäßig zu modernisieren.

Was ihr angebliches Autoblechembargo angeht muss ich herzlich lachen. Was soll den das für ein Staat sein, der angeblich nicht einmal Blech herstellen kann und dem dem der gesamte Ostblock angeblich kein Blech verkauft. Da bringen sie doch mal besser einen Beleg für ihre Behauptung. Andere Ostblockländer haben ihre zugegebenermaßen auch lustig anzusehenden Autos ja immerhin mit einer Blechkarrosserie bauen können.

Norbert Franke vor 1 Wochen

Mit Verlaub,der Trabbi war Müll !
So viel Ehrlichkeit muss sein !
Ich bin 10 Jahre Einen gefahren ,moderat,maximal 5000 km im Jahr.
Was er in der Zeit defekt war ist nicht normal.
Vor jeder Urlaubsreise an die Ostsee packte man Ersatzteile ohne Ende mit ein und sehr oft bräuchte man sie auch !

W.Merseburger vor 1 Wochen

Cargo,
es ist doch oben ein schöner Artikel, den man nicht ganz so Ernst nehmen sollte. Fakt ist aber: Es gab ein Embargo für Autobleche seitens der "guten" westlichen Welt. Deshalb bestanden wesentliche Außenteile des Trabbis aus organischem Material, gehärtet mit Phenol-Formaldehyd Harzen. Weiterhin wollten unsere sowjetischen Brüder den Autobau in der DDR verbieten. Da blieb Ulbricht einfach stur. Eine Tragödie war aber, dass dieses Auto nicht weiterentwickelt werden durfte. Somit waren Trabbifahrer auf den Staßen Menschen zweiter Klasse.

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