Gut beraten Versicherungen für Senioren

Wenn die Kinder aus dem Haus sind, eigene Wege gehen, dann ändert sich für Senioren auch der Anspruch oder die Notwendigkeit von Versicherungen. Wir haben darüber mit Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen gesprochen.

Welche Versicherungen brauche ich, wenn ich in Rente gehe?

Auf alle Fälle nach wie vor eine private Haftpflichtversicherung, diese ist sehr wichtig. Dabei geht es nicht um die kleinen Sachschäden, die man möglichweise verursacht, z.B. wenn man bei der Schwiegermutter die Bleikristallvase fallen lässt. Die private Haftpflicht ist beispielsweise für bleibende Gesundheitsschäden nach einem Unfall wichtig, der fahrlässig verursacht wurde.

Ist mein Hund auch in meiner privaten Haftpflicht mit eingeschlossen?

Nein, da sollte eine Hundehalterhaftpflicht-Versicherung abgeschlossen werden. Unabhängig davon, ob der Hund groß oder klein ist.

Rentner reisen gern, worauf sollte hinsichtlich des Versicherungsschutzes geachtet werden?

Da ist immer die Auslandsreise-Krankenversicherung gefragt. Die meisten haben auch eine Unfallversicherung und natürlich die private Haftpflicht. Eine extra Reisegepäckversicherung für den Koffer ist nicht notwendig, da greift die Hausratversicherung.

Benötige ich im Alter eine Unfallversicherung?

Das hängt von der Aktivität ab: Bin ich mobil, reise ich viel, fahre Fahrrad, jogge, arbeite viel in Haushalt oder Garten - dann gehört die Unfallversicherung schon zu den wichtigen Versicherungen dazu. Federt sie doch auch beim Versicherungsnehmer bleibende gesundheitliche Schäden nach Unfällen ab.

Welche Bestandteile sollten in der Unfallversicherung enthalten sein?

Auf alle Fälle eine genügend hohe Grundversicherungssumme, weil von dieser der Teilbetrag für den Invaliditätsgrad gebildet wird.

Ein großes Thema im Alter ist die Pflege und auch da tummeln sich viele Anbieter auf dem Markt. Ist es sinnvoll eine private Pflegeversicherung abzuschließen?

So eine private Pflegezusatzversicherung ist keine einfache Entscheidung. Zum einen kann täglich etwas passieren, auch jungen Menschen, und man wird früh zum Pflegefall. Ist man gesund und jung, sind die Prämien niedrig. Zu bedenken ist: Lohnt es sich, 40 oder 50 Jahre einzuzahlen, wenn man z.B. erst mit 80 oder 90 Jahren pflegebedürftig wird? Anderseits, wenn man diese Versicherung erst mit Anfang 60 abschließt, wird es monatlich richtig teuer. Unter Umständen muss man über 100 Euro pro Monat an Prämie zahlen.

Gibt es Unterschiede bei den Pflegezusatzversicherungen?

Es gibt verschiedene Varianten. Bei der Pflegerentenversicherung bekommt man ein monatliche Rente ausgezahlt. Es gibt die Pflegekostenversicherung - da werden die Pflegekosten übernommen. Es gibt die Pflegetagegeldversicherung - da bekommt man einen vereinbarten Tagessatz zur freien Verfügung und kann Angehörige oder einen Pflegedienst bezahlen. Die letzte Variante hat die höchste Flexibilität.

Welche Versicherungen benötigen Menschen, die im Seniorenheim leben, noch mobil sind, jedoch keinen eigenen Hausstand haben?

Auf alle Fälle eine private Haftpflicht. Ob man eine bestehende Unfallversicherung aufrechterhält, muss man prüfen. Das ist ganz individuell zu entscheiden. Noch mehr Versicherungsschutz ist nicht mehr notwendig.

Quelle: MDR SACHSEN

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | ab 16.04.2019 | 10-13 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. April 2019, 10:39 Uhr