19.07.2019 | 10:50 Uhr Wie entsteht unser Körpergeruch?

Wunderbar: Am Wochenende kommt der Sommer zurück. Die Temperaturen steigen wieder. Allerdings bilden wir Menschen damit auch verstärkt wieder Wasser oder Schweiß, wie wir es nennen. Woher kommt dieser spezielle, ganz eigene Körpergeruch? MDR-Reporterin Anne Sailer hat nachgefragt.

Ein Mann hält sich die Nase zu 2 min
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Was ist Schweiß eigentlich?

Schweiß ist tatsächlich nur Wasser. Das führt beim Verdunsten auf der Haut zu einem angenehmen Kühleffekt und schützt uns vor Überhitzung. Außerdem werden über den Schweiß Giftstoffe ausgeschieden. Unangenehm: Dieses Wasser ist bei jedem von uns vermischt mit der kleinen individuellen Duftnote. Und deshalb riechen wir nach Schweiß.

Wie unterscheiden sich unsere persönlichen Körperdüfte?

Jeder von uns strömt einen menschlichen Duft aus, den sogenannten olfaktorischen Cocktail, wie ihn Prof. Hans Hatt von der Ruhruniversität Bochum bezeichnet. "Das sind zum einen Identifikationsdüfte, aber das sind auch Düfte, die wir abhängig vom Hormonstatus in den Schweiß einmischen", sagt der Professor. Dazu gehören auch die Nahrungsdüfte, die wir durch die Verarbeitung von zum Beispiel Knoblauch oder Zwiebel in unser Blut bekommen. Aus diesem Stoffwechsel entstehen Duftstoffe, die nach außen abgegeben werden. Und dann riecht man auch, was wir gegessen haben.

Ist unser Geruch so einzigartig wie ein Fingerabdruck?

Richtig, genau so kann man das vergleichen. Afrikaner und Asiaten riechen anders als Europäer. Der Grund ist die unterschiedliche Ernährung. Auch Frauen riechen anders als Männer, Kinder anders als alte Menschen. Wir erkennen uns, meist unbewusst, am Geruch. Zur Welt kommen wir ohne Vorlieben für bestimmte Düfte, sagt der Geruchsforscher Hans Hatt: "Jeder Mensch hat seine eigenen Duftvorlieben. Die sind nicht genetisch bedingt."

Lernen wir den Geruchsinn?

Ein vergnügtes Baby mit Windel macht in einem Bett einen halben Kopfstand.
Eine volle Windel riecht nicht gut. Aber müssen das Eltern immer wieder verbal äußern? Bildrechte: Colourbox.de

"Ob ein Mensch einen Duft mag oder nicht, hängt davon ab, in welcher Situation er den Duft zum ersten Mal kennengelernt hat," so der Bochumer Riechforscher Hatt. Geruchsvorlieben entstehen auch durch die Erziehung. Die Eltern sagen den Kindern, wenn sie nicht gut riechen. Das geht los im Babyalter, wenn der Geruch des großen Geschäfts von den Eltern als unangenehm empfunden und das auch immer wieder geäußert wird. "Wenn die Eltern sagen würden, deine volle Windel riecht himmlisch, hätten wir alle eine andere Einstellung dazu", ist der Geruchsforscher Hatt sicher.

Stellt sich die Frage, ob uns Schweiß und Fäkalien nur "anstinken", weil wir das so gelernt haben. Wir werden es nicht abschließend klären können. Fakt ist, den Schweißgeruch in der Straßenbahn oder im Großraumbüro an warmen Tagen können wir uns nicht nachträglich schönreden. Schade eigentlich.

Quelle: MDR SACHSEN/in

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 23.07.2019

Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2019, 10:50 Uhr

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