02.07.2020 | 10:45 Uhr Wegen der Kälte: Obstbauern rechnen mit schlechtem Jahr

Sachsens Obstbauern erwarten in diesem Jahr nur unterdurchschnittliche Erträge. "Von der Menge her ist 2020 kein gutes Obstjahr", sagte der Geschäftsführer des Obstbauernverbands, Udo Jentzsch. Schuld seien die Kälte im März und die Eisheiligen im Mai. "Das gesamte Obst hat unter dem Frost gelitten, so dass es keine gute Ernte wird."

Saftige Kirschen auf einem Baum
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Während es bei Erdbeeren zufriedenstellend sein könnte, rechnet Jentzsch bei Kirschen mit weniger Ertrag als im Vorjahr. Für Äpfel will der Verbands-Geschäftsführer noch keine Prognose abgeben. "Die Erwartungen werden auf jeden Fall nicht erfüllt", sagte Jentzsch.

50 Prozent weniger Süßkirschen

So geht er von rund 500 Tonnen Süßkirschen aus und damit 50 bis 60 Prozent der normalen Ertragsmenge von 800 bis 1.000 Tonnen. Es wird mit einer deutlich geringeren Ernte als gewöhnlich gerechnet, auch weniger als 2019. "Das gab es zuletzt 2016." Im vergangenen Jahr wurden rund 700 Tonnen von den Bäumen geholt. Bei den Sauerkirschen rechnet Jentzsch wegen der Fröste mit 2.500 Tonnen, die Normalmenge liegt bei 3.500 bis 4.000 Tonnen.

Frost- und Trockenschäden bei Erdbeeren und Äpfeln

Auch bei Erdbeeren gebe es Frost- sowie Trockenschäden, die aber nicht gravierend seien. Hier rechnet der Verband wie im Vorjahr mit 1.900 Tonnen Ertrag. Während es bei Birnen gut aussieht, ist Jentzsch bei Äpfeln skeptisch. "Nochmal minus zehn Grad von Mitternacht bis morgens über eine Woche Ende März, das haben die Knospen nicht vertragen."

Konsequenz: Steigende Preise

Laut Jentzsch haben deshalb auch die Preise für Obst in Sachsen angezogen, wie in ganz Europa, aber auch durch Corona und den Mindestlohn. "Gerade der Obstbau ist sehr handarbeitsintensiv." Die Kosten dafür müssten abgedeckt und auch Investitionen finanziert werden können.

Quelle: MDR/rad/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 02.07.2020 | 11:00 Uhr in den Nachrichten

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