MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 27.08.2020 | 12:00 Uhr | Nachhören Ernährungssprechstunde: Was macht ein gutes Pausenbrot aus?

Essen wir zu viel Brot? Wie kann man Brot gut kombinieren, damit es besser verstoffwechselt wird? Was und wie viel Belag sollte auf das Pausenbrot? Ist Brot vom Bäcker verträglicher? Expertin Tessa Rehberg gibt Rat.

Frischkäse auf Brot
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Wie könnte man Brot kombinieren, damit es gut verstoffwechselt wird?

Grundsätzlich können wir sagen, wenn wir das Brot dünner schneiden, den mageren Belag dicker legen und dort ordentlich Gemüse dazu essen, dann ist das günstig. Denn wenn ich Stärke mit genügend Eiweiß kombiniere, dann gelangt das einfach langsam ins Blut. Der Blutzucker steigt nicht so stark an, und das ist für den Stoffwechsel entlastend bzw. für den Insulinhaushalt entlastend, und das hat viele gute Folgen. Und wenn ich über Gemüse oder Vollkornprodukte reichlich Ballaststoffe verzehre, dann bringt das den Darm in Schwung - das ist auch günstig.

Das heißt im Klartext, dass wir den sogenannten Stärke-Beilagen, also Reis, Brot, Nudeln, Kartoffeln, auch den Stellenwert wieder einräumen sollten, den das Wort schon vorgibt, nämlich als Beilage und nicht als Hauptsache der Mahlzeit.

Ein Beispiel: Ein Pausenbrot für ein zehnjähriges Schulkind bei einer Scheibe Brot mit reichlich Belag wie Kochschinken oder auch Käse der mittleren Fettgehaltsstufe, am besten kombiniert, vielleicht im Pizza-Style, d.h. Wurst und Käse mit vielleicht Paprikaschote, vielleicht sogar nem Zwiebelring drauf. Da kann man schon schöne Dinge tun. Und dann ist es günstig, wenn der Belag aus Putenbrust und Frischkäse besteht. Dazu passt dann gut Apfel. Da kann ich statt Butter als Unterstrich zum Beispiel auch so etwas wie ein Frischkäse mit Curry noch ein bisschen würzen. Dann bin ich in der pikanten Richtung. Also da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Und wenn wir jetzt so eine Scheibe Brot mit Belag wählen, dann wäre als Gemüsekomponente ungefähr eine halbe Paprikaschote aufgeschnitten oder ein kleiner Apfel oder ein Drittel Salatgurke. Das wäre die Größenordnung für so einen Kinderpausenbrot.

Brot sollte eher eine Beilage, als ein Grundnahrungsmittel sein: dünne Scheibe, viel Belag. Aber welcher Belag eignet sich?

Heute denken wir er an mageren Brotbelag, also Aufstriche, auf Frischkäsebasis, Kochschinken gegrillt oder auch gegarte Putenbrust. Aus dem vegetarischen und veganen Bereich haben wir ganz viele Möglichkeiten mit Hülsenfrüchten. Da kann man wirklich richtig viel machen. Wichtig ist, dass wir den Eiweißanteil etwas höher bekommen und eine Sättigung erleben, nicht nur durch Kohlenhydrate, nicht nur durch Stärke, sondern wirklich durch alle Lebensmittelgruppen. Und wenn ich jetzt zu so einem belegten Brot einfach deutlich mehr Gemüse dazu schnabuliere, dann rutscht es besser. Meine Erfahrung mit Schulkindern ist, dass die gar nicht so gerne Schnitte essen, weil die so trocken ist. Es rutscht nicht. Die mögen lieber als Fingerfood aufgeschnittene Gemüse- und Obststückchen. Dass man da neue Kompromisse finden kann.

Was eignet sich für die Schule?

Bei Schulkindern sehe ich das Thema Fingerfood vorn. Was kann ich denn mit den Fingern schnell essen? Kleine Häppchen. Was mir da als erstes einfällt, sind Reste von einer warmen Mahlzeit. Zum Beispiel Tortelloni.

Mädchen mit Brotdose mit gesunden Sachen
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Da gibt es ganz lustige Boxen, die heißen "Bento Boxen". Bento ist die japanische Art, ein Essen so zu servieren, dass da viele kleine Schüsseln auf dem Tisch stehen. Und diese Bento-Boxen haben einfach viele Fächer. Also Brotdosen mit Einsatz mit Fächern, wo man Verschiedenes rein geben kann. Und dann bin ich aus dieser Notwendigkeit der Klappstulle raus. Man kann einfach wirklich Stückchen Gemüse, Obst, Erdbeeren, vielleicht sogar mal ein gekochtes Ei, was schon geschält und geviertelt ist. Und dann gebe ich vielleicht noch einen Zahnstocher oder irgendetwas mit, dass man das aufspießen kann. Dann kann man das vernünftig essen.

Tipps zum Nachlesen:
Makiko Itoh: Das Bentobox- Kochbuch (Riva Verlag)

Makiko Itoh: Bento für jeden Tag (Riva Verlag)

Lena Merz: Meal prep (GU)

Nina Engels: Meal prep (NGV Press)

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Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 27.08.2020 | 10:00 - 12:00 Uhr