25.03.2020 | 16:40 Uhr Abi-Prüfungen auch in der Corona-Krise - Sachsen zufrieden

Abiturienten schauen sich die Abiturprüfung im Fach Deutsch an.
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Die Abiturprüfungen sollen ungeachtet der Corona-Krise wie geplant stattfinden. Darauf einigten sich die Kultusminister der Länder bei einer Telefonkonferenz. Die Prüfungen fänden zum geplanten oder zu einem Nachholtermin bis zum Ende des Schuljahres statt, soweit dies aus Infektionsschutzgründen zulässig sei.

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz begrüßte den Beschluss der Kultusministerkonferenz. Der CDU-Politiker sagte: "Unsere Kritik am einseitigen Vorgehen von Schleswig-Holstein hat gefruchtet. Wir wollen kein Notabitur." Schleswig-Holstein war von seinen Plänen abgerückt, die Prüfungen in diesem Schuljahr wegen der Corona-Krise ausfallen zu lassen.

Köpping: Schulen definitiv bis nach Ostern geschlossen

Sachsens Schüler könnten sich darauf verlassen, dass die Abiturprüfungen abgelegt werden können, hieß es. Minister Piwarz: "Derzeit gehen wir von einem geplanten Verlauf der Prüfungstermine aus. Sollte sich daran etwas ändern, werden wir alle Schülerinnen und Schüler rechtzeitig darüber informieren." Sozialministerin Petra Köpping hatte am Mittwoch angekündigt, dass die Schulen definitiv bis Ende der Osterferien geschlossen bleiben. Danach werde neu entschieden.

Unsere Kritik am einseitigen Vorgehen von Schleswig-Holstein hat gefruchtet. Der gemeinsam gefasste Beschluss der Kultusministerkonferenz zeigt, dass der Bildungsföderalismus funktioniert. Wir wollen kein Notabitur.

Christian Piwarz Kultusminister Sachsen

Das Kultusministerium wies darauf hin, dass angesichts der Corona-Krise in Sachsen bereits verschiedene Szenarien entwickelt seien, um den sächsischen Schülern keine Nachteile entstehen zu lassen. Das soll auch die Oberschüler berücksichtigen, die in diesem Jahr ihren Abschluss machen.

Wir sichern den Schülern eine der Situation angemessene Prüfungsdurchführung zu, um ihnen nach der Schule alle Wahlmöglichkeiten zu erhalten. Schulabschlüsse sind ein Leben lang vorzuweisen. Niemand soll darum fürchten, den Schulabschluss später nicht anerkannt zu bekommen – sei es von künftigen Arbeitgebern oder den Universitäten.

Kultusministerium Sachsen

In Hessen und Rheinland-Pfalz schon Prüfungen

In Hessen und Rheinland-Pfalz finden momentan bereits Abiturprüfungen unter strengen Hygienevorschriften statt. Andere Länder haben das Abi und andere Schulabschlussprüfungen verschoben.

Landeselternrat: Andere Schularten nicht vergessen

Landeselternrat Michael Gehrhardt sagte MDR SACHSEN, auch die anderen Schularten dürften angesichts der Diskussion um Abiturprüfungen nicht vergessen werden. Er forderte bei Prüfungen eine einheitliche Lösung im Freistaat. Zugleich begrüßte Gehrhardt eine bundeseinheitliche Lösung im Interesse der Schüler bei den Abiturprüfungen.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.03.2020 | 18:02 Uhr im Radioreport

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