Ohne Zettelwirtschaft Corona-Schutz: Daten von Kontaktpersonen können digital erfasst werden

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Die Erfassung und Speicherung der Kontaktdaten soll unter strengen Richtlinien des Datenschutzes erfolgen. Bildrechte: dpa

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie können ab sofort Behörden und Einrichtungen in staatlicher und kommunaler Trägerschaft kostenlos eine Online-Anwendung nutzen, um Kontaktdaten von Besuchern digital zu erfassen. Die Staatskanzlei in Dresden teilte mit, über das sächsische Beteiligungsportal könnten sich interessierte Behörden und Einrichtungen für das Verfahren anmelden. Angesprochen werden sollen etwa Museen, Theater und kommunale Sportstätten.

Es werde für die jeweilige Einrichtung eine eigene Webseite erstellt, mittels der die Besucher einfach per Smartphone ihre Telefonnummer oder E-Mail-Adresse hinterlassen können, hieß es. Das soll die Gesundheitsämter bei der Kontaktnachverfolgung im Fall von auftretenden Corona-Infektionen unterstützen.

Verweis auf Corona-Schutzverordnung

Laut aktueller Corona-Schutzverordnung besteht nach Angaben der Staatskanzlei die Verpflichtung zur Erfassung der Kontaktdaten von Besuchern, wenn der Mindestabstand in bestimmten Einrichtungen und bei Veranstaltungen nicht gewährleistet werden kann oder wenn in einzelnen Gebieten 35 und mehr Infektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen auftreten. In allen anderen Fällen können die Besucher freiwillig ihre Daten hinterlassen.

Freistaat will Datenschutz garantieren

Die im Portal erfassten Kontaktdaten werden den Angaben zufolge vier Wochen auf einem Server des Freistaates Sachsen gespeichert und anschließend gelöscht. Sollte in dieser Zeit ein Infektionsfall bekannt werden, können über eine Recherche die Personen ermittelt werden, die sich im gleichen Zeitraum wie die infizierte Person in der Einrichtung aufgehalten haben. Die Nachverfolgung veranlasse das zuständige Gesundheitsamt, hieß es. Die Kontaktdaten der ermittelten Personen würden nur an dieses Gesundheitsamt weitergegeben, so dass mögliche Infektionsketten nachverfolgt und durch geeignete Schutzmaßnahmen durchbrochen werden können. Der Sächsische Datenschutzbeauftragte habe bei der Entwicklung der neuen Anwendung mitgewirkt.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.08.2020 | 10:00 Uhr in den Nachrichten

1 Kommentar

Critica vor 9 Wochen

... können digital erfasst werden...
Soviel zum Datenschutz. Ein Klick genügt und alle Welt weiß, dass ich am XXX gelbe Säcke in meiner Gemeindeverwaltung abgeholt habe. Gruselig.

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