Unterrichtsmodell Corona-Folgen: Neun sächsische Schulen gehen in den Wechselunterricht

Lehrer und Schüler im Gesprächskreis
Die Klassen werden in einigen Schulen kleiner. Im Wechselmodell werden die Klassen geteilt - es gibt abwechselnd Homeschooling und Präsenzunterricht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Neun allgemein- und berufsbildende öffentliche Schulen in Sachsen planen aktuell einen Wechselunterricht. Das teilte das sächsische Kultusministerium auf Anfrage von MDR SACHSEN mit. Ziel ist es laut Allgemeinverfügung, in sogenannten Hochinzidenzgebieten mit mehr als 200 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner an mindestens fünf aufeinanderfolgenden Tagen die Anzahl der zeitgleich in den Unterrichtsräumen zu beschulenden Schülerinnen und Schüler zu begrenzen. Laut Ministeriumssprecher Dirk Reelfs können auch nur Schulen in den Wechselunterricht gehen, an denen mindestens ein Schüler oder Lehrer nachweislich mit dem Coronavirus infiziert ist. Die Liste der Schulen mit Wechselunterricht wird täglich online aktualisiert.

Diese Schulen sind im Wechselunterricht oder planen diesen:

  • Geschwister-Scholl-Gymnasium Löbau seit 3. Dezember
  • Christian-Weise-Gymnasium Zittau seit 3. Dezember
  • Oberschule Ebersbach ab 7. Dezember
  • Gymnasium Dresden-Bühlau ab 7. Dezember
  • Berufschulzentrum Gesundheit und Sozialwesen "K.A. Lingner" Dresden ab 7. Dezember
  • Käthe-Kollwitz-Gymnasium Zwickau ab 7. Dezember
  • Clara-Wieck-Gymnasium Zwickau ab 7. Dezember
  • G.-E.-Lessing-Gymnasium Hohenstein-Ernstthal seit 3. Dezember
  • Herder-Gymnasium Pirna seit 3. Dezember

Kein Wechselunterricht für Abschlussklassen

Ministeriumssprecher Reelfs erklärte, Wechselunterricht gelte generell immer für alle Klassenstufen mit Ausnahme der Abschlussklassen. Diese sollen ausschließlich im Präsenzunterricht den Lehrstoff vermittelt bekommen, um sich optimal auf Prüfungen vorbereiten zu können.

Wechselunterricht bedeutet in der Praxis, dass die Klassen geteilt werden. Eine Hälfte der Klasse erhält Präsenzunterricht, der andere Teil der Klasse wird für das Homeschooling mit Aufgaben versorgt und zu festgelegten Zeiten durch die Lehrkräfte kontaktiert und betreut. Reelfs räumt ein, dass dies eine erhebliche Mehrbelastung für Lehrerinnen und Lehrer bedeute. Nicht nur von der Politik, auch von den Schulen werde deshalb angestrebt, soweit möglich immer einen Präsenzunterricht aufrechtzuerhalten, sagte Reelfs. Wird doch auf vorübergehenden Wechselunterricht ausgewichen, verfahren die Schulen üblicherweise nach dem Modell einer A- und B-Woche. In einer Woche wird die eine Hälfte der Klasse an der Schule unterrichtet, in der anderen Woche dann die andere Hälfte.

Ein sogenanntes Schichtmodell an Schulen in Sachsen ist dem Ministerium den Angaben zufolge nicht bekannt. Dies würde bedeuten, dass die Hälfte der Schülerschaft vormittags und die andere Hälfte nachmittags unterrichtet würde. Gerade im ländlichen Raum würde das nicht zuletzt am Schülerverkehr scheitern, darauf hatten Schulleiter hingewiesen.

Nach Angaben des Kultusministeriums sind aktuell von 1.374 öffentlichen Schulen aktuell (Stand 3. Dezember) vier wegen Corona-Fällen geschlossen.

Quelle: MDR/lam/dl

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 03.12.2020 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

Alterweg vor 7 Wochen

Der Linke der die Lister der Schuhlen im Wechselmodell weiter leiten soll, leitet zur Corono-Schutz-Verordnung weiter. Da stimmt was nicht.

Außerdem ist von dem Hotspot-Landkreis Bautzen keine Schule dabei? Das kann nicht stimmen! Meine Kinder haben seit dem 1.12. am Melanchton-Gymnasium in Bautzen wochenweise Unterricht! Diese Schule ist hier nicht aufgeführt.

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