30.03.2020 | 15:27 Uhr Sachsen will Ausgangsbeschränkungen verlängern - Wochenmärkte wieder offen

Corona Chemnitz Ausgangsbeschränkung
Bildrechte: Harry Härtel

Nach Bayern wird vermutlich auch der Freistaat Sachsen die Dauer der Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie verlängern. Das Kabinett wolle die bislang geltende Allgemeinverfügung am Dienstag in eine Rechtsverordnung überführen, kündigte Innenminister Roland Wöller (CDU) am Montag in Dresden an. Dies biete mehr Rechtssicherheit.

Sachsen fährt wegen Corona runter - was geht, was geht nicht?

Sachsen hat seine Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus verstärkt. Inzwischen sind weitere Geschäfte und Einrichtungen für Besucher geschlossen.

Grafik mit einer Übersicht zu den Ausgangsbeschränkungen in Sachsen
Bildrechte: MDR/panthermedia
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Kretschmer: Kein Grund zur Entwarnung

Als voraussichtliche Gültigkeitsdauer der Verordnung nannte Wöller den 20. April. Die am 22. März erlassenen Beschränkungen sollten zunächst nur bis 5. April gelten. "Die Lage ist weiter ernst und es gibt keinen Grund zur Entwarnung", sagte Wöller. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) erklärte, ob die bislang ergriffenen Maßnahmen fruchteten, "werden wir Ostersonntag wissen". Es sei wichtig, "sich auf einen längeren Zeitraum einzustellen", betonte er und ergänzte: "Wir sollten keine falschen Hoffnungen nähren."

Bayern und Sachsen folgen damit auch der bundesweiten Regelung, wonach das Ende der Osterferien als Zeitpunkt gilt, um über eine mögliche Lockerung zu entscheiden.

Wenn wir mit den Maßnahmen erfolgreich sind, wenn die Zahl der Neuinfektionen stabil bleibt auf einem Niveau, was verträglich ist, dann wissen wir, dass wir das mit dem jetzigen Instrumentenkasten erreicht haben.

Michael Kretschmer Ministerpräsident Sachsen

Bis Montagmittag haben sich im Freistaat laut Wöller 1.930 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das sind 114 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle liegt jetzt bei elf. Ein neuer Fall wurde aus Dresden gemeldet, wo es jetzt drei Tote gibt.

Lockerung bei Wochenmärkten

Landwirtschaftsminister Wolfram Günther (Grüne) kündigte nach der flächendeckenden Schließung der sächsischen Wochenmärkte in der vergangenen Woche Lockerungen an. Mobile Verkaufsstände sollen ab Wochenmitte wieder öffnen dürfen. Voraussetzungen sind demnach unter anderem, dass nur Lebensmittel und Tierbedarf angeboten wird und die Stände so aufgestellt werden, dass zwischen den Kunden ein Mindestabstand von zwei Metern garantiert ist. Die Märkte "sollen keine Begegnungsorte mehr sein, sondern Einkaufs- und Verkaufsmöglichkeiten", betonte Günther.

Mit der Regelung geben wir regionalen Produzenten und Direktvermarktern eine Perspektive. Zudem ist die Regelung ein Beitrag zur Sicherung der Lebensmittelversorgung. Denn wenn regionale Produzenten jetzt verkaufen können, säen und pflanzen sie auch weiter. Das sichert uns Ernten im weiteren Jahresverlauf.

Wolfram Günther Landwirtschaftsminister Sachsen

Freude bei Direktvermarktern

Bei den Direktvermarktern wurde die Lockerung am Montag mit großer Freude aufgenommen. Molkereimeisterin Katrin Seiffert vom Rößler Hof in Burkhardtsdorf sagte MDR SACHSEN: "Wir sind total erleichtert und freuen uns, dass die Vernunft gesiegt hat. Wir freuen uns, dass wir ab Mittwoch wieder auf dem Markt sind. Und unsere Kunden freuen sich mit." Das Thema Kurzarbeit sei damit wahrscheinlich vom Tisch, so Seiffert.

Quelle: MDR/dk/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 30.03.2020 | 19:00 Uhr

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