Pandemiebekämpfung Corona: Keine Maskenpflicht, dafür Vier-Stufenplan für Sachsens Schulen

Auf einem Steinfußboden ist mit Pflaster ein gelber Pfeil geklebt worden, der den Weg zur Toilette einer Schule weist. Der Pfeil ist eine Markierung in der Tirebischtalschule in Meißen in Coronazeiten.
Aufklebte Pfeile gehören seit Ausbruch der Corona-Pandemie in Geschäften, öffentlichen Einrichtungen und auch Schulen fast schon zum Standard. So sollen sich die Menschen auf Abstand halten können. Bildrechte: MDR/Kathrin König

Mit einem Vier-Stufen-Plan gegen die Ausbreitung des Coronavirus will Sachsen in das neue Schuljahr starten. Das kündigte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Montag an. Ziel sei es, dass das neue Schuljahr am 31. August im "Normalbetrieb unter Pandemiebedingungen" beginnt, nach den geltenden Stundentafeln und Lehrplänen.

Lokale Ausbrüche schnell eindämmen

Angesichts weiter geringer Infektionszahlen sei eine generelle Maskenpflicht für Schulen im Moment unnötig, so der Minister. Die Schulen sollen eigenverantwortlich über das Tragen von Masken außerhalb des Unterrichts, auf den Fluren oder dem Schulhof entscheiden.

Der Vier-Stufen-Plan enthalte jeweils Maßnahmen bei bis zu 20, bis zu 35, bis zu 50 oder mehr Neuinfektionen, um bei lokalen Ausbrüchen in Schule oder Kita Infektionsketten schnell zu unterbrechen und Schließungen zu vermeiden oder zu begrenzen. Im Quarantänefall sollen Schüler Lernaufgaben für zu Hause erhalten.

Christian Piwarz, Kultusminister Sachsen
Bildrechte: MDR/Sächsische Landesregierung

Auch in Zukunft kann es zu Corona-Infektionen an Schulen und in Kitas kommen. So ehrlich und realistisch müssen wir sein.

Aber Schulen und Kitas stellen kein größeres Risiko als andere Bereiche des öffentlichen Lebens dar. Schulschließungen können nur die absolute Ultima Ratio sein, wenn Infektionszahlen keine anderen Schritte zulassen.

Christian Piwarz Kultusminister Sachsen

Studie belegt psychische Belastung

Kultusminister Piwarz sah sich nach einer neuen Studie der Universität Leipzig mit Sachsens Entscheidung für die Schulöffnung im Mai bestätigt und damalige Vorwürfe der "Unverantwortlichkeit" widerlegt. Die Studie hatte ergeben, dass keine der mehr als 2.000 Testpersonen - Schüler und Lehrer - infiziert war. Zudem gaben die Befragten an, unter den Schulschließungen psychisch zu leiden.

Piwarz appelliert an Solidarität

Landesweit infizierten sich bisher 5.543 Menschen mit Sars-CoV2, die Zahl der Fälle erhöht sich seit Wochen nur geringfügig - Piwarz hofft, dass das trotz Urlaubsrückkehrern so bleibt. "Wir sind gut vorbereitet auf den Schuljahresstart, aber wir schauen auch auf das, was um uns herum passiert", sagte der Minister.

Piwarz appellierte, sich an die Regeln zu halten, solidarisch zu sein. "Es hängt am Verhalten von uns allen, ob Kinder betreut und beschult werden können."

Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 03.08.2020 | 19:00 Uhr

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