Christian Hartmann
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Wahl gewonnen Hartmann neuer Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion

Die Landtagsfraktion der CDU hat einen neuen Vorsitzenden gewählt. Der Wunschkandidat von Ministerpräsident Kretschmer konnte die Wahl allerdings nicht für sich entscheiden.

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Die CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag hat Christian Hartmann zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. 32 Abgeordnete stimmten für den 44 Jahre alten Innenexperten, der seit 2009 Mitglied im Sächsischen Landtag ist. Hartmann setzte sich damit gegen den früheren Justizminister und aktuellen Ausländerbeauftragten Geert Mackenroth durch. Für den Wunschkandidaten von Ministerpräsident Michael Kretschmer stimmten 24 Abgeordnete. Hartmann stammt aus Sachsen-Anhalt, war bei der Bundespolizei und in der Polizeiausbildung im Freistaat tätig. Er hatte seinen Hut selbst in den Ring geworfen.

"Ich stehe vor und hinter dem Ministerpräsidenten", erklärte Hartmann nach seiner Wahl im Landtag. Die Fraktion unterstütze "ganz klar" ihn und die Regierung. Gleichzeitig betonte der 44-Jährige, dass die Fraktion durchaus mit einem eigenen Profil erkennbar sein wolle. "Ich werde ganz klar darauf achten, dass die CDU-Fraktion in allen Entscheidungen von Beginn an eingebunden sein wird." Anders als Kretschmer hat der neue Fraktionschef die Frage einer Koalition mit der AfD nach der Landtagswahl offen gelassen. An Spekulationen beteilige er sich nicht, sagte er. Er machte aber auch klar: "Die AfD ist unser politischer Hauptgegner." Kretschmer lehnt Koalitionen mit der AfD kategorisch ab.

Vorgänger Kupfer leidet unter Depressionen

Der bisherige Fraktionschef Frank Kupfer war aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz vor knapp zwei Wochen erklärte er, er leide seit drei Jahren an Depressionen und sei in ärztlicher Behandlung. Vier Jahre war Kupfer an der Spitze der CDU-Fraktion.

Reaktionen zur Wahl des neuen Fraktionsvorsitzenden

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU): "Diese Geschlossenheit in dieser Fraktion, die man merkt, das freut mich, das ist eine gute Ausgangsvoraussetzung für die nächsten Monate, die anstrengend werden."

Wolfram Günther, Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Sächsischen Landtag: "Ich bin erschrocken über die fehlende Absage des neuen CDU-Fraktionsvorsitzenden an eine Koalition mit der AfD. Herr Hartmann hat mit seinen Aussagen deutlich gemacht, dass sich die CDU-Fraktion weiter nicht klar von der AfD abgrenzen wird."

Was macht eigentlich ein Fraktionsvorsitzender? Der Fraktionsvorsitzende vertritt unter anderem die Interessen der Fraktion gegenüber der Landesregierung. Zudem sitzt er in entscheidenden Verhandlungsrunden als "Oberverhandler" mit am Tisch und vertritt dort die Ziele seiner Fraktion.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.09.2018 | 16:00 Uhr in den Nachrichten

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Zuletzt aktualisiert: 26. September 2018, 10:13 Uhr

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23 Kommentare

27.09.2018 16:07 DER Beobachter @ roca remeed 23

Und was ist mit den anderen weit mehr als 1/5, die Sie uns gerade mal wieder zu unterschlagen versuchen? Okay, für die Sachsen-AfD wirds noch nicht eng, die sind sakrosankt, egal wie sehr sie mit Nazis zusammenarbeiten. In anderen Bundesländern siehts da schon anders aus und immer mehr machen sich Gedanken zur Beobachtung. Das hat sicher Gründe...

27.09.2018 12:25 roca remeed 22

@ 21: Tja, Beobachter, das genau ist ja Ihr Dilemma! Man kann nicht vom "Hochhalten" demokratischer Prinzipien tremolieren und diese gleichzeitig für die parlamentarische Vertretung von 1/5 der Wählerschaft durch frei erfundene Kriterien beschneiden! Demokratie heißt schlicht und ergreifend, dass die Macht und die Regierung vom Volke auszugehen haben. Von exklusiver Parteienherrschaft kann da genau so wenig die Rede sein, wie von nebulösen Verteilungen ideologischer Prädikate nach Gutsherrenart. Nichts anderes ist nämlich die eigenmächtige Kanonisierung "tatsächlich demokratischer Parteien"! Sie können sicher sein - wenn die AfD verfassungswidrig agieren würde, wäre sie längst verboten. Darauf wartet die politische Konkurrenz doch nur. Und was da "speziell bei der Sachsen-AfD eng" sein soll, müssen Sie schon ausführen, wenn´s nicht Plattitüde oder lächerlich sein soll, wie ihre trolligen linguistischen Auslassungen zu Mustermann. Kurz: Hartmann muss keine "Ansage" machen!

27.09.2018 00:55 DER Beobachter @ "Max Mustermann" + "roca remeed" 21

Schon recht. Koalitionsverhandlungen sollte mit jeder Partei möglich sein, die Prinzipien des demokratischen Rechts-und Verfassungsstaates hochhält. Da wirds allerdings speziell bei der Sachsen-AfD eng, und eine solche Ansage gabs bei Hartmann zu den tatsächlichen demokratischen Parteien jenseits des Koalitionspartners (Grüne, FDP) jedenfalls noch nicht... Werter Max Mustermann et.al.: es amuesiert mich masslos, wenn Rechtsgerichtete den Umlaut ä zu ae machen, um dadurch voelkischer, also toitscher zu wirken. Unsere Umlaute ä, ö, ü sind seit ueber 400 Jahren Alleinstellungsmerkmale unser deutschen (aeh toitschen) Sprachkultur...

26.09.2018 19:41 GEWY38 20

@ Torsten Hagen, nun erzählen Sie mir bitte einmal mit welchem Mitteln die AfD die breite Masse manipuliert (Manipulation im wahrsten Sinne des Wortes). Ich bin überhaupt kein Anhänger der AfD, aus nämlich dem einfachen Grund, weil diese nichts, aber auch überhaupt gar nichts anzubieten hat. Die AfD haut ab und zu einen meist unappetitlichen Brocken in den Ring, dem die politischen Gegner meist nur mit Beschimpfungen begegnen (Talkshow, Nachrichten, Bundestag). Das stärkt diese Partei. Die brauchen gar nichts zu manipuliere Der beste Wahlkämpfer für die AfD ist Planlosigkeit und Passivität der etablierten Parteien im Auftreten gegenüber dieser Partei. Und dieses gewollte laufende Provozieren der AfD sichert ihr auch die entsprechende Medienpräsenz. Beste Beispiel Chemnitz. Die haben sich aufgestellt zum "Trauermarsch", konnten vielleicht 150m laufen, dann musste der Zug wegen Gegendemonstranten aufgelöst werden. Es wurde nichts erreicht, aber Höcke & Co waren tagelang in den Medien.

26.09.2018 18:58 NN 19

Jeder darf seine Meinung sagen, wenn aber ein Vertreter der 5,7% Partei sich erschrocken darüber zeigt, dass eine demokratisch gewählte Partei sich nicht der Zusammenarbeit mit einer anderen demokratisch gewählten Partei kategorisch verweigert, dann zeugt das nicht gerade von einem Verständnis für die Demokratie.

26.09.2018 15:17 Torsten Hagen 18

Guten Tag,
wenn sich also der neue CDU Fraktionschef eine Koalition mit der AFD vorstellen kann, scheint dies doch nur eine Art der Prostitution auf politischem Niveau zu sein. Leider fehlen mir hierzu jegliche Worte, offensichtlich hilft dann nur noch auswandern. Im weltpolitischen Geschehen und im Rahmen der Demokratie verliert unser Land sein Gesicht, auch wenn die AFD vermeintlich sich wandeln möchte. Im Kern sind es immer noch die selben Menschen, welche versuchen, mit jeglichen Mitteln die breite Masse zu manipulieren und das gelingt offensichtlich sehr gut. Hier hat leider keiner dazu gelernt.

26.09.2018 13:23 Max Mustermann 17

Wollen Sie die Oeffentlichkeit
für dumm verkaufen
Herr CDU-Fraktionsvorsitzender.
Selbstverstaendlich sollte man
Buendnissen mit aller Parteien
offen gegenueber stehen.
Warum muss man das betonen
oder ist es etwa nicht Ernst
gemeint?
Der damit eroeffnete Wahlkampf
2019 traegt groteske Zuege.

26.09.2018 12:47 Werner 16

@09:27 Leipzig 14: Politiker sind auch nur Menschen, und nicht jeder hat eine "Topweisse Weste" - da gibts ne ganze Menge, bei denen "Schwarze Flecken" glänzen, oder eine bildlich-buchstäbliche "Leiche im Keller" liegt. Der Unterschied ist nur, ob es der Falsche ist oder Richtige ist, den/die es betrifft. Bei den Einen wird der Fleck hochgehypt - bei den Anderen die Leiche bildlich tiefer verbuddelt, oder komplett "verschwinden gelassen" (vor paar Tagen schriftlich bei Wikipedia). Aufschlussreich, wie manche Leute immer wieder zweierlei Maß verwenden. Das wird immer peinlicher. Manchmal gibts bei Steuervergehen mit oder ohne "Bonus" garnichts, oder 2 Jahre - bei Unfall mit tödlichem Ausgang manchmal nur 90 Tagessätze. Gleichzeitig bietet sich aktuell eine zündende Idee für alle Obdachlosen an. Mit einer einzigen Armbewegung ist das "Zuhause" für mindestens 1/2 Jahr sicher- im Schnellstverfahren zu 100%, und bevorzugt ab Oktober- für das Winterhalbjahr sehr zu empfehlen. Kleiner Scherz.

26.09.2018 11:54 Martin Vomberg 15

"CDU-Fraktionschef Hartmann schließt künftige Koalition mit AfD nicht aus"

Diese Rechnung wird nicht aufgehen, Herr Hartmann, es sei denn, sie wollen nächstes Jahr als Juniorpartner unter der AfD enden. Viele potentielle, gemäßigte CDU-Wähler werden sich jetzt erst recht von der Partei abwenden und lieber "auf Nummer sicher" gehen, und ihre Stimme einer anderen Partei geben. Und ehemalige CDU-Wähler, die schon heute AfD wählen, werden ohnehin weiter das Original wählen. Der Offenbarungseid des Herrn Hartmann zeigt jedoch vor allem, dass die halbherzigen Abgrenzungsversuche von MP Kretschmann in Bezug auf Rechts reine Lippenbekenntnisse und bloße Augenwischerei sind. Die komplette Unterwerfung unter die AfD ist auch schon in der Sachsen-CDU längst in vollem Gange! Na, dann viel Spaß beim politischen Harakiri!

26.09.2018 09:27 Leipzig 14

War das nicht der Polizist der vor 2 Jahren unter Alkohol einen Unfall baute ? Glückwunsch zum Vorsitz in der Fraktion der CDU . Solche leuchttürme braucht das Land . Nun ist ja die Richtung klar für 2019. Sachsen wird das erste Bundesland mit einer CDU und AfD Koalition. Glückwunsch Herr Ministerpräsident für das Versagen der CDU

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