Landesparteitag in Neukieritzsch FDP Sachsen sagt AfD und Grünen den Kampf an

Die sächsischen Liberalen haben auf einem Landesparteitag in Neukieritzsch die Weichen für die Landtagswahl gestellt. Erklärtes Ziel: Die FDP, derzeit außerparlamentarisch, will wieder mitregieren.

FDP Sachsen - Landesparteitag in Neukieritzsch
Holger Zastrow will mit seiner FDP wieder in den Landtag. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eine Stunde lang schwor Sachsens FDP-Parteichef Holger Zastrow die Delegierten mit einer kämpferischen Rede auf den kommenden Wahlkampf ein. In genau einem Jahr sitze die FDP wieder in der Landesregierung, das zumindest sei das Ziel, so Zastrow. "Und ich habe mir wirklich vorgenommen, dass wir diese Scharte, die wir uns 2014 aus eigenen Fehlern, aus eigener Unprofessionalität, aber natürlich auch auf Grund der damaligen Umstände, die uns ungünstig getroffen haben, dass wir diese Scharte auswetzen."

Die Liberalen müssten zulegen, besser werden, so der 49-Jährige. Denn die FDP sei die Alternative zur Alternative.

FDP Sachsen - Landesparteitag in Neukieritzsch
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wenn wir verhindern wollen, dass Leute in diesem Land mehr Bedeutung bekommen, Kräfte, die in diesem Land diese Bedeutung nicht haben sollten, müssen wir besser werden.

Ein überproportional starkes FDP-Ergebnis ist die Garantie dafür, dass die AfD in diesem Land nichts zu sagen hat.

Holger Zastrow FDP-Parteichef Sachsen

Generalkritik an Landes- und Bundesregierung 

Zuvor hatte sich Zastrow an der Landesregierung abgearbeitet. Sie habe keinen Plan, habe weder Visionen noch Ideen und hechele den Entwicklungen lediglich hinterher. Auch die Große Koalition in Berlin nahm er ins Visier. Diese halte nur noch die Angst vor Neuwahlen zusammen. Und die Grünen seien nicht hipp, sondern nach wie vor die Verbotspartei, so der 49-Jährige und kündigte an, die Grünen "bis  auf´s Messer zu bekämpfen". 

FDP Sachsen - Landesparteitag in Neukieritzsch
Der Landesparteitag wurde in Neukieritzsch abgehalten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ein Gegenkandidat wirft seinen Hut in den Ring

Zastrow  hat sich zum vierten Mal für die FDP-Spitzenkandidatur zur Landtagswahl beworben. Einziger Gegenkandidat: der Chemnitzer Wismut-Mann Tobias Segieth. Der gelernte Industriemeister für Elektrotechnik ist erst seit einem Jahr FDP-Mitglied. Er wünsche sich mehr als die Autofahrer- und Wirtschafts-FDP, begründete der 36-Jährige seine Kandidatur.

FDP Sachsen - Landesparteitag in Neukieritzsch
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ich bin der Meinung, dass die sozialen Gesichtspunkte, die wir oft haben, in der Kommunikation ins Hintertreffen geraten. Ich mache mich dafür stark, dass sich das wandelt.

Wir sind stark aufgestellt, gerade in diesen Themenbereichen und es wäre schade, wenn es bei den Leuten nicht ankommt.

Tobias Segieth Kandidat für FDP-Spitzenkandidatur

Segieth nutzte den Parteitag, um sich der Basis vorzustellen. Er wirkte dabei aber eher blass. Im Dezember entscheiden die FDP-Mitglieder erstmals per Briefwahl, wer das Rennen um die Spitzenkandidatur macht - Zastrow oder Segieth. Der Großteil der Delegierten blickt inzwischen zuversichtlich auf die Landtagswahl im kommenden September, wie eine Umfrage von MDR SACHSEN ergeben hat.

Die sächsische FDP ist 2014 an der 5-Prozent-Hürde gescheitert und aus dem Landtag geflogen. Inzwischen liegen die Liberalen in Umfragen wieder bei fünf bis sieben Prozent.

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 03.11.2018 | 19:00 Uhr

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21 Kommentare

04.11.2018 20:57 waldemar siegert 21

zastrow soll sich um die hofewiese kümmern, ist derzeit wie dei fdp, große schnauze wenig ergebnis. und die fdpregiert nie weider in sachsen und nie wieder in dresden. versprochen.

04.11.2018 16:51 Paulchen 20

Die FDP möchte wieder mitregieren? In einer Viererkoalition? Dass gewonnenen Stimmen zu Lasten der CDU gehen, sollte den Herren (Frauen sehe ich kaum) doch klar sein!

04.11.2018 13:48 Olivier 19

Meine Meinung dazu ist,
eine Partei die zu den Landtagswahlen 2014 in Sachsen
"satte" 3,8 % einfuhr, sagt anderen Parteien den "Kampf" an?
Kämpfen gegen Andere, statt für die Menschen in Sachsen einzutreten, scheint bei den etablierten Parteien noch im Kurs zu stehen.
Gibt man sich kämpferisch, ist man attraktiver für die Wähler?

FDP "für den Profit" der Name ist Programm.....
Nicht wählbar, für die normale arbeitende Bevölkerung!

04.11.2018 13:30 Wagner 18

Laut diesem Artikel will auch die FDP eine Alternative sein. Dabei ist man in erster Linie Interessenvertreter von Unternehmen.

04.11.2018 12:45 Monika 17

Mitregieren will also die FDP. Da lachen doch die Hühner.

Horst Seehofer sagte doch wie regiert wird: „Diejenigen, die entscheiden sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.“

04.11.2018 11:46 Unrasiert in Schiesser-Feinripp 16

Vor denen werden den
Pegida-Brüllern ganz
sicher nicht die
Hosen schlottern.

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04.11.2018 11:13 Sachse43 15

Man kann nur hoffen, daß die FDP dort bleibt, wo sie derzeit ist.

04.11.2018 10:30 Rotkäppchen und der Wolf 14

@Peter 4: Das ist ja immer der Trick an der Sache. Diejenigen, die sich immer und überall angeblich für Arbeitnehmerrechte, und sich dabei mit dem im Namen "Sozial" und "Demokratisch", angeblich für die Sorgen der Kleinen Leute einsetzen, haben in ihrer Regierungszeit mit GRÜN, die Gesetze eingeführt, die JETZT mit voller Wucht die Masse derer treffen, für sie sie sich angeblich eingesetzt haben. Für die Aufzählung aller "guten Taten" reicht der Kommentarbereich nicht. Ein Beispiel: Die Verrechnung ausländischer Verluste mit inländischen Gewinnen = Arbeitsplatzabbau & Verlagerung auf Steuerzahlerkosten. "Die Anstalt" vom ZDF durfte sich in ihrer letzten Ausgabe mit Mietern, Vermietern und Steuern beschäftigen. Was die nicht genannte Partei an Schaden angerichtet hat, reicht für mindestens 500 Jahre, und "die hart Getroffenen" quittieren es in Masse mit Nicht(mehr)wahl.

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04.11.2018 09:54 Sachse43 13

Man kann nur hoffen, daß die FDP dort bleibt, wo sie derzeit ist.

04.11.2018 08:58 Sven Wolf 12

Parteien "bekämpfen" sieht euch ähnlich. Die Bürger dieses Landes, wählen nicht nur aus lieber Langeweile, oder wie oft fälschlicherweise behauptet, aus Protest. Ich muß aber sagen, daß Grüne zu wählen, ein gewisses Maß an Respektlosigkeit gegenüber unserem Land voraussetzt.

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