Landtag Sachsen ordert neuen Zaun gegen Wildschweine

Schweinepest
Bildrechte: MDR/LN

Der Freistaat Sachsen hat die ersten 25 Kilometer eines stabileren Wildschweinzauns erhalten. Sozialministerin Petra Köpping sagte in einer aktuellen Debatte im Landtag, der Festzaun aus Bayern solle den 128 Kilometer langen elektrischen Flatterzaun entlang der Grenze zu Polen an einigen Stellen verstärken.

"Derzeit verhandeln wir mit den Eigentümern der Flächen, die sagen müssen, ja, ihr könnt den Zaun bei uns aufstellen", sagte Köpping. Sie forderte vom Bund eine gesetzliche Regelung, wonach die Behörden das nicht nur in einem ausgerufenen Krisengebiet, sondern auch präventiv tun dürfen, ohne von jedem Flächeneigentümer erst die Zustimmung einholen zu müssen. Der Freistaat werde den Besitzern auch eine Entschädigung anbieten. Eine genaue Summe nannte Köpping nicht.

Schweinepest
Der Festzaun soll den bisherigen Flatterzaun an der Grenze zu Polen verstärken. Bildrechte: MDR/LN

900.000 Euro für Zaun und Wartung

Nach Angaben der Ministerin haben die bisherigen Maßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest rund 900.000 Euro gekostet. Dazu zählten unter anderem der bisherige Schutzzaun und dessen Wartung. "Wir sind noch in der Phase, keinen Krisenstab einberufen zu müssen. Allerdings steht die Staatsregierung in permanentem Kontakt mit den Behörden der Landkreise Görlitz und Bautzen", so Köpping.

Die Afrikanische Schweinepest hatte sich zunächst in Ländern Osteuropas ausgebreitet, unter anderem in Polen. Vor drei Wochen war das erste infizierte tote Wildschwein in Brandenburg gefunden worden. Am Mittwoch bestätigte das Verbraucherschutzministerium in Potsdam erstmals einen nachgewiesenen Fall außerhalb des bisherigen Kerngebietes. Demnach wurde das Tier am Sonntag im Landkreis Märkisch-Oderland von einem Jäger erlegt. Die Tierseuche ist für den Menschen ungefährlich, für Wild- und Hausschweine aber tödlich.

Quelle: MDR/jkm


Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 30.09.2020 | 15:00 Uhr in den Nachrichten

0 Kommentare

Mehr aus der Landespolitik

Mehr aus Sachsen