Debatte im Landtag Diskussion über Gemeinschaftsschulen

Es ist schon fast eine Tradition: Jedes Jahr nimmt die Linke-Fraktion im Landtag den holprigen Schuljahresstart verbal unter Beschuss. Am Mittwoch wurde aus dieser Debatte ein Streit über die Gemeinschaftsschule.

von Beate Dietze

Seit Jahren kämpft die Linke für das längere gemeinsame Lernen in den Schulen - inhaltlich unterstützt von den Grünen und der SPD. Am Samstag startet dazu die Unterschriftensammlung für einen Volksantrag. Vor diesem Hintergrund zitierte die Bildungspolitikerin der Linken, Cornelia Falken, aus einer repräsentativen Umfrage der Fraktion: "66 Prozent der sächsischen Bevölkerung sagt, sie möchten das längere gemeinsame Lernen. Und 60 Prozent der CDU-Wähler wollen das auch. Sie sollten einmal darüber nachdenken, wie sie hier ihre Wähler verprellen."

Doch Patrick Schreiber von der CDU verwies auf entsprechende Schulversuche in Hamburg und Baden-Württemberg, die - so Schreiber wörtlich - zu chaotischen Zuständen geführt hätten. "Wer in der jetzigen Zeit, in irgendeiner Art und Weise, das Schwert, das Messer oder das Beil oder sonst irgendwas an die Schulstruktur legt, der spielt mit der Zukunft unserer Kinder im Freistaat Sachsen."

Anders SPD-Bildungsexpertin Sabine Friedel. Sie lobte Gemeinschaftsschulen im Zusammenhang mit jahrgangsübergreifendem Unterricht, um die kleinen Schulen auf dem Land am Leben zu erhalten oder neu zu etablieren. Kritisch äußerte sich Friedel dagegen zu dem Oberschul- und Gymnasialsystem im ländlichen Raum, dass in voller Kapazität von der 5. bis zur 12. Klasse überall aufrecht erhalten werde. Sachsen leiste sich damit einen sehr ineffizienten und teuren Einsatz von Ressourcen, "und das führt natürlich dazu, dass die Schulwege zu jeder einzelnen der beiden Schularten doppelt so lang werden, weil wir die Schule nicht zusammen haben. Das ist ein ganz pragmatischer Zugang, um sich zu überlegen, wie kann ich Kindern mehr Zeit für Bildung geben, indem ich ihnen den Schulweg reduziere."

Doch Kultusminister Christian Piwarz erteilte dem - wie seine Amtsvorgänger auch - eine klare Absage. Was Sachsen brauche, sei Kontinuität im Schulsystem und keine Experimente "je nach Legislatur", so der Minister nach einer hitzigen Debatte.

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.09.2018 | 18:05 Uhr

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2018, 11:51 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

Mehr aus der Landespolitik

Mehr aus Sachsen