24.10.2019 | 14:15 Uhr Linke in Sachsen wollen mit neuer Führung kompletten Neuanfang

Sachsens Linke streben nach der Schlappe zur Landtagswahl einen radikalen Neuanfang an und wollen das mit einer neuen Führung schaffen. Nach einem Parteitag Mitte November in Dresden soll ein Führungsduo die bisherige Parteichefin Antje Feiks ablösen. Feiks sagte am Donnerstag, das Wahlergebnis vom 1. September stecke allen noch in den Knochen. Die Linken hatten bei der Wahl nur 10,4 Prozent der Stimmen erhalten. Die Zahl ihrer Abgeordneten im Landtag reduzierte sich damit von vormals 27 auf 14. Oppositionsführer ist nun die AfD, die mit 38 Abgeordneten im Parlament vertreten ist.

Feiks: Zu viel innerparteilicher Streit

Feiks konstatiert: "Wir haben zu viel Energie darauf verschwendet, innerparteiliche Auseinandersetzungen zu führen." Darunter habe die Außenwirkung der Partei gelitten. Es sei nicht gelungen, sich als "kämpferische Stimme des Protestes gegen Kapitalismus" oder als Partei der Kümmerer zu präsentieren. Die 40-Jährige behält ihr Mandat im Parlament und will sich fortan vor allem mit Problemen im ländlichen Raum befassen.

Als Führungsduo treten Susanne Schaper und Stefan Hartmann an. Das teilten die Linken vor zwei Tagen mit. Landesgeschäftsführer Thomas Dudzak will seinen Posten gleichfalls räumen und als Schatzmeister des neuen Landesvorstand kandidieren. Für seine Nachfolge bewirbt sich die frühere Landtagsabgeordnete Janina Pfau.

Doppelspitze für verschiedene Sichtweisen

Hartmann ordnete die Schlappe in eine ganze Serie bundesweiter Niederlagen der Linken in den vergangenen zehn Jahren ein. Die Partei habe nicht nur ein sächsisches Problem. Allerdings müsse man sich schon an die eigene Nase fassen und eigene Defizite und Probleme in den Vordergrund stellen. Die Linken müssten künftig die 90 Prozent ihrer Gemeinsamkeiten zur Grundlage ihres Handels machen und die zehn Prozent ihrer Differenz darüber hinaus produktiv machen. Schaper zufolge gehe es darum, alle Themen unter den Blickwinkel der sozialen Frage zu stellen. Es gelte die Kapitalismuskritik in den Vordergrund zu rücken, aber mit andere Methoden als bisher. "Wir müssen authentischer werden."

Eine Doppelspitze könne unterschiedliche Sichtweisen einbringen und dafür sorgen, dass Unterschiede nicht nur in Hinterzimmern besprochen werden, hieß es.

Quelle: MDR/lam/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24.10.2019 | 14:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2019, 14:15 Uhr

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