Das sagen die MDR SACHSEN-Nutzer Höchste Zeit oder totaler Quatsch? Die Meinungen zur Frauenquote in Sachsen

Frauen lernen und studieren genau wie Männer. Doch blickt man auf die Karriereleitern, dann stehen in vielen Bereichen Männer ganz oben. Frauen arbeiten in Chefpositionen sind immer noch selten. Brauchen wir doch eine Quote? Das hat MDR SACHSEN seine Nutzer gefragt. Und obwohl sich viele für Gleichberechtigung ausprachen, waren sie gegen offizielle Frauenquoten.

Drei blaue Stühle mit einem Zettel Herr und ein pinker Stuhl mit einem Zettel Frau stehen in einem Konferenzraum
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Wir brauchen keine Frauenquote. Ich möchte keinen Posten als Quotenfrau haben.

Daniela Hofmann aus Freital

Diese klare Meinung schickte Daniela Hofmann aus Freital an MDR SACHSEN. Sie plädiert dafür, dass Frauen selbstbewusster werden müssten. Und: "Die Männer müssen alte Klischees ablegen. Das muss schon Jungs von ihren Eltern beigebracht werden", meint sie.

Gegenteiliger Meinung ist Monika Zetzsch, ebenfalls aus Freital. Sie blickt auf die Wirklichkeit in Politik und Wirtschaft und stellt fest: "Die meisten Männer - meist aus westlichen Gefilden - sind gewohnt, auch durch den Glauben, dass sie über den Frauen stehen. Das ist leider auch noch die Wirklichkeit!"

Deshalb brauchen wir leider die Quote!

Monika Zetzsch aus Freital

Die Sächsin schätzt, dass es noch eine geraume Zeit dauern werde, bis "jeder Mann akzeptiert, das Frauen auch ein 'Gehirn' haben und was zu leisten im Stande sind".

Ebenfalls klare Worte hat eine Rochlitzerin gefunden, die schreibt:

Ich hab das ohne Quote geschafft. War alleinstehend mit Kind.

Renate Gotthard MDR-Nutzerin aus Rochlitz

Sie ist gegen eine Frauenquote, weil "wir Gleichberechtigung haben, müssen sich Frauen durch gute Leistungen durchsetzen." Ganz anders argumentiert ein MDR-Nutzer aus Seiffen im Erzgebirge:

Frauen werden schon immer diskriminiert, vielleicht wäre es an der Zeit Frauen mehr Mitspracherecht einzuräumen.

MDR-Nutzer Leufert aus Seiffen

Zur Begründung wird angeführt: "Frauen haben viel mehr Einfühlvermögen und andere Qualitäten."

Auf jeden Fall braucht Deutschland eine Frauenquote. Leider sind noch immer zu wenig Frauen in Führungsetagen vertreten, vor allem in von Männern dominierten Berufen.

Nutzerin S. aus Leipzig

Nach Meinung der Leipzigerin wäre die Gesellschaft auch sicherlich sozialer, wenn Frauen mehr das Sagen hätten. "Denn Frauen sind weniger aggressiv, haben mehr Empathie und wissen wohl mehr, wie man Beruf und Familie in Einklang bringt."

Gegen eine Quote spricht sich dagegen diese Chemnitzerin aus:

Die Mädchen und Jungen müssen selbst entscheiden, was sie mit ihrem Leben anstellen wollen.

Angelika Schoob aus Chemnitz
Ampelmännchen und Ampelfrau
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Gesellschaftliche Arbeitsteilungen und Spezialisierungen würden weiter voranschreiten. "Ich finde große Klasse, dass zunehmend junge Elternpaare darüber nachdenken, welches Rollenverhalten sie ihren Kindern von klein auf anerziehen wollen, sollen und können - biologische, ökonomische und soziale Voraussetzungen sind notwendig - Befähigungen, Charaktereigenschaften usw." Das kann nach Angelika Schoobs Meinung nach keinerlei Quote regeln wollen oder sollen.

In dem Zusammenhang schlägt sie vor, dass möglicherweise auch ein Papst im 21. Jahrhundert "Korrekturen im 3000 jahre alten Gedankengebäude überdenken" sollte.  

Im Moment sehe ich die Kampagne zur Frauenquote schlicht und einfach als Stimmenfang der initierenden Parteien an.

Hartwig Hübsch MDR-Nutzer aus Dresden

Hartwig Hübsch ist es egal, "ob eine Frau oder ein Mann eine bestimmte Funktion bekleidet, sofern die Person die erforderlichen Voraussetzungen hat." alleridngs: "Quoten, nur um des Anteils Willen, lehne ich kategorisch ab. Quoten haben immer den bitteren Beigeschmack ein Soll erfüllen zu müssen - egal, ob die auserwählten Personen die erforderlichen Voraussetzung erfüllen oder nicht. Beispiele dafür gibt es sowohl in Wirtschaft und Politik genug."

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.01.2019 | 10:58 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 18. Januar 2019, 12:24 Uhr

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