Alexander Dierks
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Diskussion um Wahlkampfauftritte CDU-Generalsekretär Dierks: Besuchsverbot für Merkel wenig sinnvoll

Sachsen ist für Kanzlerin Merkel ein schwieriges Pflaster. Bei Besuchen schlägt ihr regelmäßig Wut und Hass aus der Bevölkerung entgegen. Dass auch in den eigenen Reihen viele mit ihrer Politik hadern, birgt im Wahljahr viel Brisanz.

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Sachsens CDU-Generalsekretär Alexander Dierks hat sich in die Diskussion um Wahlkampfauftritte von Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeschaltet. Dierks sagte MDR SACHSEN, er halte eine Art Besuchsverbot für die Kanzlerin bei der Landtagswahl im September nicht für sinnvoll. "Die Bundeskanzlerin muss sich nicht verstecken und sollte es auch nicht tun", so Dierks. "Ich denke, dass Angela Merkel eine Reihe von Terminen in Sachsen wahrnehmen wird. Es gibt ja auch eine Reihe von aktuellen Themen, die wir mit ihr zu besprechen haben, wenn wir beispielsweise an die Ergebnisse der Kohlekommission denken."

Auf die richtigen Formate kommt es an

Dierks sagte allerdings, Auftritte auf Marktplätzen seien für Merkel in ihrer Funktion als Kanzlerin möglicherweise nicht das richtige Format. Er könne sich eher vorstellen, dass Merkel Formate wahrnimmt wie im vergangenen Jahr, als sie das Unternehmen Trumpf in Ostsachsen besuchte. "Die klassischen Marktplatzauftritte, Kundgebungsveranstaltungen, wird es mit ihr sicherlich nicht geben."

Die Bundeskanzlerin ist die Bundeskanzlerin. Sie ist Regierungschefin der Bundesrepublik Deutschland, übt die Richtlinienkompetenz im Kabinett aus und verfügt somit natürlich über großen politischen Einfluss. In Anbetracht der großen politischen Aufgaben, die wir vor uns haben, halte ich es nicht für sinnvoll, ihr so eine Art Besuchsverbot auszusprechen.

Landtagspräsident löst Diskussion aus

Auslöser der Diskussion waren unter anderem Äußerungen von Landtagspräsident Matthias Rößler. Er hatte dem "Spiegel" gesagt, ein Auftritt Merkels werde der CDU in Sachsen nicht helfen. Und auch in Thüringen möchten einige CDU-Mitglieder auf einen Besuch der Kanzlerin während des Wahlkampfs verzichten. "Einen Mehrwert für uns hätte es wahrscheinlich nicht", sagte der thüringische CDU-Fraktionsvize Michael Heym.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) erklärte bei Twitter, Merkel schließe Wahlkampfveranstaltungen aus, weil sie keine Parteivorsitzende mehr ist. Sie werde dennoch häufig nach Sachsen kommen. "Darüber freue ich mich", so Kretschmer.

Für Angela Merkel ist Sachsen ein schwieriges Pflaster. Ob bei ihren Besuchen in Heidenau, Dresden oder Chemnitz - immer wieder war sie mit heftigen Protesten empfangen worden. Nicht selten war es blanke Wut. Ihr Besuch in Dresden Mitte August vergangenen Jahres zog den sogenannten "Hutbürger"-Skandal nach sich. Ein Mitarbeiter des Landeskriminalamtes Sachsen hatte am Rande der Proteste gegen den Besuch der Kanzlerin ein Fernsehteam des ZDF verbal attackiert.

Quelle: MDR/dk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 16.02.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2019, 20:35 Uhr

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34 Kommentare

18.02.2019 13:53 mare nostrum 34

@ 33

Als Insider und Spezialist für Erdogan-Zitate wollen Sie sicher auch die entsprechende Quelle nachweisen.

Vielen Dank im Voraus.

18.02.2019 13:03 aus Dresden 33

@31
"Was Sie im Sinne haben, ist außerdem Kulturraub!
Integration heißt nämlich nicht, die eigenen kulturellen Wurzeln verleugnen oder aufgeben,..."
Klingt sehr nach Erdogan. Kommt Erdogan auch als Wahlhelfer für die Altparteien? Statt Merkel?

18.02.2019 10:37 Tatze 32

Die Entzauberung der CDU schreitet bei den Sachsen weiter voran. Gut so.

18.02.2019 07:24 mare nostrum 31

# 12

Flüchtlinge sollen - ich zitiere! - "einer arbeit nach gehen" und "sich voll und ganz unsere Werte unsere Kultur annehmen".

Als Kulturattaché (Kulturattachée) werden Sie, Winkler, keine Karriere machen. Grundlage dafür ist nämlich das Beherrschen der deutschen Sprache.

Was Sie im Sinne haben, ist außerdem Kulturraub!
Integration heißt nämlich nicht, die eigenen kulturellen Wurzeln verleugnen oder aufgeben, sondern diese demokratisch einbringen.

Die Winklersche "Kultur" würde ich persönlich niemandem empfehlen: keinem Deutschen und keinem Ausländer.



17.02.2019 22:59 na so was 30

Die Sachsen-CDU zeigt sich von ihrer besten Seite. Der Herr Rößler sagt, Frau Merkel lieber nicht zu Wahlveranstaltungen einzuladen. Der Herr Dirks wiederum lehnt das ab und ist für Einladungen der Frau Merkel zu solchen Wahlkampfauftritten. Das ist das beste Zeugnis für die Zerrissenheit dieser Partei. Und die CDU will stärkste Kraft bei den sächs. Landtagswahlen werden ? Bitte, nicht !

17.02.2019 20:57 Dummheit ist leider nicht strafbar 29

Tja, Ihr lieben Sachsen,

dann habt Ihr doch tatsächlich
30 ( d r e i s s i g ) Jahre gebraucht, um zu erkennen, was Euch die Christenunion gebracht hat,
die Ihr ja schön regelmäßig mit Wählerstimmen honoriert habt?

Sind das immer noch die Folgen
des "Tals der Ahnungslosen"?

17.02.2019 19:42 Saxe 28

Die Sachsen CDU hat Jahrzehnte die die ungleich Behandlung der ost Bürger politisch mit getragen und sollte den Ball ganz flach halten . Geworben für billig Lohn Region
Bis heute ungleiche Renten und Löhne
Ist ein Pfleger in Sachsen weniger wert als einer in Bayern ?
Die Quittung kommt im September

17.02.2019 19:36 aus Dresden 27

Laschet (14, 18) kommt? Den Termin trage ich mir ein - ich bin da ein granz großer Fan.
Aber liebe CDU, ihr könnt uns bekennenden Merkel-Fans doch nicht die - ich kann es angesichts der Sprache in Musik umwandelnden Redegewalt der Kanzlerin nicht anders nennen - nicht unsere Merkel-Konzerte nehmen! Bitte ladet die Kanzlerin ein!

17.02.2019 19:14 Max W. 26

@17.02.2019 16:51 Werner (Wer eine Person hofiert, vor ihr kuscht und sie minutenlang bejubelt, die einen eigenen Parteitagsbeschluss einfach ignoriert, und mit "Basta" (Artikel in der FAZ) Verachtung gegenüber ihrer Partei, und den eigenen Parteikollegen zeigt, die sich solche Erniedrigung klaglos gefallen lassen, braucht keine politischen Gegner oder "Feinde". [...] Im Dilemma muss man Erniedrigung dann eben dulden. Unabhängig von der "kleinen Anpassung" des Protokolls vom Parteitag in Leipzig 2003. Das ungekürzte Original findet man bei "Zeit-Online".)

Sie bringen es auf den Punkt - wobei die höfliche Formulierung den Sachverhalten und den Persönlichkeitsstrukturen natürlich nicht gerecht wird. Das hier ist und bleibt das Land der Heßlinge.

17.02.2019 16:51 Werner 25

Wer eine Person hofiert, vor ihr kuscht und sie minutenlang bejubelt, die einen eigenen Parteitagsbeschluss einfach ignoriert, und mit "Basta" (Artikel in der FAZ) Verachtung gegenüber ihrer Partei, und den eigenen Parteikollegen zeigt, die sich solche Erniedrigung klaglos gefallen lassen, braucht keine politischen Gegner oder "Feinde". Diese Partei lässt sich "von Oben" selbst zerbröseln, bzw. langsam aber sicher in der Bedeutungslosigkeit ihrer eigenen Unglaubwürdiglkeit verschwinden. Menschen mit Prinzipientreue hätten ihren Austritt angekündigt. Aber da wäre der schöne Posten weg. Und wenn man sonst, außer Schwafeln, nicht viel fachlich-sachliche Grundlagen vorweisen kann, sieht´s schlecht aus. Im Dilemma muss man Erniedrigung dann eben dulden. Unabhängig von der "kleinen Anpassung" des Protokolls vom Parteitag in Leipzig 2003. Das ungekürzte Original findet man bei "Zeit-Online".

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