Mehr Geld für Referendare im ländlichen Raum Ab August "Buschzulage" für Nachwuchs-Lehrer in Sachsen

Ein halbes Jahr nach der Ankündigung wird sie umgesetzt: die Zulage für Lehreranwärter, die ihr Referendariat auf dem Land absolvieren und dann dort unterrichten. 18 Monate lang gibt es rund 1.000 Euro monatlich extra - brutto.

Sachsen zahlt Lehreranwärtern ab August während ihres Referendariats eine monatliche Zulage von rund 1.000 Euro - unter zwei Bedingungen: Sie müssen den 18 Monate dauernden Vorbereitungsdienst an einer Schule im ländlichen Raum absolvieren und anschließend mindestens fünf Jahre lang auf dem Land unterrichten, wie Kultusminister Christian Piwarz am Dienstag mitteilte. Dafür gibt es dann monatlich rund 2.500 Euro brutto.

Zusätzliche Ausbildungsstätten

Bis zu zehn Millionen Euro hat das Kultusministerium für den sogenannten Anwärtersonderzuschlag eingeplant. Nach einem Jahr soll geprüft werden, ob die Maßnahme auch wirkt.

Besonders schwierig ist es Piwarz zufolge, Lehrer für die Oberlausitz und das Erzgebirge zu gewinnen. Deshalb kündigte er eine weitere Maßnahme an, um den Pädagogen-Nachwuchs dorthin zu locken: In Löbau und in Annaberg-Buchholz werden zwei Ausbildungsstätten für Grundschullehrer eingerichtet.

Christian Piwarz
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Mit diesen beiden Maßnahmen soll es uns besser als bisher gelingen, Lehrernachwuchs an Bedarfsregionen zu binden. Wer den Anwärtersonderzuschlag bekommt, gehört zu den bestbezahlten Referendaren in ganz Deutschland.

Christian Piwarz Sächsischer Kultusminister

Chemnitz für Nachwuchslehrer schon zu ländlich

Der Begriff "ländlicher Raum" ist beim Thema Lehrermangel in Sachsen nicht ganz zutreffend. Denn trotz Verbeamtung und Einstellungsgarantie bei einigen Schularten und Fächerkombinationen interessieren sich selbst für die Großstadt Chemnitz zu wenige Nachwuchslehrer. Deshalb spricht das Ministerium auch von Bedarfsregionen. Und dazu zählt fast ganz Sachsen - ausgenommen Leipzig und Dresden sowie einige Gemeinden in deren Nachbarschaft, also der "Speckgürtel" der beiden Städte. Wer nach Abschluss seiner Ausbildung dort unterrichten will, muss sich während des Referendariats mit 1.500 Euro Grundgehalt im Monat zufrieden geben.

Nicht als Bedarfsregion gelten folgende Städte und Gemeinden:
Region Leipzig Region Dresden
Belgershain, Bennewitz, Böhlen, Borsdorf, Brandis, Großpösna, Leipzig, Machern, Markranstädt, Markkleeberg, Naunhof, Parthenstein, Schkeuditz, Taucha, Zwenkau Bannewitz, Coswig, Wilsdruff, Dohna, Dresden, Freital, Heidenau, Kreischa, Meißen, Moritzburg, Pirna, Rabenau, Radebeul, Radeburg, Tharandt, Ottendorf-Okrilla, Radeberg

Auch frühere Jahrgänge können profitieren

Ursprünglich sollte die Sonderzulage schon früher gezahlt werden, mit Beginn der Referendariatsausbildung im Februar. Aber das Verfahren verzögerte sich. Dennoch können auch Lehreranwärter den Zuschuss beantragen, die vor August dieses Jahres ihren Vorbereitungsdienst antreten, selbst wenn sie diesen an einer Schule in Leipzig oder Dresden absolvieren. Für sie gibt es folgende Möglichkeiten und Bedingungen:

Beginn der Referendariatsausbildung im Februar 2019:

  1. Wer den Zuschlag für alle 18 Referendariatsmonate haben möchte, muss nach erfolgreicher Ausbildung fünf Jahre an einer Schule in einer Bedarfsregion arbeiten. Dann wird der Zuschlag für die ersten sechs Monate rückwirkend gezahlt.
  2. Wer den Zuschlag lediglich für zwölf Monate beantragt, muss anschließend mindestens drei Jahre und vier Monate in einer Bedarfsregion tätig sein.

Beginn der Referendariatsausbildung im August 2018:

  1. Wer noch für seine zwölf Monate Vorbereitungsdienst ab Februar 2019 die Zulage erhalten möchte, muss sich zu drei Jahren und vier Monaten Lehrtätigkeit in einer Bedarfsregion verpflichten.
  2. Wer ab August für die noch verbleibenden sechs Monate die Zulage beantragt, ist zu 20 Monaten Dienst in einer Bedarfsregion verpflichtet.

Quelle: MDR/stt/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.01.2019 | ab 19:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 15.01.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 15. Januar 2019, 20:30 Uhr

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