Landtag Mehr Geld für Sportförderung in Sachsen

Fussball auf Euroscheinen
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Sachsen will das Zuwendungsrecht für die Sportförderung verschlanken. Innenminister Roland Wöller (CDU) sagte in einer Regierungserklärung im Landtag, zudem solle der aktuelle Fördersatz von 50 Prozent erhöht werden. "Sachsen ist ein Sportland, Sport hat für viele eine emotionale Bedeutung", so Wöller. Trotz der Corona-Pandemie würden in diesem Jahr 24 Millionen Euro in den Bau und die Sanierung von Sportstätten fließen. Im vergangenen Jahr seien es 23,1 Millionen gewesen. "Bei der Förderung soll künftig nicht mehr auf vergangene Erfolge geachtet, sondern Potentiale analysiert werden",  sagte Wöller.

Beim Spitzensport würden vor allem die Bundes- und Olympiastützpunkte, aber auch die Veranstaltung internationaler Wettbewerbe wie die Nordische Ski-Junioren-WM in Oberwiesenthal und die Sportschulen unterstützt. 

Bessere Vergütung für ehrenamtliche Übungsleiter

Im Breitensport will Wöller sich dafür einsetzen, dass die Vergütung von ehrenamtlichen Übungsleitern angehoben wird. "Ohne Breite keine Spitze", sagte der CDU-Politiker. Er dankte den 676.000 Mitgliedern in den knapp 4.500 Vereinen, die im Landessportbund organisiert sind. Sie hätten vor allem in der Corona-Pandemie leiden müssen. "In den ersten Wochen der Pandemie ist uns klar geworden, wie sehr uns der Sport fehlt, vor allem im Vereinsleben." Das Hilfspaket des Freistaates von 20 Millionen Euro habe die schlimmsten Folgen abgefedert. Die aktuellen Hygienekonzepte der Vereine gingen auf.

Stimmen aus den Fraktionen

Der AfD-Abgeordnete Holger Hentschel kritisierte dagegen die aus seiner Sicht mangelnde Unterstützung für ehrenamtliche Übungsleiter. Die aktuelle Vergütung sei ein Tropfen auf den heißen Stein. "Wenigstens ein Teil der persönlichen Ausgaben sollte man zurückbekommen können", so Hentschel.

Marika Tändler-Walenta von den Linken machte auf den maroden Zustand vieler Sportstätten aufmerksam. Die Sportstättenförderung müsse angepasst werden. "Es muss mehr saniert werden als kaputt geht." Sie forderte unter anderem einheitliche und höhere Fördersetze und einen geringeren Verwaltungsaufwand für die Vereine. Sportangebote sollten zudem barrierefreier werden und offener sein für Minderheiten.

Antidiskriminierungsprojekte im Sport müssen Teil der Sportförderung bleiben, sagte Ines Kummer von Bündnis 90/Die Grünen. Es gebe nach wie vor Rassismus, Sexismus, Homophobie und andere Diskriminierungen im sportlichen Alltag. "Deshalb wollen wir uns für eine Antidiskriminierungsstelle beim Landessportbund einsetzen", sagte Kummer.  Diese solle im nächsten Jahr entstehen. Zudem müssten künftig mehr Frauen als Trainer oder auf verantwortungsvollen Positionen in den Vereinen eingesetzt werden.

Die SPD-Abgeordnete Albrecht Pallas sagte, Ziel seiner Partei bleibe es, ein Sportförderungsgesetz schaffen.  Bis dahin sei es wichtig, den Breitensport zur stärken. Dazu gehöre etwa eine bessere Vergütung ehrenamtlicher Übungsleiter über das Programm "Wir für Sachsen". Ein wichtiger Schritt sei die Einrichtung eines Hauses des Sports in Leipzig. "Von dieser neuen Heimstatt aus könnten die hauptamtlichen Mitarbeiter des Landessportbundes die ehrenamtliche Arbeit besser organisieren und koordinieren."

Quelle: MDR/jkm

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 30.09.2020 | ab 12:00 Uhr in den Nachrichten

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