Bundestagswahl 2017 | Direktkandidaten aus Sachsen Katja Kipping (Die Linke)

Wahlkreis Dresden I (159)

Allgemein

Alter: 39
Schulausbildung: Abitur, Studium der Slawistik, Amerikanistik und Rechtswissenschaften
Beruf: Literaturwissenschaftlerin (Magistra Artium), Mitglied des Deutschen Bundestages
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Berlin & Dresden

Politischer Werdegang:

  • 1998 Eintritt in die Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS, seit 2007 Die Linke)
  • 1999 Stadträtin in Dresden, Wahl in den Sächsischen Landtag
  • 2002 Wahl zur stellvertretenden Parteivorsitzenden der PDS
  • seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages
  • 2009-2011 Vorsitzende des Ausschusses Arbeit und Soziales
  • seit 2012 Vorsitzende der Partei Die Linke in Doppelspitze mit Bernd Riexinger

Privat

Was ist Ihre größte Stärke?
Ich stehe zu meinen Überzeugungen und suche beharrlich nach den richtigen Wegen, um sie zu realisieren.

Was ist Ihre größte Schwäche?
Ich singe gern, aber leider nicht besonders gut.

Welchem sächsischen und welchem nicht-sächsischen Sportverein drücken Sie die Daumen?

  • dem Dresdner Tanzverein, in dem ich Mitglied bin, wenn er einen Auftritt hat, z. B. demnächst auf dem Dresdner Stadtfest
  • und beim Fußball: jedem Team, das gerade gegen FC Bayern spielt

Wo erholen Sie sich in Sachsen am liebsten?

  • bei meinen Eltern

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Ich würde mich strikt weigern, auf eine einsame Insel verbracht zu werden.

Politisch

Warum haben Sie sich als Direktkandidat Ihrer Partei zur Verfügung gestellt?
... damit wir in Sachsen einen Beitrag zu einer starken Linken leisten, denn je stärker Die Linke, desto sozialer das Land.

Welche Reform bewundern Sie am meisten?

  • die Einführung des allgemeinen und gleichen Wahlrechts. Dieser Fortschritt musste wie so ziemlich alle anderen hart erkämpft werden - gegen die Herrschenden.

Wenn Sie gewählt werden, was ist Ihr wichtigstes Ziel (für die kommende Legislaturperiode)?
Mein wichtigstes Ziel ist, möglichst viel aus dem linken Wahlprogramm umzusetzen. Dabei geht es um eine Gesellschaft, in der alle frei von Armut sind und die Mittelschichten besser gestellt sind. Und auf jeden Fall muss die unsägliche Schikanierung von Sozialleistungsbeziehenden durch Sanktionen, Sozialspitzelei und das Drängen in mies bezahlte Jobs ein Ende haben. Wir brauchen eine sanktionsfreie Mindestsicherung!

Was wollen Sie für Sachsen erreichen … 

… im Bereich Bildung
Was ich mir in Sachen Bildung wünsche, wünsche ich mir nicht nur für Sachsen, sondern für alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland: zum Beispiel längeres gemeinsames Lernen, statt Festlegung von Bildungswegen im Grundschulalter. Bundeseinheitliche Bildungsstandards. Mehr Vermittlung von sozialer Kompetenz - denn die steigert auch die Lernbereitschaft im Fachunterricht. Dazu gehören auch mehr Lehrkräfte in den Schulen.

… im Bereich Forschung und Entwicklung
Womit wir in Sachsen mal anfangen könnten: Forschung für Frieden statt für Krieg und Rüstungsindustrie! Wir fordern deshalb die Verankerung von Zivilklauseln an allen wissenschaftlichen Einrichtungen sowie die Förderung von Friedensforschung. Jenseits der Professuren gibt es an Hochschulen schließlich fast nur befristete Arbeitsplätze. Befristungen stehen Planbarkeit und Zukunftssicherheit im Wege. Auch deshalb müssen die Hochschulen finanziell besser ausgestattet werden.

… im Bereich Wirtschaft und Verkehr
Die Wirtschaft wünscht sich ja oft prominent und lautstark eine wirtschaftsfreundliche Politik. Da werden Kongresse, Tagungen und Konferenzen abgehalten, dass es nur so seine Art hat. Von einem Kongress "Was kann die Wirtschaft der Gesellschaft Gutes tun?" habe ich noch nichts gehört. Dresden wäre ein idealer Tagungsort - ich würde auch mit Freuden die Begrüßungsrede halten.

… im Bereich Innere Sicherheit
Eines der Lieblingsthemen der Politik vor Wahlen: Deutschland zum kriminellen Sumpf erklären, um es dann mit der Forderung nach Einschränkung von Bürgerrechten angeblich zu retten. Doch dabei geht es leider nicht darum, wirklich mehr Sicherheit für alle zu schaffen, sondern allein um das Vortäuschen von Sicherheitskompetenz. Jeder Schritt in Richtung sozialer Gerechtigkeit, jeder Schritt in Richtung besserer Bildung, jede Maßnahme zum Abbau von Existenzängsten bringt mehr, als alle überwachungstechnischen Allmachtsfantasien zusammen. Es geht darum, nachhaltig die Ursachen von Terror und Kriminalität abzubauen.

Was ist die wichtigste Aufgabe beim Thema Zuwanderung?
Meine Partei hat immer wieder eindringlich davor gewarnt, dass das unfaire globale Wirtschaften, das rücksichtslose Ausbeuten von Ressourcen und Menschen, die Zerstörung von Ökosystemen, das Überschwemmen von afrikanischen Märkten mit subventionierten Lebensmitteln, das Schüren von und die Beteiligung an bewaffneten Konflikten und Kriegen, das Hofieren von Diktatoren und Autokraten, die ihr Volk ausplündern usw. zu genau diesen Wanderungsbewegungen führen wird.

Deutschland, als führender Industriestaat, "Exportweltmeister", Waffenproduzent und -exporteur ist an dieser unfairen Politik und Wirtschaft beteiligt und somit mitverantwortlich für diese Wanderungsbewegungen. Wenn diese Politik nicht schleunigst beendet wird, werden Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben, weiterhin gezwungen sein, ihre Heimat zu verlassen. Einen anderen Weg, als ihnen erkennbar eine Perspektive in ihrer Heimat zu bieten, gibt es nicht, um sie am Kommen zu hindern. Es sei denn, man will alle Werte der Aufklärung und des Humanismus über Bord werfen und an den Grenzen auf sie schießen, also in die Barbarei zurückfallen. Das wird mit der Linken niemals zu machen sein. Eine Politik hingegen, deren Ziel ein menschenwürdiges Leben weltweit ist, jederzeit.

Mit welcher Partei können Sie sich eine Koalition vorstellen?
Mit der SPD und den Grünen. Aber nicht zu jeder Bedingung. An Sozialabbau, der Privatisierung öffentlicher Daseinsvorsorge sowie an Kampfeinsätzen der Bundewehr im Ausland werden wir uns auf keinen Fall beteiligen. Jedoch werben wir für eine mögliche Mitte-Links-Regierung, die soziale Garantien schafft, die Armut beseitigt, den sozial-ökologischen Umbau voranbringt und weltweit für mehr Gerechtigkeit sorgt.

Vervollständigen Sie bitte den Satz: 2019 sollte es in Sachsen ...

... wie auch in der übrigen Welt - keine Existenzängste mehr geben.

Zuletzt aktualisiert: 27. August 2017, 22:17 Uhr