03.09.2019 | 19:12 Uhr Leipziger Linke verlangt Rücktritte der Landesspitze

Antje Feiks (l), Politikerin Die Linke in Sachsen, steht neben Anhängern und Parteimitgliedern der Linken auf der Wahlparty nach Bekanntgabe der ersten Ergebnisse zur Landtagswahl in Sachsen.
Linken-Landesvorsitzende Antje Feiks (li) neben Anhängern und Parteimitgliedern auf der Wahlparty nach Bekanntgabe der ersten Ergebnisse zur Landtagswahl in Sachsen. Bildrechte: dpa

Nach dem schlechten Abschneiden der Linken bei der Landtagswahl hat die Stadtratsfraktion der Linken in Leipzig Rücktritte in der Landesspitze verlangt. In einem Brief rechnen Vertreter der Fraktion und der Basis sächsischer Linker mit ihrer Parteispitze ab. Sie mahnen, dass die Erneuerung der Partei dringend nötig sei. Die "Leipziger Volkszeitung" hatte zuerst darüber berichtet.

Kritik an Fehlern, Personalpolitik und Debattenkultur

Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Stadtrat und Bundestagsabgeordnete Sören Pellmann kritisiert gravierende innerparteiliche Fehlentwicklungen, falsche Personalpolitik und das Unterdrücken von Debatten.
Die Stadtratsfraktion in Leipzig steht seit langem der Landesvorsitzenden Antje Feiks und Landtagsfraktionschef Rico Gebhardt kritisch gegenüber.

Reaktion der Landesspitze

In einem Brief, der MDR SACHSEN vorliegt, äußert sich die Landesvorsitzende Feiks. Sie sagte, alle Flügel der Partei müssten sich an einer Erneuerung beteiligen. Der Landesvorstand habe sich bereits auf konkrete Schritte verständigt. An den Gesprächen sollen alle Teile der Partei beteiligt werden. Feiks argumentiert gegenüber Kritikern mit der Gesamtverantwortung für die Partei. "Für uns persönlich bedeutet diese Verantwortung, nicht davonzulaufen, sondern den notwendigen Findungsprozess und Neuanfang unserer Partei mitzugestalten." Dieser Prozess solle "frei von persönlichen Eitelkeiten" ablaufen, denn es gehe nicht mehr "um Personen und Befindlichkeiten, es geht um unsere Partei", schreibt Feiks.

Ich denke über personelle Konsequenzen nach und werde das mit den Genossinnen und Genossen in den nächsten Tagen besprechen.

Spitzenkandidat Rico Gebhardt Bei der Wahlergebnisanalyse der Linken in Berlin

Der Landesvorstand hat der Partei einen Zeitplan vorgeschlagen mit Terminen zur Wahlauswertung. Demnach sollen im Oktober Regionalkonferenzen stattfinden. Für Mitte November ist eine vorbereitende Tagung für den nächsten Landesparteitag angesetzt.

Die Linke hatte bei der Landtagswahl in Sachsen 10,4 Prozent der Stimmen erreicht. Im Vergleich zu 2014 waren das 8,5 Prozentpunkte weniger.

Quelle: MDR/ud/kk/

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 03.09.2019 | 19:00 Uhr

Susanne Schaper (DIE LINKE) 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Susanne Schaper von den Linken hat das Wahlergebnis in Sachsen für ihre Partei als "Katastrophe" bezeichnet. Man sei dem taktischen Wählen unterlegen.

MDR FERNSEHEN So 01.09.2019 19:17Uhr 00:44 min

https://www.mdr.de/nachrichten/politik/wahlen/mediabox-7058.html

Rechte: MDR LPZG Reporter Tablet Kit 03, MDR LPZG Reporter Tablet Kit 03

Video

Zuletzt aktualisiert: 03. September 2019, 19:15 Uhr

Mehr aus der Landespolitik

Mehr aus Sachsen