14.04.2019 | 11:24 Uhr Linke Sachsen wählt Rico Gebhardt zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl

Linken-Fraktionschef Rico Gebhardt führt seine Partei als Spitzenkandidat in die Landtagswahl. Auf einem Parteitag in Leipzig wurde er auf Platz 1 der Landesliste gewählt.

von Christof Stumptner

Rico Gebhardt, Fraktionschef der Linken im sächsischen Landtag
Bildrechte: dpa

Rico Gebhardt führt die Landesliste der sächsischen Linken zur Landtagswahl an. Auf einem Parteitag in Leipzig erhielt der Fraktionschef im Landtag 77,6 Prozent der Stimmen. 184 Delegierte stimmten mit Ja, 41 mit Nein, zwölf enthielten sich. Einen Gegenkandidaten für Platz 1 der Liste gab es nicht.

Gebhardt wirft CDU Versagen vor

"Dieses Land darf nicht länger der CDU gehören, es muss den Menschen zurückgegeben werden. Dafür treten wir ein." Mit diesem Satz machte Rico Gebhardt das Ziel der Linkspartei für die Landtagswahl klar. In seiner Rede kritisierte er unter anderem die Bildungspolitik der aktuellen sächsischen Regierung: "Wenn an einer Grundschule für drei Tage […] wegen fehlender Lehrkräfte der komplette Unterricht ausfällt, dann ist das eine Kapitulationserklärung der Politik. Sie können es einfach nicht!"

Linkspartei malt sich gute Chancen aus

"Die Zeiten sind vorbei, in denen die Menschen geglaubt haben, dass Privatisierung alle Probleme löst", hieß es in einer Rede von Antje Feiks, die auf Listenplatz 3 gewählt wurde. In diesem Punkt sieht sich die Linkspartei mit ihrer Politik auf der Höhe der Zeit. Die Partei setzt weiterhin auf Solidarität, Humanismus und Gleichberechtigung und will sich gegen die Ungerechtigkeiten des Kapitalismus wehren. "Ich bin Sozialist", fasste Gebhardt diese politische Ausrichtung zusammen und forderte von seiner Partei: "Wir sollten uns gemeinsam auf den Weg machen, dem Kapitalismus ein Ende zu bereiten."

Kampf um die vorderen Plätze

Für die ersten 20 Plätze auf der Landesliste hatte die Parteispitze einen Vorschlag ausgearbeitet. Auf dem vierten Listenplatz kam es zur ersten Kampfkandidatur. Marco Götze, ein Gymnasiallehrer aus Leipzig kritisierte, dass keiner der 20 vorgeschlagenen Kandidaten Experte in der Bildungspolitik sei. Götze warf daraufhin seinen eigenen Namen im Kampf um Listenplatz vier in den Ring. In der Wahl gegen seinen Namensvetter Marco Böhme konnte er sich nicht durchsetzen.

Bei der letzten Landtagswahl 2014 wurde die Linke mit 18,9 Prozent der Stimmen zweitstärkste Kraft nach der CDU. Die Partei hat 27 Sitze im Landesparlament. Die Chancen für die Kandidaten auf den vorderen Plätze in den Landtag einzuziehen stehen also gut. Am 1. September wird der neue Landtag gewählt.

Kandidaten der Linken für die Landtagswahl in Sachsen (Listenplätze 1 bis 12)
Listenplatz Name
1 Rico Gebhardt (Erzgebirge)
2 Susanne Schaper (Chemnitz)
3 Antje Feiks (Erzgebirge)
4 Marco Böhme (Leipzig)
5 Marika Tändler-Walenta (Mittelsachsen)
6 Sarah Buddeberg (Dresden)
7 Anna Gorskih (Jugendverband)
8 Franz Sodann (Leipzig)
9 Luise Neuhaus-Wartenberg (Nordwestsachsen)
10 Mirko Schultze (Görlitz)
11 Kerstin Köditz (Westsachsen)
12 Nico Brünler (Chemnitz)

Stand: 13.04.2019, 15:30 Uhr. Die Wahl der Listenplätze wird auf dem Parteitag fortgesetzt.

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.04.2019 | 12:00 Uhr in den Nachrichten

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11 Kommentare

14.04.2019 18:49 Werner 11

Nochwas: Die konservative WELT (14.04.19) macht, statt populistischen Floskeln für Steuererhöhungen, die Arbeit der Linkspartei. Für die angebliche Partei der "Kleinen Leute" beschämend: "Deutsche Durchschnittsfamilie rutscht unter das Existenzminimum - Für Familien mit drei und mehr Kindern wächst in Deutschland seit Jahren das Armutsrisiko. Das zeigt eine Untersuchung im Auftrag des Familienbundes der Katholiken und des Deutschen Familienverbandes, die WELT AM SONNTAG vorliegt. Der Grund ist die Belastung mit Steuern und Abgaben, die selbst für Familien mit einem mittleren Jahreseinkommen zwischen 30.000 bis 50.000 Euro brutto schon relativ hoch ist. Zieht man vom Nettoeinkommen das gesetzlich garantierte Existenzminimum von Eltern und Kindern ab, dann rutschen viele Familien sehr schnell in die roten Zahlen...."

14.04.2019 17:35 REXt 10

Bei den Linken paßt doch perfekt dieser Spruch „ Nur die dümmsten Kälber, wählen ihre Metzger selber“! Mit dieser Ideologie haben sie in 40 J. ein Land zu Grunde gerichtet, das Gerät nicht in Vergessenheit.

14.04.2019 15:58 Werner 9

Ohne die weggemobbte Sahra bleiben nur noch postenjagende Ideologen & Traumtänzer mit Kontakten in sehr "zweifelhafte Kreise", sie fördern und taktisch für ihre "Einsätze" als "Aktivisten" beraten. Siehe "RBB" kurz vor dem G20 - mit 50 Mill. Schaden & ca. 600, z.T. schwer verletzten Polizisten. Da hatte man eine bekannte weibliche Person der Linkspartei zur Rede stellen wollen, die ohne Antwort "Flinke Füsse" hatte. Der Kapitalismus geht erst richtig los, Herr Gebhardt. Muss man garnicht weit, z.B. hier beim MDR, nachschauen warum - noch vielviel mehr - nur ein einziges Beispiel: https://www.mdr.de/sachsen/landwirtschaft-interview-flaeche-ist-eine-gute-wertanlage100.html
Den Grund muss man nicht nennen. Draghi, EU, Kanzlerin, und Abducken Ihrer Linkspartei mit populistischen Parolen, wie man mit Tricks Altersvorsorge, Versicherungen aller Art... Vermögen der Steuerzahler/ Mittelschicht/ Ihrer Wähler! für andere Zwecke absaugt.

14.04.2019 14:52 Peter W. 8

@7: Es ist doch eher so, dass die Altkader und Wendeverlierer heutzutage ihre neue politische Heimat in der AfD gefunden haben. Sieht man dort mal den Anteil alter Männer, den Kadavergehorsam und die generellen Verständnisprobleme mit dem demokratischen Werten und Regeln, so gibt es doch kein schöneres Plätzchen heutzutage für solche Leute. Nicht umsonst hat die Linke in den letzten Jahren massiv Stimmenanteile an die Neurechten abgegeben.

14.04.2019 00:23 Morchelchen 7

Alter Wein in neuen Schläuchen. Oder sind es nicht oft sogar die alten Schläuche? Die noch Anfang bis Mitte der 80er, als die Wendebewegung bereits ihren unaufhaltsamen Anfang nahm, so überzeugt waren vom Sieg des Sozialismus, dass sie in die SED eintraten. Sich wohlweislich um die Wende herum ruhig verhielten, nahtlos in die PDS über gingen, um sich später als führende Mitglieder der Linkspartei bestens vom ehemaligen "Staatsfeind BRD" finanzieren zu lassen im Landtag oder gar Bundestag. Tja, das sind für mich die wahren Gewinner der Wende. Darüber sollten alle die nachdenken, die annehmen, dass die Linken jetzt zu Heilsbringern aufgestiegen sind, nur, weil die es so gut verstehen, den Leuten nach dem Munde zu reden. Was aus den vielen Wendedemokraten wurde, die wegen ihres Engagements gegen die DDR-Diktatur manche persönliche Entbehrung erlitten, interessiert schlichte Gemüter eh nicht mehr.

14.04.2019 00:01 Phrasenhasser 6

Alle sind sie wieder groß da. Die sogenannten Altkader - zuerst rein in die SED, dann gleitender Übergang in PDS und danach in die Linkspartei.
Und wer hätte es gedacht, dass sie 30 Jahre danach erneut enorme Aufmerksamkeit genießen? Wieso fällt mir ausgerechnet jetzt ein Spruch ein, also irgendwas von Einstein hinsichtlich einer angeblichen Grenzenlosigkeit...

13.04.2019 19:50 Sabine Sonntag 5

Unter den 12 genannten Namen scheint keinE MigrantIn bei zu sein. Warum? Diese Leute sind doch so super. Und so progressiv.

13.04.2019 19:23 Martin Vomberg 4

"Wir sollten uns gemeinsam auf den Weg machen, dem Kapitalismus ein Ende zu bereiten."

Ohje, bitte nicht schon wieder! Jetzt, wo sich die Wirtschaft im Osten von 40 Jahren Sozialismus langsam zu erholen beginnt.

13.04.2019 16:42 Jens 3

Die Linke hat ihren Status als zweitstärkste Kraft im Osten, vor allem in Sachsen, an die AfD verloren. Warum, dass wissen wir alle. Wagenknecht hat recht, wer sich gegen die Basis stellt, kann auf Dauer nur verlieren.

13.04.2019 15:41 Fragender Rentner 2

Die haben auch gute Vorschläge für den Osten eingebracht, leider haben es diese anderen angeblich demokratischen Parteien immer abgewimmelt !!! :-(((

Schade.

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