14.04.2019 | 11:24 Uhr Linke Sachsen wählt Rico Gebhardt zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl

Linken-Fraktionschef Rico Gebhardt führt seine Partei als Spitzenkandidat in die Landtagswahl. Auf einem Parteitag in Leipzig wurde er auf Platz 1 der Landesliste gewählt.

Rico Gebhardt führt die Landesliste der sächsischen Linken zur Landtagswahl an. Auf einem Parteitag in Leipzig erhielt der Fraktionschef im Landtag 77,6 Prozent der Stimmen. 184 Delegierte stimmten mit Ja, 41 mit Nein, zwölf enthielten sich. Einen Gegenkandidaten für Platz 1 der Liste gab es nicht.

Gebhardt wirft CDU Versagen vor

"Dieses Land darf nicht länger der CDU gehören, es muss den Menschen zurückgegeben werden. Dafür treten wir ein." Mit diesem Satz machte Rico Gebhardt das Ziel der Linkspartei für die Landtagswahl klar. In seiner Rede kritisierte er unter anderem die Bildungspolitik der aktuellen sächsischen Regierung: "Wenn an einer Grundschule für drei Tage […] wegen fehlender Lehrkräfte der komplette Unterricht ausfällt, dann ist das eine Kapitulationserklärung der Politik. Sie können es einfach nicht!"

Linkspartei malt sich gute Chancen aus

"Die Zeiten sind vorbei, in denen die Menschen geglaubt haben, dass Privatisierung alle Probleme löst", hieß es in einer Rede von Antje Feiks, die auf Listenplatz 3 gewählt wurde. In diesem Punkt sieht sich die Linkspartei mit ihrer Politik auf der Höhe der Zeit. Die Partei setzt weiterhin auf Solidarität, Humanismus und Gleichberechtigung und will sich gegen die Ungerechtigkeiten des Kapitalismus wehren. "Ich bin Sozialist", fasste Gebhardt diese politische Ausrichtung zusammen und forderte von seiner Partei: "Wir sollten uns gemeinsam auf den Weg machen, dem Kapitalismus ein Ende zu bereiten."

Kampf um die vorderen Plätze

Für die ersten 20 Plätze auf der Landesliste hatte die Parteispitze einen Vorschlag ausgearbeitet. Auf dem vierten Listenplatz kam es zur ersten Kampfkandidatur. Marco Götze, ein Gymnasiallehrer aus Leipzig kritisierte, dass keiner der 20 vorgeschlagenen Kandidaten Experte in der Bildungspolitik sei. Götze warf daraufhin seinen eigenen Namen im Kampf um Listenplatz vier in den Ring. In der Wahl gegen seinen Namensvetter Marco Böhme konnte er sich nicht durchsetzen.

Bei der letzten Landtagswahl 2014 wurde die Linke mit 18,9 Prozent der Stimmen zweitstärkste Kraft nach der CDU. Die Partei hat 27 Sitze im Landesparlament. Die Chancen für die Kandidaten auf den vorderen Plätze in den Landtag einzuziehen stehen also gut. Am 1. September wird der neue Landtag gewählt.

Kandidaten der Linken für die Landtagswahl in Sachsen (Listenplätze 1 bis 12)
Listenplatz Name
1 Rico Gebhardt (Erzgebirge)
2 Susanne Schaper (Chemnitz)
3 Antje Feiks (Erzgebirge)
4 Marco Böhme (Leipzig)
5 Marika Tändler-Walenta (Mittelsachsen)
6 Sarah Buddeberg (Dresden)
7 Anna Gorskih (Jugendverband)
8 Franz Sodann (Leipzig)
9 Luise Neuhaus-Wartenberg (Nordwestsachsen)
10 Mirko Schultze (Görlitz)
11 Kerstin Köditz (Westsachsen)
12 Nico Brünler (Chemnitz)

Stand: 13.04.2019, 15:30 Uhr. Die Wahl der Listenplätze wird auf dem Parteitag fortgesetzt.

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.04.2019 | 12:00 Uhr in den Nachrichten

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