Zwei Polizeifahrzeuge mit eingeschaltetem Blaulicht stehen schräg versetzt an einer Einsatzstelle.
Bildrechte: dpa

18.10.2019 | 12:52 Uhr Sachsens Polizei schneller am Einsatzort

Die Polizei in Sachsen muss nach Anrufen jeden Tag mehrere hundert Mal ausrücken. Anfragen der Linken zufolge ist sie dabei schneller geworden. Allerdings sind die Zeiten bis zum Eintreffen am Einsatzort sehr unterschiedlich.

Zwei Polizeifahrzeuge mit eingeschaltetem Blaulicht stehen schräg versetzt an einer Einsatzstelle.
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Die sächsische Polizei trifft nach Anrufen schneller am Einsatzort ein als in den vergangenen Jahren. Das geht aus Kleinen Anfragen der Linke-Fraktion im Landtag hervor. Der ehemalige Abgeordnete Enrico Stange hatte regelmäßig die Eintreffzeiten bei 17 Polizeirevieren in Sachsen abgefragt, zuletzt für den 15. Juni 2019.

Eintreffzeiten unterschiedlich lang

In den Antworten des Innenministeriums sind jeweils die Zeit des eingegangen Anrufs, der Ereignisort, die Zeit des Eintreffens und die Zahl der Polizeikräfte aufgelistet. Außerdem werden die Vorkommnisse wie zum Beispiel Branddelikt, Lärm, Gefahrenabwehr, Diebstahl, Bedrohung, Körperverletzung oder Verkehrsunfall genannt. Weitere Einzelheiten werden aber nicht aufgeführt.

Was sich ablesen lässt: Die Zeiten vom Eingehen eines Anrufs bis zum Eintreffen der Polizei variieren sehr stark. Im Polizeirevier Annaberg waren Polizisten nach einem Anruf um 01:01 Uhr wegen Lärms in Annaberg-Buchholz nach drei Minuten am Einsatzort, nach einem Anruf 8:10 Uhr wegen eines besonders schweren Falls von Diebstahl dauerte es fast eine Stunde.

Im Polizeirevier Leipzig-Südwest rückten Beamte an dem angefragten Tag 19 mal wegen Gefahrenabwehr aus. Welche konkreten Vorkommnisse dahinterstehen, wird nicht erläutert. Auch keine Gründe, warum die Beamten in einem Fall in 13 Minuten am Ereignisort waren, in einem anderen Fall mehr als drei Stunden dafür brauchten.

Acht Minuten schneller als 2015

Im Durchschnitt ging es laut Stange aber schneller, wie die "Sächsische Zeitung" berichtet. Demnach waren die Beamten in diesem Sommer durchschnittlich 21 Minuten und 34 Sekunden nach einem Notruf am Einsatzort. 2015 brauchten sie noch acht Minuten länger. Stange sprach von einem positiven Signal. Die Eintreffzeiten seien ein Spiegelbild der Personalsituation bei der Polizei.

Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.10.2019 | 08:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2019, 12:52 Uhr

2 Kommentare

Fuerst Myschkin vor 3 Wochen

Genau wie in Thüringen wurde von den jeweiligen CDU Regierungen die Personalstärke der Polizei rapide abgebaut, viele Dienststellen geschlossen, Standorte verdichtet, Neueinstellungen herunter gefahren und das alles bei ständiger Zunahme von Fallzahlen, Kriminalitätszuwachs sowie ständig neuen Aufgabenfeldern. Es müsste inzwischen auch dem letzten Simpel aufgefallen sein, dass es kaum noch Polizei in der Fläche gibt, Prävention gar nicht mehr geleistet wird und dass die verbliebenen Polizeibeamten hoffnungslos überlastet sind. Wer mal zu Stosszeiten eine Strafanzeige erstattet hat oder in der Nacht auf dem flachen Land einen Verkehrsunfall hatte, wird wissen wovon ich schwätze. Dass man stundenlang auf Hilfe warten muss, oder gar weggeschickt wird, ist eher die Regel als die Ausnahme. Die im Artikel genannten Zeiten erscheinen in anbetracht der dünnen Personaldecke als völlig aus der Luft gegriffen. Sie wären selbst wenn die versprochen 1000 Polizisten mehr da wären, völlig unreal.

Bernd1951 vor 3 Wochen

Warum werden die aktuellen Zeiten nicht mit den Jahren verglichen, als z. B. im Vogtlandkreis die Reviere Oelsnitz und Klingenthal noch rund um die Uhr besetzt waren ? Und so wird es nicht nur im Vogtlandkreis gewesen sein.
Den Vergleich mit dem Jahr 2015 zu ziehen, geht an der realen Situation mehr als nur vorbei.

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