Eine Krankenschwester kümmert sich auf der Intensivstation in der Universitätsklinik Köln um eine Patientin.
Pflege leisten kann auch glücklich machen. Vor allem, wenn Angehörige keinen schweren Pflegefall betreuen müssen, erleben sie auch positive Seiten der Pflege. Bildrechte: dpa

Pflege zu Hause Pflegende Angehörige: Vom Glück, für jemanden anderen da zu sein

Alles hat zwei Seiten. Das kann man auch beim Thema Pflege feststellen, wenn man nicht nur die negativen Seiten beleuchtet. Für viele Angehörige ist die Pflege zu Hause sehr belastend und einschränkend, trotzdem machen auch sie positive Erfahrungen. Mancher empfindet sogar Glück.

Eine Krankenschwester kümmert sich auf der Intensivstation in der Universitätsklinik Köln um eine Patientin.
Pflege leisten kann auch glücklich machen. Vor allem, wenn Angehörige keinen schweren Pflegefall betreuen müssen, erleben sie auch positive Seiten der Pflege. Bildrechte: dpa

Jemanden zu pflegen und in der Pflege zu arbeiten, heißt für viele Angehörige Stress. Denn Pflege ist mit viel Arbeit, vielen Sorgen und Einschränkungen verbunden. Und dennoch gibt es neben all den Belastungen auch positive Aspekte, die in der öffentlichen Debatte seltener Thema sind. "Der soziale Aspekt, Menschen unterstützen zu können, muss ganz deutlich zu den schönen Seiten gezählt werden", meint Florian Preißler, Caritas-Heimleiter in München. Dass in Deutschland Pflegeberufe und das Pflegen an sich meist negativ bewertet würden, hat auch Preißler festgestellt: "Man spürt ganz deutlich eine gesellschaftliche Weigerung, sich mit dem Thema Alter positiv auseinander zu setzten."

Energie und Zufriedenheit durch Pflege

Eine jüngere und eine ältere Frau lächeln einander an
Wenn Familienmitglieder einander helfen bei der Pflege eines Angehörigen, kann das die Familenbande stärken. Bildrechte: Colourbox.de

Es gibt einen entscheidenden positiven Aspekt bei der Pflege oder Betreuung eines Nahestehenden: Das gute Gefühl, einem Menschen etwas zurückgeben zu können, der schon viel für einen selbst getan hat. Bei Befragungen nennen pflegende Angehörige auch das Gefühl der besonderen Nähe zum Pflegebedürftigen, aus der Energie und Zufriedenheit gezogen werden. In einer repräsentativen Befragung für die Krankenversicherung Continentale gaben drei von vier Befragten genau das an. 63 Prozent zehren auch aus der emotionalen oder praktischen Unterstützung durch den Partner oder ihrer Familie und Freunde.

Warum pflegen Angehörige?
Motivation    
Liebe und Zuneigung    
Pflichtgefühl    
Das Pflegeheim ist zu teuer    
Das zusätzliche Pflegegeld oder ein Rentenanteil des Hilfsbedürftigen ist interessant    
Schlechte Erfahrungen mit Pflegekräften    
Eine Erbschaft steht in Aussicht oder wurde schon verteilt    

Quelle: 1.000 befragte pflegende Angehörige der Continentale-Studie 2016: Pflegende Angehörige – zwischen Erschöpfung, Liebe und Pflichtgefühl

In der Umfrage gab ein Drittel an, das eigene soziale Ansehen sei gestiegen, seitdem man selbst pflegt. Bei einem Fünftel wirkt sich die Pflegetätigkeit positiv auf den Geldbeutel aus. Bei 45 Prozent der pflegenden Angehörigen gleichen sich laut Studie die positiven und negativen Auswirkungen der Betreuung aus. Bei 31 Prozent überwiegen die positiven Aspekte, bei 22 Prozent jedoch die negativen. Dabei zeigte sich durch die Befragung ein klares Bild: Wer eine andere Person betreut, zieht aus dieser Tätigkeit eher Positives. Wer aber intensiv pflegen muss, sich also um einen schweren Pflegefall kümmert und dafür jeden Tag viel Zeit aufwenden muss, fühlt sich häufiger stark belastet. Dann überwiegen auch häufiger die negativen Folgen.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema auch im Programm von MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | dienstags | 13.03.2018 | 20 bis 23 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Juni 2018, 09:03 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

Aus dem Pflegealltag