ARD-Themenwoche #wieleben So wird sich die Bevölkerung in Ihrem Ort bis 2035 entwickeln

Manuel Mohr
Bildrechte: MDR/Manuel Mohr

Erstmals wurde für jeden einzelnen Ort in Sachsen eine Prognose der Bevölkerung durchgeführt. Wer bis 2035 besonders viele Einwohner gewinnen und verlieren wird und wie die Situation bei Ihnen ist, zeigt die Analyse.

Karte von Sachsen mit den Umrissen aller 419 Orte. Farblich ist dabei jede Gemeinde so gekennzeichnet, wie sich ihre Bevölkerung bis 2035 entwickeln soll. Je blauer der Ort, umso höher die Bevölkerungsgewinne. Je röter der Ort, umso höher ist der Bevölkerungsverlust.
Erstmals wurde für jeden der 419 Orte in Sachsen ermittelt, wie sich die Bevölkerungszahl bis zum Jahr 2035 entwickeln wird. Bildrechte: Grafik MDR/Manuel Mohr/Martin Paul

Damit politische Entscheidungen und strategische Planungen zukunfts- und bedarfsgerecht getroffen werden, sind regelmäßige Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung wichtig. 2020 wurden diese Vorhersagen nicht nur für Sachsens Landkreise und Großstädte, sondern erstmals auch für jede einzelne Gemeinde veröffentlicht. Das sind die Ergebnisse:

Hier wird die Bevölkerung deutlich wachsen

Die Mehrzahl der insgesamt 419 Orte in Sachsen wird bis zum Jahr 2035 weniger Einwohner haben als noch im Jahr 2018, dem Ausgangspunkt der Bevölkerungsprognose. Doch einige Regionen und Orte werden auch wachsen. Dazu gehört allen voran die nordöstlich an Leipzig grenzende Stadt Taucha, die sowohl nach Variante 1 als auch nach Variante 2 der Prognose (mehr Informationen im Abschnitt "Methodik") die höchsten prozentualen Bevölkerungsgewinne verzeichnen kann.

Darüber hinaus wird für Leipzig selbst und den gesamten Speckgürtel der Messestadt mit einem deutlichen Einwohnerplus gerechnet. Gleiches gilt, wenn auch im kleinerem Rahmen, für Dresden und Umland.

Hier wird die Bevölkerung deutlich schrumpfen

Besonders betroffen vom Einwohnerrückgang sind Orte im Erzgebirgs- und Vogtlandkreis sowie im Landkreis Bautzen. Prozentual am höchsten fällt den Prognosen nach der Bevölkerungsrückgang in Johanngeorgenstadt im Erzgebirge aus:

Angemerkt sei an dieser Stelle allerdings, dass die Bevölkerungsprognose auf bisherigen demografischen Entwicklungen aufbaut und diese fortschreibt. Sie können damit einerseits zwar als Ausgangspunkt für künftige Planungen sein, andersrum können aber Planungsentscheidungen positiv oder negativ auf die Bevölkerungsentwicklung wirken.

Eine Abweichung zwischen prognostizierter und tatsächlicher Einwohnerzahl in den kommenden Jahren ist also nicht ausgeschlossen und kann ein Hinweis darauf sein, dass sich die gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in einem Ort zum Positiven oder Negativen geändert haben.

So wird sich Ihr Ort entwickeln

Wie sich die Bevölkerung in einem sächsischen Ort Ihrer Wahl bis 2035 entwickeln wird, können Sie der folgenden Grafik entnehmen. Klicken Sie dazu einfach auf den Ort in der Karte und geben Sie den Namen in der Suchmaske ein:


Methodik

Die 7. RBV basiert auf den demografischen Entwicklungen seit dem Jahr 2014 – dem Basisjahr der letzten Bevölkerungsvorausberechnung. Die Annahmen zur Geburtenhäufigkeit, zur Lebenserwartung und zur Entwicklung des Wanderungsverhaltens berücksichtigen die Analyse des Trends der letzten 5 Jahre. Die 7. RBV setzt auf dem Ergebnis der Bevölkerungsfortschreibung zum 31. Dezember 2018 auf.

Bei der Prognose wurde die beobachtete Dynamik demografischer Prozesse lediglich fortgeschrieben (deterministische Komponentenmodell mit einem Status-Quo-Ansatz). Das bedeutet, dass die aktuell feststellbaren Trends in die Zukunft projiziert werden. Wirtschaftliche und soziale Einflussfaktoren sowie politische Entscheidungen wurden nicht modelliert.

Die aktuell vorliegende Bevölkerungsprognose wurde in zwei Varianten gerechnet. Diese bilden die Grenzen eines Korridors, in dem sich die Bevölkerungszahl wahrscheinlich entwickeln wird. Einerseits flossen allgemeine Annahmen der bundesweiten "14. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung" ein (Variante 1). Andererseits wurden auch aktuelle sachsenspezifische Entwicklungen berücksichtigt (Variante 2).

Die Varianten unterscheiden sich in den Annahmen zur Auslandswanderung, dem Wanderungsverhalten innerhalb des Bundesgebiets sowie dem Geburtenverhalten. Je nach Variante unterscheidet sich der zeitliche Verlauf sowie die Intensität der Veränderung der einzelnen Komponenten.

Quelle: MDR/mm

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 15.11.2020 | 19:00 Uhr

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