Erhöhte Schutzmaßnahmen Radonbelastung in Sachsen: Neue Bauvorschriften für 107 Gemeinden

Plakat mit dem Wort Radon.
In Sachsen sind 107 Gemeinden als Radonvorsorgegebiete ausgewiesen worden. Für diese gelten ab dem 31. Dezember 2020 neue Bauvorschriften. Bildrechte: dpa

In Gebieten mit hoher Radonbelastung müssen Gebäude künftig so gebaut werden, dass das radioaktive Gas nicht eindringen kann. Das regelt eine neue Allgemeinverfügung des Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG). Sie tritt am 31. Dezember 2020 in Kraft.

Karte Radonvorsorgegebiete Sachsen
107 Gemeinden wurden in Sachsen als Radonvorsorgegebiete ausgewiesen. 49 der Gemeinden liegen im Erzgebirgskreis, 21 im Vogtlandkreis, 19 in Mittelsachsen, 12 im Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge und sechs im Landkreis Zwickau. Bildrechte: MDR / Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft

Neu ist, dass in den ausgewiesenen Gebieten zusätzlich zum Feuchteschutz mindestens eine der in Paragraf 154 Strahlenschutzverordnung aufgeführten Radonschutzmaßnahmen umgesetzt werden muss. Beispielsweise bieten abdichtende Radonschutzfolien oder technische Einrichtungen zur Fassung und Ableitung von Radon einen wirksamen Schutz gegen eindringendes Gas aus dem Erdreich. Außerdem sind Arbeitgeber und Selbstständige in Radonvorsorgegebieten dazu verpflichtet, an Arbeitsplätzen im Keller und im Erdgeschoss Radonmessungen durchzuführen.

#MDRklärt So können sie sich vor Radon schützen

107 Gemeinden in Sachsen sind als Radonvorsorgegebiete ausgewiesen worden. Wie man sich gegen das geruchlose und unsichtbare Gas schützen kann, zeigt #MDRklärt.

So schützen Sie sich vor Radon
Bildrechte: MDR/#mdrklärt,pixabay,dpa
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Radon entsteht im Boden als eine Folge des radioaktiven Zerfalls von natürlichem Uran. Das Gas kann dann durch Risse oder Löcher ins Haus gelangen. Man kann es weder riechen, schmecken oder sehen.
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Ist das Gas in den Räumen zu hoch konzentriert, können sich beim Einatmen Zerfallsprodukte des Radons in der Lunge ablagern. In zu hohen Mengen kann das zu Lungenkrebs führen.
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Folgendes kann helfen: Nummer 1 Gut durchlüften: Am besten Durchzug herstellen, indem Sie in unterschiedlichen Räumen Fenster öffnen und die verbrauchte Luft austauschen.
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Nummer 2. Verschließen aller Öffnungen, die den Erdboden berühren, sowie die Abdichtung zwischen Kellerräumen und den bewohnten Gebäudeteilen mit elastischer Kittmasse, wie Silikon.
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#3 Radonhaltige Bodenluft neben oder unter dem Gebäude absaugen, sofern der Boden eine sogenannte Gasdurchlässigkeit aufweist.
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Nummer 4 Vor der Errichtung eines Hauses eine fachgerecht ausgeführte Gebäudeisolierung gegen Bodenfeuchte auslegen.
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Nummer 5 Mindestens ein Jahr Messungen durchführen, bzw. mindestens über einige Monate in der Heizperiode. Am besten vor und nach der Ausstattung des Hauses mit Schutzmaßnahmen.
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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 05.11.2020 | 17 Uhr

Quelle: mf
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Meiste Radonvorsorgegebiete im Erzgebirgskreis

Von der Regelung betroffen sind landesweit 107 Gemeinden: die meisten im Erzgebirgskreis mit 49, im Vogtlandkreis mit 21, in Mittelsachsen mit 19, im Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge mit 12 und im Kreis Zwickau mit sechs Gemeinden. Von einem erhöhten Radonpotenzial ist auszugehen, wenn in einer Gemeinde auf 75 Prozent der Fläche in mehr als zehn Prozent der Gebäude der gesetzlich festgelegte Referenzwert für Radon von 300 Becquerel pro Kubikmeter Innenraumluft überschritten wird.

Radon Weil in vielen Gegenden des Freistaats Uran im Boden liegt, entsteht an vielen Stellen das radioaktive Gas Radon. Wer ihm dauerhaft ausgesetzt ist, riskiert eine Erkrankung mit Lungenkrebs.

Das Gas ist unsichtbar und geruchlos. Meist dringt es durch undichte Keller in Gebäude ein.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 04.12.2020 | 09:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

2 Kommentare

Eulenspiegel vor 7 Wochen

„Weil in vielen Gegenden des Freistaats Uran im Boden liegt, entsteht an vielen Stellen das radioaktive Gas Radon. Wer ihm dauerhaft ausgesetzt ist, riskiert eine Erkrankung mit Lungenkrebs.“
Dieses Gas kann somit vom Körper aufgenommen werde und sich dort angereichert. Also könne außer Lungenkrebs noch viele andere Krebsarten verursacht werden.
Darum meine Frage an den MDR. Welche Aussagen macht das Krebskataster dazu?
Gibt es da signifikante Abweichungen in den betroffenen Gebieten?
Also in den Umkreis von sämtlichen Atomanlagen wurde durch das Krebskataster eins signifikante Abweichung nachgewiesen. Das wäre doch wirklich Stoff für ein Bericht.

MDR-Team vor 6 Wochen

Hallo, danke für die Fragen. Wir haben sie an die Redaktion weitergeleitet. Viele Grüße vom MDR SACHSEN Team

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