Verkehrsministerkonferenz Wie kann man Radfahrer auch in Sachsen besser schützen?

Die Zahl der Verkehrstoten und Verletzten geht laut Verkehrsstatistik zurück. Aber bei Radfahrunfällen registriert die Polizei wieder Anstiege. Jetzt haben die Verkehrsminister der Länder über mehr Schutz für Radfahrer diskutiert.

Ein weißes Fahrrad am Straßenrand
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Verkehrsminister der Länder haben über 15 Vorschläge beraten, um Radfahrer besser zu schützen. Bei der Konferenz Ende der Woche im Saarland ging es auch um den Mindestabstand beim Überholen. Zudem sollen Lkw künftig nur noch in Schrittgeschwindigkeit rechts abbiegen dürfen, um schwere Unfälle mit Radfahrern zu vermeiden. Wo Kommunen Fahrradwege und Straßen baulich nicht voneinander trennen können, sollen sie künftig leichter Tempo-30-Zonen einrichten können. Im Papier hieß es weiter, dass Radfahrer prinzipiell Einbahnstraßen in beide Fahrtrichtungen befahren dürfen.

Werden die Vorschläge umgesetzt?

Die Verkehrsminister der Länder können die Bundesregierung zu einer entsprechenden Novellierung der Gesetze auffordern. Ob Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die Vorschläge der "fahrradfreundlichen Novelle" umsetzt, ist noch unklar. Die Meinungsbildung sei noch nicht abgeschlossen, sagte eine Ministeriumssprecherin. "Hauptstraßen sind meist breit genug, um allen Verkehrsteilnehmern sichere Räume anzubieten. Man muss es nur wollen und geschickt planen", sagt der Leipziger Dipl.-Ing. Architekt und Planer Tim Tröger zum politischen Willen bei der Verkehrsplanung und Unfallvermeidung.

Fahrradunfälle im Straßenverkehr Im Jahr 2017 registrierte die Polizei 382 Tote und 79.346 Verletzte bei Radunfällen bundesweit. 2018 starben 455 Radfahrer.

Die mit Abstand häufigsten Unfallgegner für Fahrradfahrer sind Pkw mit 75 Prozent. Viel seltener stoßen zwei Fahrradfahrer zusammen: 9 Prozent.
Mit Fußgängern stoßen Fahrradfahrer in 6 Prozent der Fahrradunfälle zusammen.

Radunfälle mit Lkw bzw. Sattelschleppern sind mit 5 Prozent am seltensten. Aber: Die Unfallfolgen sind relativ schwer. 76 Fahrradfahrer starben 2017 bei so einer Unfallsituation.

Quelle: Statistisches Bundesamt 2017

Neuer Fahrradklima-Test erscheint

Anfang kommender Woche wird der bundesweite Fahrradklima-Test vorgestellt. Dafür haben Fahrradfahrer beurteilt, wie gut es sich in den Kommunen radeln lässt, wie die Infrakstruktur für sie funktioniert und wie sicher sie sich beim Fahren fühlen. Bei der letzten Auswertung 2016 hatte Sachsen auf den hinteren Rängen rangiert: Nur Leipzig lag bei den größeren Städten im Mittelfeld. Am schlechtesten schnitt bundesweit damals Limbach-Oberfrohna ab. Die Ergebnisse nochmals hier in der Übersicht.

Über die Probleme von Radlern und Autofahrern im Straßenverkehr, Verkehrsplanung für mehr Sicherheit und neue Ideen diskutiert Fakt ist! am Montagabend mit Betroffenen und Experten.

Quelle: MDR/kk/AFP

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR FAKT IST! | 08.04.2019 | 22:05 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 08. April 2019, 11:08 Uhr

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10 Kommentare

09.04.2019 17:05 Bürgerin 10

Wer schützt eigentlich uns Fußgänger vor den Radfahrern ,die in den unterschiedlichenRichtungen auf dem Fußweg an einem vorbei schießen ,obwohl ein breiter Radweg vorhanden ist ( Bautzner Str. vorm Rewe z. B.) . Rote Ampeln an den Haltestellen werden ignoriert . Ja und warum müssen sie keine Gebühren bezahlen ,wenn sie ihre Räder z. B. am Neustädter Bahnhof über Tage , Monate abstellen und Ständer für andere blockieren ? Der Autofahrer wird doch auch abgestraft ,ob vor Einkaufsmarkt usw.. Es kommen doch soviele Gesetze von der EU , warum keins Helm und Westenpflicht , damit man sie besser sehen kann. Schwarz und ohne Licht fahren ist anscheinend immer noch cool und das Fahren auf dem Fußgängerüberweg ( Streifen ) auch. Alles Erfahrungswerte !!!

09.04.2019 15:57 Eulenspiegel 9

Ich denke es ist einfach Fakt das die Anzahl der Fahrradfahrer ständig steigen. Dem muss auch Auswirkungen auf die Verkehrsplanung haben. Wir brauchen einfach mehr Raum für die Fahrradfahrer. Dieser Raum muss zwangsläufig dem Autoverkehr genommen werden. Die Frage ist doch in wieweit kann eine Autogerechte Stadt Menschengerecht sein?

09.04.2019 08:02 Gerhard 8

Die Frage ist auch wie sich Radfahrer im Straßenverkehr benehmen . Manche denken die Straße gehört ihnen . Auch die technische Ausrüstung der Fahrräder hat bei einigen viele Mängel ( Licht , Helm usw usw usw )
Einhaltung der Straßenverkehrsordnung für Radfahrer ist auch wichtig , nicht nur für Autofahrer !

08.04.2019 16:26 Querdenker 7

Zitat: „Wie kann man Radfahrer auch in Sachsen besser schützen?“

Interessant, dass im ganzen Artikel nicht ein mal das Wort Fahrradhelm fällt.

Zitat: „Mindestabstand beim Überholen“

Die Bußgelder gehören bei deutlicher Unterschreitung vom Mindestabstand bzgl. einspuriger Fahrzeuge erhöht. Außerdem sollte es eine Kampagne geben zur Information.

siehe „bussgeldkatalog Seitenabstand beim Überholen: Wie groß muss er sein?“

08.04.2019 16:26 Querdenker 6

Zitat: „Die mit Abstand häufigsten Unfallgegner für Fahrradfahrer sind Pkw mit 75 Prozent. Viel seltener stoßen zwei Fahrradfahrer zusammen: 9 Prozent. Mit Fußgängern stoßen Fahrradfahrer in 6 Prozent der Fahrradunfälle zusammen.“

Die Statistik vom „Statistisches Bundesamt“ ist unglaubwürdig. Die Dunkelziffer wird bei Unfällen von z.B. Fahrradfahrer versus Fußgänger sehr hoch sein.

siehe „tagesspiegel Studie in Berlin Fußgänger fürchten die Radfahrer“
Zitat: „Ein Schwerpunkt bei dieser Art der Unfälle ist Pankow, wo im vergangenen Jahr zehn Fußgängern bei Unfällen mit Radlern schwer verletzt wurden.“

siehe „tagesspiegel Rad-Kennzeichen bringen nicht mehr Sicherheit“
Zitat: „In einer Studie fand die UDV heraus, dass mehr als zwei Drittel aller Unfälle mit Radfahrerbeteiligung gar nicht polizeilich gemeldet wurden. Selbst drei Viertel der Radfahrer, die sich im Krankenhaus behandeln ließen, tauchten in keiner Polizeiakte auf.“

08.04.2019 16:02 Freiheit 5

Wo sind denn die Kommentare hin?

08.04.2019 15:51 der_Silvio 4

@3 Rudi;
Wie verkehrt ihr Kommentar ist, können Sie folgendem MDR-Artikel vom 12.06.2018 entnehmen;
'Verkehrsunfallstatistik 2017Zahl der Fahrradunfälle steigt in Thüringen'
Thüringen wird von den Roten regiert.
Zudem gibt es folgende Regel für ALLE Verkehrsteilnehmer:
Vorsicht und GEGENSEITIGE Rücksichtnahme.

08.04.2019 12:59 Rudi 3

So lange irgendwo die CDU/CSU und diese ganzen ideologischen Wurmfortsätze regieren, wird sich gar nichts am Status des Autos ändern.
Es werden immer mehr Autos, weil die Verdichtung in den Städten immer mehr zunimmt. Konzepte um das zu steuern gibt es nicht oder werden nicht umgesetzt.
Auf dem Land fehlt das Geld, also gibt es gar keine Radwege.
Für Radfahrer bleibt alles so wie es ist oder wird schlimmer. Danke CDU/FDP/AFD

08.04.2019 12:26 na so was 2

Als Ergänzung zu diesem Thema bringen Fotos bei einer Mitmachaktion "Radweg oder Scherz ? Sachsen ärgern sich über Zustand mancher Radwege" nur ein Kopfschütteln hervor. Im Prinzip alle Fotos von Dresden und Umgebung. Diese Fotos zeigen allerdings Zustände, die schon jahrelang bestehen. Nur mal als Nebenbemerkung, die Stadt Dresden hat "sieben Radwegbeauftragte" im Rathaus sitzen. Was mich interessieren würde, haben sie diese Konfliktstellen schon einmal vor Ort wahrgenommen ?

08.04.2019 11:16 Sebastian 1

Interessant wäre, ob die Unfallzahlen mit der Zunahme von Fahrradwegen und Fahrradschutzstreifen vielleicht sogar angestiegen sind. Fahrradwege kommen ja oft genug irgendwo aus dem Gelände und queren plötzlich die Straße. Vielleicht sollten sie im Bereich von Kreuzungen und Einmündungen direkter und sichtbarer in den Straßenverkehr integriert sein. Durch Fahrradschutzstreifen und die dadurch beengteren Fahrbahnen dürften die seitlichen Abstände zwischen Auto und Fahrrad vielleicht sogar abgenommen haben, jetzt fährt der Radfahrer isoliert auf seinem Schutzstreifen, man nimmt ihn kaum noch wahr, früher musste der Radfahrer noch aktiv überholt werden. Da haben sicherlich auch LKW-Fahrer eher drei mal überlegt, ob sie vor dem Rechtsabbiegen noch einen Überholvorgang starten. Seit Radwegen und Schutzstreifen kommen Radfahrer auch viel häufiger von rechts hinten vorbeigeschossen, das war früher laut StVO ausgeschlossen.

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