"Krieg dem DFB" - Dynamo droht neuer Ärger DFB ermittelt nach Ausschreitungen in Karlsruhe

Nach den Ausschreitungen in Karlsruhe will der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Ermittlungsverfahren gegen beide Vereine einleiten. Zunächst werden Dynamo Dresden und der Karlsruher SC zu einer Stellungnahme zu den Ereignissen vor und im Stadion aufgefordert. Sobald diese und weitere Materialien ausgewertet sind, wird über das weitere Vorgehen entschieden.

Der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, Hans E. Lorenz, sagte der Tageszeitung "Die Welt", dass die Kriegsrhetorik und die Militär-Outfits beim Strafmaß eine Rollen spielen könnten.

Dieser militärische Anstrich ist eine neue Komponente, die wir in unsere Überlegungen einzubeziehen haben.

Hans E. Lorenz Vorsitzender DFB-Sportgericht

Dynamo: "Vorkommnisse waren ein Rückschlag"

"Gewalt, Kriegsrhetorik & Panzer auf Zaunfahnen? Die SGD ist stark und ruhmreich. Aber ganz gewiss nicht so." So kommentierte Dynamo Dresden noch am Sonntagabend die Vorkommnisse in Karlsruhe. Am Montag entschuldigte sich der Verein in einer öffentlichen Stellungnahme. Darin heißt es, dass die "Verfehlungen aus den Reihen der 2.004 mitgereisten Dynamo-Fans" in den kommenden Tagen analysiert und aufgearbeitet werden sollen.

Wir distanzieren uns als Verein klar von jeder Form von Gewalt und verurteilen auch Spruchbänder, die dazu aufrufen.

Ralf Minge Sportgeschäftsführer Dynamo Dresden

Konsequenzen noch unklar

Dynamo-Geschäftsführer Michael Born hatte sich am Sonntag noch zurückhaltend geäußert. Er sagte MDR SACHSEN, man müsse zunächst die Lage analysieren. Einerseits habe es beeindruckende Fan-Aktionen gegeben. Es seien aber auch Aktionen dabei gewesen, die "eindeutig zu weit gehen". Dass 21 Ordner verletzt wurden, wollte Born vorerst nicht bestätigen. Er sei vor Ort gewesen und habe das nicht gesehen. Sobald klar sei, was wirklich vorgefallen ist, werde Dynamo Dresden Konsequenzen ziehen. Diese sollen "nachhaltige Wirksamkeit entfalten, aber gleichzeitig nicht zu einer weiteren Eskalation beitragen", so Born am Montag.

Die Vorkommnisse in Karlsruhe waren auf unserem Weg zweifelsohne ein Rückschlag.

Michael Born Dynamo-Geschäftsführer

KSC-Präsident Wellenreuther verurteilt Dresdner Fans

Der Präsident des Karlsruher SC, Ingo Wellenreuther, kritisierte am Montag das Verhalten der Dynamo-Fans beim Zweitliga-Spiel. Das habe seiner Meinung nach nichts mit Fußball zu tun.

Man kann sich auch die Frage stellen, ob solche paramilitärischen Aufmärsche überhaupt geduldet werden dürfen von staatlicher Seite.

Ingo Wellenreuther Präsident des Karlsruher SC

"Football-Army" verletzt 36 Polizisten und Ordner

Rund 1.500 Dynamo-Anhänger waren nach Polizeiangaben in Tarn-Montur als "Football-Army" nach Karlsruhe gereist. Angeführt wurde der Zug von mehreren Trommlern. Zudem entrollten sie ein Banner mit der Aufschrift "Krieg dem DFB". Feuerwerkskörper flogen - auch gezielt in Richtung Polizei.

Anschließend wurden in einer offenbar koordinierten Aktion die im Stadion eingesetzten Ordner überannt. So konnten viele Personen unkontrolliert in den Gästeblock gelangen. Zudem wurden Imbissstände im Stadion geplündert. Die Polizei setzte Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Im Stadion selbst wurden im Dresdner Fanblock mehrfach Feuerwerkskörper und Bengalos gezündet. Es wurden auch Schals und eine Fahne des Karlsruher SC verbrannt.

Bei den Ausschreitungen im Umfeld des Spiels wurden laut Polizei 36 Beamte und Ordner durch Dynamo-Anhänger verletzt. Der Rückmarsch aus dem Stadion nach Spielende verlief dann ohne weitere Zwischenfälle.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio und Fernsehen: MDR SACHSEN - das Sachsenradio | 15.05.2017 | Nachrichten ab 05:00 Uhr

MDR SACHSENSPIEGEL | 15.05.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2017, 18:56 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

241 Kommentare

17.05.2017 17:41 vomDFBalleingelassenerDynamoFan 241

von den verletzte Polizisten musste keiner ins Krankenhaus, ein paar waren beim Arzt aber alle sind diensttauglich (Knalltrauma durch Böller)
bei den Ordnern gab es leichte Schürfwunden und Knalltrauma

die schwerste Verletzung am diesem Tag war eine Kopfverletzung eines Polizisten....diese Verletzung hatte aber nichts mit dem Spiel zu tun sondern ist beim verladen der Pferde passiert

17.05.2017 17:33 Sr.Raul 240

Ob Das irrelevant ist, @233 (Stefan), Ansichtssache. Fakt ist, er hat sich der "Protestler" und ihrer Aktionen, seinen Ansichten entsprechend bedient ("Das ist der Osten!" "Das ist Dresden!" Das ist Dynamo!") ,diese Denke auf Basis des in KA Geschehenen, öffentlich gemacht und somit den Anschein erweckt, es betrifft das gesamte ehem. Gebiet der DDR und DD im Besonderen. Ob Das nun so vorteilhaft ist? Ich denke, NEIN!

17.05.2017 17:31 Ullrich 239

@ wo geht es hin
Wir so oft

DIE ANDEREN HABEN DOCH AUCH.

an der besorgten Front nichts neues!

17.05.2017 17:26 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 238

Wenn man zu dem Thema mal ein bissl sucht und auf ein paar 'Blogs' von 'Befürwortern' dieser 'Randale' einen Blick wirft, werden da diese '88' und verschiedene andere 'Metaphern' schon eher 'gefeiert'.

17.05.2017 17:20 hotte 237

bei diesem sogenannten Fanmarsch wurde ein Banner getragen, sinngemäß "Krieg dem DFB".
Ihr seid also mit dem DFB unzufrieden.
Ruft eure vielen Mitglieder zusammen, stimmt ab und tredet aus.
Ist doch ne vernünftige Lösung.

17.05.2017 17:01 Regaltener 236

Die Randale der Dynamo-Chaoten hat nichts mehr mit Fußball zu tun. Das ist einfach nur noch organisierte Kriminalität.

Wer Kiosk-Stände überfällt und diverse andere Straftaten begeht, gehört nicht ins Stadion, sondern vor Gericht. Die Dynamo-Randalierer haben Sachsen mal wieder bundesweit blamiert. Das war eine wirklich peinliche und vollkommen überflüssige Aktion. Wie dumm muss man sein ...

17.05.2017 16:22 Ullrich 235

@Stefan
Dann hoffen wir mal das das stimmt! Und das wird mit Sicherheit jemand überprüfen!

17.05.2017 16:15 Wo geht es hin? 234

@Rino: Welch wahren Worte! Um die ganze Sache auch noch mal von einer anderen Seite zu beleuchten: Was sagte der KSC-Präsident gleich noch mal dazu? Zitat:"Der Präsident des Karlsruher SC, Ingo Wellenreuther, kritisierte am Montag das Verhalten der Dynamo-Fans beim Zweitliga-Spiel. Das habe seiner Meinung nach nichts mit Fußball zu tun." Zitat Ende. Na das nenne ich doch mal Heuchelei vom allerfeinsten, wenn ich seine eigene Klientel vor Wochen in Stuttgart "bewundern" durfte! Und allgemein wurde von "einer neuen Qualität der Gewalt" in KA gesprochen. Ach so? D.h. mit anderen Worten, wenn ich andere Klamotten anhabe wie erwünscht, ist das jetzt schon unter "Gewalt" einzuordnen? Was ist "neu" im Stadion (denn NUR DORT hat der DFB was zu sagen) an "Gewalt"? Böller? Gabs schon überall. Nebeltöpfe? Gabs schon überall. Sog. "Blocksturm"? Gabs schon überall. Schmähplakate? Gabs schon überall. Imbissbudenbesetzung? Gabs schon überall. Und nun?

17.05.2017 14:20 Stefan 233

@227 Ich denke nicht das lehmi irgendwas erklären muss, denn es handelte sich nur um das Baujahr . Einen Sinn würde eine nationalsozialistische Symbolik eh nicht machen, da nebenan gleich VP steht und das DDR-wappen sich befindet. Diejenigen die da etwas drin sehen wollen, die sehen es eh, egal wie unsinnig ihre Thesen auch sein mögen. Wenn der Popcorn &Bier-hetzer da nazisymbolik sehen möchte, dann braucht da nur einer ein braunes T-Shirt anhaben. Das betonierte Weltbild lässt denken da nicht mehr zu. @231 Das mag erschreckend sein, aber diese Äußerung kommt nicht von den Ultras sondern vom Bachmann. Daher irrelevant. Der kann erzählen was er will.@226 wer ernsthaft glaubt das eine nationalsozialistische Symbolik direkt neben dem kommunistischen Wappen einen Sinn ergibt, der sollte seine Füße still halten. Ob es das Baujahr, Geburtstag oder sonstiges des Autos/Besitzers ist, ergibt mehr Sinn als Nazi-symbole. Über deinen Unsinn kann man nur lachen

17.05.2017 13:23 Atlas 232

@229 Michael: Du willst es nicht verstehen, oder? Der deutsche Innenminister ist der oberste Dienstherr aller Polizisten. Polizisten wurden bei dieser als "Fanmarsch" getarnten paramilitärischen Absurdität (um das einmal vorsichtig auszudrücken) mit Böllern beschossen, auch gezielt. Das ist strafbar und in meinen Augen kriminell. Wenn der Innenminister dann nichts sagen würde, hätte er seinen Job verfehlt. Um das zu wissen, muss ich gar nichts "regergieren" (wahrscheinlich meinst Du "recherchieren"). Gegen einen wirklichen Fanmarsch wäre ja gar nichts einzuwenden, aber das hier war keiner. Mit "man hat etwas gegen Ex-DDR-Menschen" hat das nun wirklich gar nichts zu tun (ich bin selbst einer), das ist einfach nur billiges Lamentieren und Nichteinsehenwollen, dass man Sch... gebaut hat - wer sich in der Öffentlichkeit so bewegt hat mit Konsequenzen zu rechnen (leider ist das aber sehr oft nicht der Fall, darum denken immer mehr Idioten, dass sie in diesem Land Narrenfreiheit genießen).