Ein grüner, ein roter und ein schwarzer Buntstift neben dem Wappen Sachsen
Schule, Umwelt, Wirtschaft, Landwirtschaft und Braunkohle - die künftige sächsische Regierung hat gut zu tun. Verbände melden schon jetzt ihre Forderungen an. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/Steinach

04.10.2019 | 20:15 Uhr "Kenia-Sondierung": Verbände melden sich mit Erwartungen

Ein grüner, ein roter und ein schwarzer Buntstift neben dem Wappen Sachsen
Schule, Umwelt, Wirtschaft, Landwirtschaft und Braunkohle - die künftige sächsische Regierung hat gut zu tun. Verbände melden schon jetzt ihre Forderungen an. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/Steinach

Nicht nur bei der Zukunft des vom Braunkohleabbau bedrohten Dorfs Pödelwitz sorgen die Gespräche für eine mögliche Regierungskoalition von CDU, Grünen und SPD in Sachsen für geteiltes Echo. Landwirtschaft, Schule, Umwelt und Wirtschaft bieten viel Diskussionsstoff, deren Lobbyverbände melden sich schon jetzt mit Forderungen, Lob und Bedenken.

Punkte, wie Bürokratiekosten für Unternehmer abbauen, längeres gemeinsames Lernen oder die Förderung alternativer Mobilität treffen etwa beim Unternehmerverband Sachsen auf offene Ohren. Auch Tarifbindung und gute Löhne sind aus Sicht von Verbandspräsident Dietrich Enk wichtig.

Erziehungsgewerkschaft will Klassenleiterstunde

Aus Sicht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes sind alle wichtigen Themen angesprochen. Landesgeschäftsführer Michael Richter begrüßt die Einführung der Gemeinschaftsschule, auch wenn noch unklar ist, wie dies genau geschehen soll.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft erwartet von einem sogenannten Kenia-Bündnis in Sachsen erhebliche Verbesserungen im Bildungsbereich. Nach den Sondierungen forderte GEW-Chefin Ursula-Marlen Kruse die potenziellen Koalitionäre auf, die Arbeitsbedingungen für Erzieher, Lehrer und Wissenschaftler zu verbessern. Ein deutliches Signal fordert die GEW unter anderem für die Schulen und benennt konkret eine Forderung. Die Belastung für Lehrkräfte sei stark gestiegen, besonders durch die Klassenleitung. Deshalb müsse es eine sogenannte Klassenleiterstunde geben.

Landwirtschaft sorgt für viel Diskussionsstoff

Das erklärte Ziel von CDU, Grünen und SPD, den ökologischen Landbau zu stärken, bezeichnet der Landesbauernverband als fahrlässig. Die Landwirte könnten nicht ökologischer produzieren, ohne dass der Konsument dafür mehr bezahle, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. Zugleich räumte Verbandschef Torsten Krawczyk ein, dass auch die konventionelle Landwirtschaft ökologischer werden müsse. Krawczyk kritisierte jedoch den Vorstoß, die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln und Dünger bis 2030 zu halbieren. Verbote und Einschränkungen würden nur helfen, wenn dadurch entstehende Mindererträge ausgeglichen würden.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, die traditionelle Familienbetriebe vertritt und sich nicht vom Landesbauernverband repräsentiert sieht, hatte bereits vor der Landtagswahl die Verbraucher in die Pflicht genommen.Nur wer angemessene Preise bereit sei zu zahlen, könne auch hohe Qualität und umweltschonende Landwirtschaft erwarten.

BUND-Landesgeschäftsführer David Greeve meint, das Sondierungspapier habe gute Ansätze, bleibe aber bei Klima-, Natur - und Artenschutz sehr vage.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 04.10.2019 | 19:00 Uhr
MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 04.10.2019 | 21:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 04. Oktober 2019, 20:19 Uhr

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