Ein Polizeibeamter steht auf dem Gelände einer Schule.
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Anfrage der Linken Mehr rechte Straftaten an Sachsens Schulen

Das politische Klima in Sachsen ist in den vergangenen Jahren rauer geworden. Das spiegelt sich auch an den Schulen wider. Es gibt mehr Hakenkreuzschmierereien und rechte Gewalt - wie eine Anfrage der Linken zeigt.

Ein Polizeibeamter steht auf dem Gelände einer Schule.
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An Sachsens Schulen ist die Zahl rechtsmotivierter Straftaten wieder deutlich gestiegen. Das geht aus Antworten der Regierung auf eine Kleine Anfrage der Linken im Sächsischen Landtag hervor. Demnach wurden der Polizei im Jahr 2018 insgesamt 91 rechtsmotivierte Straftaten an Schulen gemeldet. 2017 waren es 66 Fälle.

Zu den Delikten gehörten im vergangenen Jahr besonders häufig die Verwendung verbotener Symbole - etwa durch Schmierereien von Nazi-Symbolen. An Schulen in Wurzen und Pirna habe es zudem jeweils eine Körperverletzung gegeben. In allen Fällen wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Schulleitungen hätten zudem im vergangenen Jahr 73 weitere Fälle ohne strafrechtliche Relevanz gemeldet.

Häufig Oberschulen betroffen

35 der Vorfälle aus dem vergangenen Jahr ereigneten sich demnach an Oberschulen, 16 an Gymnasien. An Grundschulen seien neun Vorfälle registriert worden. Außerdem wurden den Angaben zufolge 13 Versuche sogenannter "Reichsbürger" registriert, ihre Schriften an Schulen zu übersenden oder Lehrkräfte zu behelligen. Die Linke-Abgeordnete Kerstin Köditz sagte, auch die NPD und die rechtsextreme "Identitäre Bewegung" versuchten offenbar gezielt, Schulen ins Visier zu nehmen.

Durch die Steigerung im dritten Jahr in Folge ist die Abgeordnete alarmiert. Dies könne aber auch bedeuten, dass Schulen inzwischen stärker für das Problem sensibilisiert seien. Das sei ein gutes Zeichen, so Köditz. Ein Höchststand war mit 122 Fällen vor zehn Jahren erreicht worden. Bis 2015 war die Zahl dann auf 46 gesunken.

Quelle: MDR/kb/dpa/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 06.02.2019 | 16:00 Uhr | Nachrichten

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Zuletzt aktualisiert: 06. Februar 2019, 19:03 Uhr

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5 Kommentare

08.02.2019 14:32 Schulz 5

Man sollte mal bei "Publico" rein schauen - da wird die Liste aus der Anfrage auseinander genommen. Und es bleibt außer heißer Luft fast nix mehr übrig....
Google: "Ministers Wunder-Liste Publico"

08.02.2019 08:55 der_Silvio 4

@3 Irmela Mensah-Schramm;
"Ach jemineee, warum denn immer gleich links gegen rechts ausspielen. Hier geht es ganz klar um rechte Straftaten"

Bleibt nur die Frage, ob diese Straftaten rechtsmotiviert waren.
Denn das Problem besteht darin, daß beispielsweise Hakenkreuze bei der Polizei automatisch als rechte Straftat eingeordnet wird, egal ob es ein 'dummer Jungenstreich', ein Linksextremist oder eben ein Rechtsextremist war.
Und gerade bei den Schmierereien auf einen bestimmten Täterkreis zu schließen, halte ich für gewagt. Besonders dann wenn eine Grundschule/Grundschüler betroffen ist bzw. sind.

07.02.2019 16:53 Irmela Mensah-Schramm 3

@ Thomas
Ach jemineee, warum denn immer gleich links gegen rechts ausspielen.
Hier geht es ganz klar um rechte Straftaten in Schulen und nicht um linke Straftaten in der Bahn!

Wenngleich nicht immer linke Straftaten gewaltlos sind, so gehen sie dennoch in eine völlig andere Richtung - die ich freilich selbst nicht toleriere!!
Wahrscheinlich bin ich für Sie/für Dich eine "linke Straftäterin", da ich seit über 32 Jahren in exakt 321 Städten und größeren Orten Deutschlands rechte Propaganda schlichtweg zerstört habe!
Wie immer mit dem guten Gefühl danach: es ist weg, der geistige Dreck!

07.02.2019 13:30 Thomas 2

Und wo ist die Gegenüberstellung zu linken Straftaten,damit sich ein normaler Bürger eine Meinung bilden kann.
Was sollen solche einseitigen Artikel und welchen Zweck verfolgt man damit.
Ich kann mich täuschen, aber das ,was Linke gerade in Leipzig mit der Bahn veranstalten, ist meiner Meinung nach auch auf deren Vergangenheit ( Schule ,Elternhaus,und staatlichem Versagen) zurückzuführen. Man sollte also alarmiert sein..

07.02.2019 10:40 Irmela Mensah-Schramm 1

Nun ist es ja offensichtlich - so frage ich mich, folgen nun Taten auf Klagen ?

Ist es nicht seltsam, aber zu offensichtlich, dass hier längst Handlungsbedarf
besteht ?
Warum gibt es - noch immer zu wenig - Lehrer*innen, die sich aufgeschlossen gegenüber Projektangeboten von außen zeigen, aber noch viel zu viele Lehrer*innen, die sich außerordentlich schwer damit tun ?

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