Dach überm Kopf Modetrends: Was wurde aus dem Herren-Regenschirm?

Jeder und jede hat garantiert mindestens einen. Und in diesem so trockenen Jahr sehnen wir uns manchmal fast schon danach ihn aufzuspannen - den Regenschirm. Erfunden wurde der Regenschirm einst gegen die Sonne. Er galt an Königs- und Kaiserhöfen als Symbol der prunkvollen Macht. Seine praktische Funktion auch gegen das Nass von oben nutzten die Europäer, voran die Franzosen, flächendeckend ab etwa 1700.

Gene Kelly in ''Singin' in the Rain''
Gene Kelly in "Singin' in the Rain" Bildrechte: imago/United Archives International

"Singing in the Rain" - was wäre dieser Song ohne den großen Herren-Regenschirm? Immer wieder taucht der Regenschirm auch in der Kunst auf. Ob nun bei Arthur Preil, Heinz Erhardt oder Helge Schneider. Die wohl früheste urkundliche Erwähnung eines Regenschirms in Europa ist über 1200 Jahre alt. Der Abt Alkuin von Tor schickt dem Bischof Arno von Salzburg einen Regenschirm und schreibt: "Ich sende dir ein Schutzdach, damit es von deinem verehrungswürdigen Haupte den Regen abhalte."

Fast noch einmal ein ganzes Jahrtausend dauert es dann, bis der Schirm nicht nur als Schutz gegen die Sonne, sondern gegen die Wassertropfen in Serie hergestellt wird. Der Taschenregenschirm, patentiert in Frankreich, ist somit auch schon 300 Jahre alt. Nicht ganz so klein wie unsere heutigen Knirpse, aber eben schon praktischer als das sperrige Modell davor.

Klassische Eleganz

Doch im Großen und Ausladenden liegt eben auch die klassische Eleganz. Herrenmode-Verkäuferin Franziska Rüprich sagt: "Der Regenschirm ist bei uns im Hause wirklich auch so gedacht, dass man ihn elegant zur passenden Garderobe tragen kann. Der Griff ist entweder aus einem ganz edlen Leder oder er ist Holz. Die Dächer sind etwas sturmsicher. Also man kann natürlich da nicht bei einer großen Windstärke rausgehen. Aber der Schirm bricht Ihnen nicht sofort um."

Ein guter Schirm hat durchaus sein Gewicht, anderthalb Kilogramm, vielleicht noch mit einem gebogenen Griff aus Sterling Silber. "Man hört es beim Aufspannen, dass das Material arbeitet. Das ist einfach eine wunderbare Seide, eine Schirmseide, die in dem Moment, wo man das Dach öffnet, ihre volle Schönheit entfaltet," sagt die Mode-Fachfrau

Regenschirm
Edel: Der Stockschirm mit Holzgriff Bildrechte: imago images / photothek

Wer nicht an der Mode spart, greift auch beim Regenschirm zur Extraklasse.

Mario Süßenguth | MDR SACHSEN-Reporter und Schirmfreund

Volle Schönheit in Nachtblau oder mit schottischem Caro. Es soll zum Äußeren des formvollendet gekleideten Herren passen. "Wir haben Schirme zum Tweet. Wir haben Schirme zum Anzug. Wir haben Schirme zur Reise“, sagt Mode-Expertin Franziska Rupprecht, die den klassischen Regenschirm auch als Spazierstock empfiehlt. Als Tanzbegleiter ist der Herrenschirm ja längst weltberühmt.

Nachgefragt!

Zwei junge Frauen sitzen nebeneinander und haben die Kniee übereinander geschlagen. Beide tragen einen Unterrock. 3 min
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Ein Mann trägt einen Panama-Hut 2 min
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Quelle: MDR/msü/in

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.09.2020 | 10:00 - 13:00 Uhr

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