Sachsen Frühwarnsystem bei Hochwasser durch Starkregen

Hochwasser haben 2002, 2010 und 2013 in Sachsen nicht nur große Schäden angerichtet, sondern auch Todesopfer gefordert. Deshalb investiert das Land seit 2002 in ein Hochwasserwarnsystem, das ständig erweitert wird. Jetzt gibt es unter anderem eine Frühwarnfunktion vor Starkniederschlägen, die wegen des Klimawandels zunehmend auftreten können.

In Dresden ist am Mittag ein neues Frühwarnsystem in Betrieb gegangen. Damit könne vor Hochwasser durch plötzliche, lokale Starkregenereignisse rechtzeitig gewarnt werden, sagte Umweltstaatssekretär Frank Pfeil. Diese Frühwarnungen werden für 16 Regionen Sachsens herausgegeben.

Weltweit würden Klimaexperten vor einer Zunahme von lokalen Starkregenereignissen warnen, so Pfeil. In Sachsen müsse insbesondere in den Sommermonaten mit einer Zunahme solcher Ereignisse gerechnet werden. Dann sei ein auf Pegel bezogenes System nicht immer ausreichend schnell.

Rechtzeitige Warnungen schaffen Zeit, um Menschen oder Sachwerte in Sicherheit zu bringen. Das hilft, eintretende Schäden zu vermeiden oder wenigstens zu verringern.

Dr. Frank Pfeil Umweltstaatssekretär Sachsen

Testphase erfolgreich

Ein Jahr lang wurde die neue Funktion getestet. Dabei konnten 85 Prozent der später eintretenden Hochwasser durch Starkregen vorhergesagt werden. In nur einem Prozent dieser Fälle handelte es sich um eine Fehlwarnung.

Die Prognosen des neuen Frühwarnsystems werden alle drei Stunden aktualisiert, um auch auf kurzfristige Wetterentwicklungen reagieren zu können. Sie sind auf der Internetseite des Landeshochwasserzentrums (LHWZ) zu finden und sollen ab 2019 auch über eine App verfügbar sein.

Quelle: MDR/lm

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.03.2018 | ab 10:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 07. März 2018, 18:11 Uhr

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