Gesundheitsreport 2018 Krank, kränker, Sachsen

Die Sachsen sind bundesweit am häufigsten und längsten krankgeschrieben. Das hat der neue Barmer Gesundheitsreport ergeben. Im Kreis Görlitz gab es dabei die meisten Krankmeldungen, in Dresden die wenigsten.

Der Gesundheitsreport 2018 der Krankenkasse Barmer offenbart es: In Sachsen leben bundesweit die meisten Kranken. Dem aktuellen Report zufolge, lag der Krankenstand in Sachsen 2017 bei 5,2 Prozent, 0,4 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Bereits 2016 lag der Wert im Freistaat bei 5,2 Prozent (bundesweit: 4,8 Prozent). Laut Report ist jeder Sachse durchschnittlich 19 Tage pro Jahr krankgeschrieben. Dabei machten ihm der Rücken, Erkältungskrankheiten und Grippe, aber auch seelische Leiden und Verletzungen am meisten zu schaffen.

"Ich habe Rücken"

Mit 21,3 Prozent bleibt der Rücken sachsenweit das Leiden Nr.1. Dieser Trend sei erfreulicherweise rückläufig, erklärt Dr. Fabian Magerl, Landesgeschäftsführer der Barmer in Sachsen. Allerdings sei der Anteil anderer Krankmeldungen dafür gestiegen. So folgten Meldungen über psychischen Störungen (16,6 Prozent/2016: 16,4 Prozent), gefolgt von Atemwegserkrankungen (15,7 Prozent/2016: 15,2 Prozent).

Somit bleibt der Krankenstand in Sachsen weiterhin auf hohem Niveau.

Fabian Magerl Landesgeschäftsführer der Barmer Sachsen

Stadt-Land-Gefälle

Wie aus dem Barmer-Report weiter hervor geht, gibt es Unterschiede bei den Krankmeldungen bezüglich des Wohnortes. Demnach gibt es im Landkreis Görlitz mit 5,9 Prozent die meisten Krankmeldungen, dicht gefolgt vom Landkreis Nordsachsen (5,6 Prozent) und dem Landkreis Leipzig (5,5 Prozent). Die wenigsten Krankmeldungen sind in der Stadt Dresden (4,6 Prozent) und im Erzgebirgskreis (4,8 Prozent) gemeldet worden. Auch die Art der Erkrankungen fallen in den einzelnen Kreisen unterschiedlich aus. Liegt Görlitz bei den Muskel-Skelett-Erkrankungen (515 Fälle) und Verletzungen (280 Fälle) auf Platz eins, sind die meisten psychischen Erkrankungen in der Stadt Leipzig (370 Fälle) gemeldet worden. Bei Atemwegserkrankungen hatte Nordsachsen die meisten Fälle (314) 2017 zu verzeichnen, dicht gefolgt von der Stadt Chemnitz mit 310 Krankmeldungen.

Sachsen - Krankenstand nach Kreisen und Jahren in Prozent
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wenn der Beruf krank macht

Schaut man sich die Berufsgruppen an, dann legten Bus-und Straßenbahnfahrer am häufigsten den Krankenschein vor. Durchschnittlich 33 Tage kamen sie im vergangenen Jahr krankheitsbedingt nicht zur Arbeit - das sind 9,1 Prozent. Negativ-Sieger aller untersuchter Berufsgruppen. Ähnlich viele Krankentage zählten die Statistiker auch bei den Berufen in der Altenpflege. Krankheitsbedingt fehlten hier die Beschäftigten rund 31 Tage im Jahr. Der Krankenstand lag bei 8,4 Prozent.

Die Barmer Ersatzkasse erklärt sich die Krankmeldungen unter anderem damit, dass im Arbeitsalltag das Alter eine große Rolle spielt. Aber auch das Klima habe Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Beschäftigten. Höhere Krankenstände können Folge eines schlechten Betriebsklimas oder allgemein hoher Belastungen am Arbeitsplatz sein. Die Angst um den Erhalt des Arbeitsplatzes beeinflusst das Betriebsklima maßgeblich negativ. Das wiederum kann zu Fehlzeiten führen.

Für den Gesundheitsreport 2018 wurden die Daten von 117.000 sächsischen Erwerbspersonen ausgewertet. Das sind rund sieben Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Freistaat. Die Barmer versichert insgesamt rund 370.000 Menschen in Sachsen.

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 21.08.2018 | 19:00 Uhr
MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 21.08.2018 | 13:20 Uhr
MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 21.08.2018 | 13:00 in den Nachrichten

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 21. August 2018, 19:48 Uhr

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11 Kommentare

23.08.2018 08:10 Happydiner 11

Ja kein Wunder, ich habe mal gelesen, daß die Arbeitnehmer in Sachsen auch im Durchschnitt älter sind als diese in Hamburg oä. Wenn wundert dann die Statistik, wenn junge Leute wegziehen. Aber die Johrnalisten können wieder mal ne Negativschlagzeile über Sachsen bringen, da freuen die sich ja scheinbar diebisch.

22.08.2018 14:51 DeHoppn 10

Verwunderlich oder?

Mein Gott, die meisten Sachsen haben im Vergleich zu anderen Bundesländern will auch deutlich weniger Urlaubstage. Vom Lohn oder Gehalt ganz zu schweigen.
Da würde ich mir auch ein paar freie Tage durch Krankschreibung ergaunern. Sorry, aber die Krankenkassen sollten lieber an ihren Leistungen arbeiten und auf ihre bescheuerte Wirtschaftlichkeit achten, als solche Statistiken rauszuwerfen.

22.08.2018 09:58 Möwe 9

Das liegt daran, dass die Sachsen Ihre Frohnatur verloren haben und als besorgte Bürger alles benöhlen, was es gibt. Mecker, mecker usw.,das wird zur negativen Grundeinstellung und das macht krank. Wir in Thüringen sind da anders. Wir arbeiten am längsten und klotzen ran. Am WE saufen und feiern wir.

22.08.2018 08:10 ReneS 8

Ist doch kein Wunder. Viele Unternehmen in Sachsen bezahlen so schlecht, dass sich Ihre Mitartbeiter einfach mal selbst 6 Wochen im Jahr aus dem "Geschäft" nehmen. Ich kenne viele, die schuften den ganzen Tag und haben am Monatsende nicht einmal nen 1000ner Netto auf der Kante und nur den Mindesturlaub - den Sie dann auch nur an bestimmten Tagen nehmen dürfen. Ja ihr sogenannten "Unternehmer" wer billig bezahlt, seine MA wie Arbeitsklaven behandelt, bekommt auch nur billig und auch zu Recht keine Fachkräfte. Das CDU Billiglohnland Sachsen ist "ausgebrannt" - die Quittung dafür wird wohl bald kommen...

22.08.2018 06:35 Zeitgeist 7

Die Barmer ist selbst ein Problem für sich.
Auf den Briefkopfbogen steht nur eine Postfach - Adresse drauf.
Ein Besuch im Beitragszentrum / Vorstand von Sachsen ist unerwünscht.

21.08.2018 23:40 wwdd 6

Liebe Arbeitnehmer, gönnt Euch die Auszeit oder die Gesundheitswoche, denn Euer Arbeitsleben wird ein Marathonlauf plus XL sein. Denkt daran, vor dem Himmelstor fragt niemand nach Euren Überstunden, sondern nur ob Ihr gelebt habt.

21.08.2018 22:40 Mister BlueCap 5

Es gibt kein gescheites Radio, nur Shit pur für jung und alt.Das ist der Grund warum die Leute krank werden. Ist wissenschaftlich nachweisbar. Dort wo tolle Musik zu hören ist, macht die Arbeit Spaß.
Da wird man nicht krank. Bleib fit im Schritt und Tanz mit.

21.08.2018 21:44 Franz Richter 4

@3
Du sollst Kaffe kochen...
Nein, im Durchschnitt war der Teich nur 40 cm tief, trotzdem ist die Kuh ersoffen.
Ich gebe Ihnen Recht, das geht zu wenig in die Tiefe.

21.08.2018 20:20 Ein Vogtländer 3

Auf den Webseiten der Barmer heißt es:
"Die Gesundheitsreporte untersuchen Krankschreibungen der erwerbstätigen BARMER-Versicherten."
Leider wird dieser Sachverhalt im Artikel an keiner Stelle erwähnt.
Um aus den im Gesundheitsreport aufgeführten Erkenntnisse Schlüsse auf die "Sachsen" zu ziehen, sollte die ausgewählte Personengruppe repräsentativ für die erwerbstätige sächsische Bevölkerung sein. Unabhängig davon ist bei der Untersuchung m. E. auch die Altersstruktur der Bevölkerung und einiges anderes mit einzubeziehen.
So frage ich mich: "Was will mir die Barmer mit diesem Artikel sagen ?"

21.08.2018 18:58 Klara Morgenrot 2

Woran liegt das, frage ich Euch ?
An den Arbeitgebern, die laut Umfrage am wenigsten für ihre Mitarbeiter tun?
So schätzen die Mitarbeiter es in Sachsen selber ein. Konnte man hier auch lesen.
Am Ende schneiden sich die Arbeitgeber aber selber ins eigene Fleisch laut Barmer Gesundheitsreport. Denn der fleißige Wühler liegt am Tropf oder in der Kiste mit Kühlakkus an den Hufen oder er überlebt den dritten Schlaganfall.
Sicher gibt sehr gute Ausnahmen, um nicht gleich den Teufel an die Wand sprühen zu müssen, in Bezug auf Unternehmen die bei dem akuten Fachkräftemangel jede Hand und jeden Fuß brauchen. Das Gehirn dürfen wir dabei nicht vergessen.
Aber es könnte auch sein, die fünfte Dimension macht sich selber verrückt. Dafür sind ja die Sachsen deutschlandweit ja bekannt, das Ergebnis sehen wir hier.
Bleibt doch zu Haus, und drückt die Maus, am Ende kommt auch nicht mehr raus...

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