31.03.2020 | 17:47 Uhr Landesforstpräsident: "Wir wollen die Wunden im Wald schließen"

Vom 898 Meter hohen Bärenstein im Kreis Annaberg hat man diesen weiten Blick über die Berge und Täler des Erzgebirges mit der Talsperre Cranzahl, die hier von 1949 bis 1951 errichtet wurde und rund 77000 Menschen in der Region mit Trinkwasser versorgt.
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Nach gravierenden Schäden wird Sachsens Staatswald mit rund sechs Millionen jungen Bäumen aufgefrischt. "Die meisten Bäume werden jetzt im Frühjahr gepflanzt", sagte der Landesforstpräsident und Geschäftsführer von Sachsenforst, Utz Hempfling, am Dienstag. Im Herbst sei eine weitere Aufforstung geplant.

Der Fokus der Pflanzungen liege auf der Wiederbewaldung geschädigter Flächen, so Hempfling. "Durch Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer sind in ganz Sachsen in den vergangenen zwei Jahren mehrere tausend Hektar Kahlflächen entstanden", verdeutlicht Hempfling. "Diese Wunden im Wald wollen wir schließen."

Insgesamt sollen auf rund 1.600 Hektar 35 verschiedene Baumarten gepflanzt werden. Die Förster setzen dabei vor allem auf:

  • heimische Stiel- und Trauben-Eichen (2,1 Millionen Stück)
  • Rot-Buchen (1,6 Millionen Stück) und
  • Weiß-Tannen (0,8 Millionen Stück).

Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf Waldbewirtschaftung

Aber auch Berg-Ahorn, Lärche, Rot-Erle, Birke, Weide oder Eberesche sowie seltene Baum- und Straucharten sollen gepflanzt werden. Die Vielfalt der Baumarten soll den Wald klimastabiler werden lassen. Mit dem Vorhaben will Sachsenforst etwas mehr junge Bäume im Staatswald pflanzen als im vergangenen Jahr. Das habe mit der aktuellen Schadsituation zu tun. Im Vorjahr wurde eine Fläche von rund 1.100 Hektar bepflanzt.

Die Arbeiten an der frischen Luft und in ausreichendem körperlichen Abstand können glücklicherweise ohne erhöhtes Infektionsrisiko durchgeführt werden.

Utz Hempfling Landesforstpräsident

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben auch Auswirkungen auf die Waldbewirtschaftung. Sachsenforst setze auf die eigenen Waldarbeiter und forstliche Dienstleistungsunternehmen. "Hier kommen auch viele Arbeitnehmer aus osteuropäischen Ländern zum Einsatz, die in der gegenwärtigen Situation nur sehr eingeschränkt einreisen können", so Hempfling. "Wir versuchen die Ausfälle so gut wie möglich durch heimische Arbeitskräfte auszugleichen." Zugleich bedauerte er, dass die vielen Pflanzaktionen, die für das Frühjahr mit Bürgern, Schülern und Familien fest geplant waren, abgesagt werden mussten. "Soweit es die Bedingungen zulassen, werden wir aber im kommenden Herbst und im Frühjahr nächsten Jahres neue Aktionen zum Mitmachen anbieten."

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Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 31.03.2020 | 19:00 Uhr in den Nachrichten

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