Anstecker mit einer kleinen deutschen und russischen Flagge
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17.07.2017 | 19:16 Uhr Sachsen leidet am stärksten unter Russland-Sanktionen

Anstecker mit einer kleinen deutschen und russischen Flagge
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Fünf Jahre Russland-Sanktionen haben der Wirtschaft in Ostdeutschland deutlich mehr geschadet als den Unternehmen im Westen. Nach einer aktuellen Aufstellung des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft ging der Warenaustausch Sachsens mit Russland zwischen 2013 und 2018 mit 72,5 Prozent am stärksten zurück. In den fünf ostdeutschen Ländern (ohne Berlin) zusammen waren es durchschnittlich 28,7 Prozent. In Westdeutschland schrumpfte der Warenaustausch dagegen nur um 17,0 Prozent.

Der Geschäftsführer des Ost-Ausschusses, Michael Harms, verweist darauf, dass ostdeutsche Maschinenbauer sehr stark auf Russland ausgerichtet waren. "Das sind keine Großkonzerne, das sind alles Mittelständler, und die Ausfälle haben dann schon eine enorme Bedeutung", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Kretschmer sieht sich bestätigt

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer plädierte am Mittwoch erneut für den Abbau der Strafmaßnahmen. "Die Lösung des Ukraine-Konflikts ist wichtig und wir müssen dafür alles tun; die Sanktionen haben uns da aber keinen Schritt weitergebracht", sagte er.

Michael Harms vom Ost-Ausschuss betonte, dass der Rückgang im Handel nicht allein auf die Sanktionen zurückzuführen seien. Es gebe auch indirekte Effekte: "Viele deutsche Firmen sagen zum Beispiel, in solch einem politischen Umfeld schieben wir ein strategisches Investitionsprojekt in Russland auf die lange Bank." Oder aber die russische Regierung orientierte sich in Richtung China. "Diese Effekte sind sehr schwer zu beziffern."

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Der Chemnitzer Werkzeugmaschinenbauer Starrag verbucht Verluste im Russlandgeschäft. Bildrechte: Starrag GmbH

Quelle: dpa/st

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.07.2019 | 21:00 Uhr

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