Sachsen-Trend Die Sachsen zwischen CDU und Verdruss

Wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Landtagswahl wäre? Sind Sie mit Stanislaw Tillich zufrieden? Welche Partei kann Probleme in Sachsen am besten lösen? Das waren einige der Fragen bei der infratest-dimap-Umfrage "Sachsen-Trend". Die Tendenz: Viele vertrauen der CDU, viele aber gar keiner Partei. Die AfD wäre bei Landtagswahlen derzeit mit deutlichem Abstand zweitstärkste Kraft.

Gut die Hälfte der Menschen in Sachsen ist mit der Arbeit der Landesregierung zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Das geht aus einer Umfrage von infratest dimap im Auftrag von MDR SACHSEN hervor. Danach gaben das 54 Prozent der insgesamt 1.000 Befragten an. Das sind drei Prozentpunkte mehr als bei der letzten Befragung im November 2016. Dagegen äußerten sich mit 41 Prozent etwas weniger Sachsen eher kritisch über die Arbeit der schwarz-roten Koalition (vorher 45 Prozent).

Bei Landtagswahl: CDU mit Abstand vorn, danach AfD

Wenn am kommenden Sonntag Landtagswahlen wären, würden sich 41 Prozent der Wähler für die CDU entscheiden. Das sind ganze sieben Prozent mehr im Vergleich zum November. Die Christdemokraten wären damit weiter mit deutlichem Abstand stärkste Partei in Sachsen. Die AfD würde einen Stimmenanteil von 21 Prozent erreichen und wäre damit klar zweitstärkste Partei. Neben der AfD hat auch die FDP Grund zur Freude: Die Liberalen würden mit fünf Prozent wieder in den Landtag einziehen. Dagegen müssen die Grünen mit einem Umfragewert von vier Prozent um den Wiedereinzug bangen. Sowohl die Linke als auch die SPD fahren gegenüber der letzten Erhebung leichte Verluste ein. Die Linke würde bei einer Landtagswahl auf 15 Prozent, die SPD auf zehn Prozent kommen.

Probleme löst CDU oder keine Partei

Immer weniger Menschen in Sachsen trauen den Parteien zu, dass sie die wichtigsten Probleme im Land lösen können. Laut infratest dimap halten 40 Prozent der Befragten aktuell keine Partei dazu in der Lage. Genauso viele Sachsen geben an, der CDU am meisten zuzutrauen. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als im November. Die SPD kommt bei der Lösung zentraler Probleme auf magere sieben Prozent, die Linken auf fünf Prozent und die AfD auf vier Prozent. Den Grünen und der FDP traut kaum ein Sachse einen guten Umgang mit schwierigen Lagen zu. Sie bekommen bei dieser Frage jeweils nur ein Prozent.

Tillich und Dulig haben gute Beliebtheitswerte

Der mit großem Abstand bekannteste und beliebteste Politiker in Sachsen ist Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Zwei Drittel der Bürger sind der Umfrage zufolge mit seiner politischen Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als bei der letzten Befragung im September 2015. Auf Tillich folgt  SPD-Landeschef und Wirtschaftsminister Martin Dulig. Knapp der Hälfte der Sachsen sagt er zu. Er konnte damit seine Popularität deutlich ausbauen um 14 Punkte auf 46 Prozent ausbauen. Weit abgeschlagen dahinter folgen FDP-Politiker Holger Zastrow (26 Prozent), AfD-Fraktionsvorsitzende Frauke Petry (19 Prozent). Kaum bekannt sind den Sachsen Linken-Fraktionsvorsitzender Rico Gebhardt und Grünen-Fraktionschef Volkmar Zschocke. Über 70 Prozent kennen sie nicht und haben somit gar kein Urteil.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch in Radio und Fernsehen: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.06.2017 | 05:00 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 22.06.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Juni 2017, 10:03 Uhr

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9 Kommentare

24.06.2017 10:07 Wieland der Schmied 9

Donner und Doria, wieder einmal die aufmüpfigen Sachsen. Wer dann noch den Spruch eines besonders Aufmüpfigen im Ohr hat, der da lautet, „Dresden zeigt wie`s geht!“und das allmontäglich vor Tausenden begeisterten Anhängern ausruft und dafür den Beifall erntet, dann verkörpert das Entschlossenheit, die nicht zerredet werden kann. Allen Progenosen zum Trotz, sie geben nicht auf, bis die Probleme gelöst sind.Tillich als Mitbetroffener gibt sich von allen am konziliantesten, womit er nicht schlecht gefahren ist, Dulig ist dagegen ein unverbesserlicher Ideologe und wird dem Trend seiner Partei SPD folgen, strikt abwärts.Die Bürgerbewegung muss sich in Langmut üben, was 89 in drei Wochen erledigt war geht nun schon ins dritte Jahr. Gemach, gemach, das Establistment läuft auch nicht mehr rund, es kreiselt und turtelt, modifiziert und changiert, der große Wurf kommt nicht mehr. Ihm fehlt auch der Mutterwitz, den die Sachsen selbst für sich bereithalten: „ Mir Sachsen sei fei helle, gelle“!

23.06.2017 09:29 Schrumpel 8

@ 7: Ihrem letzten Satz kann ich uneingeschränkt zustimmen.

23.06.2017 07:37 Gaihadres 7

@ 6 - Schrumpel: Und Ihnen ist augenscheinlich entgangen, dass meine Antwort bewusst den Kommentatoren 1 und 2 galt und daher explizit deren Äußerungen zur AfD galt. Der erste Teil meiner Nachricht bezog sich in auf statistische Methoden. Das auch die von Ihnen benannten Parteien laut Umfrage verloren haben, habe ich ebenso zur Kenntnis genommen. Ob und wie sich das ggf. mit meinem persönlichen Wahlverhalten zusammenpassen würde stand auch nie zur Disposition. Nur so viel sei gesagt: Ich bin nicht böse darüber, wenn die Zahl der Konsenspartner einmal ab- statt zunehmen würde. Wir haben zu viele Parteien für eine rasche Beschlüsse.

22.06.2017 19:26 Schrumpel 6

@ 5: Dass aber SPD, Linke und Grüne ebenfalls verlieren, ist Ihnen sicher nebenbei entgangen. Und das vor allem die Grünen mit nur noch 4% nicht mal mehr in den Landtag einziehen würden, haben Sie versehentlich überlesen. Also weiter so, Sie schaffen das, die Herren Lippmann und Kasek.

22.06.2017 12:54 Gaihadres 5

An Nr. 1 & 2: Ihnen ist aber schon bewusst, dass diese Trendumfragen bei nur 1.000 Befragten nicht sehr repräsentativ ist, oder? Für eine verwertbare statistische Auswertung müsste die Grundgesamtheit deutlich höher sein. Auch müsste nach Altersgruppen, Bildungsschicht und Haushaltseinkommen unterschieden werden. So sehr Sie vielleicht auch innerlich oder - wie Sven - äußerlich auch jubeln mögen, so sehr werden Sie bei der tatsächlichen Landtagswahl auch enttäuscht werden. Insbesondere sollten Ihnen zu denken geben, dass zwar 21% die AfD ihre Stimme geben würden, aber gerade einmal 4% Ihr eine Problemlösungskompetenz zutrauen. Das weist prinzipiell lediglich auf Protestwahl und nicht auf - wie Hr. Kromme meint - ein generelles Mitdenken hin. Ach ja und Sven: Die AfD hat 4% Punkte verloren und die Wahl ist noch ein Weilchen hin. Die Partei verliert zunehmend an Boden, dass ist der Trend - hier aber sehen Sie nur eine Momentaufnahme. Und dazu noch nicht Mal eine repräsentative.

22.06.2017 12:27 So sieht es aus 4

Ich denke da sind noch paar Prozente zu holen für die AFD. Für die CDU wird es unter die 40 Prozent gehen , denn ich kenn niemand der diese Merkel Partei noch wählen will und der Rest der Elite Parteien wird auch noch sinken.

22.06.2017 11:28 Skywalker 3

Wie man weiß, haben diese Umfragen nur bedingte Aussagekraft - das die CDU 41% bekommen soll, kann ich beim besten Willen nicht glauben. Der AFD dagegen traue ich durchaus ein paar Prozente mehr zu...

22.06.2017 10:42 Sven 2

21 Prozent für die AfD! Ein Plus von 11 Prozent gegenüber der letzten Landtagswahl!! Ja wie geil ist das denn! Und da faselt Sascha Lobo im SPIEGEL von der AfD als einer Partei im Sinkflug. Hahaha! Aua, das Grinsen in meinem Gesicht will gar nicht mehr weggehen.

22.06.2017 09:58 Günter Kromme 1

Nun habt ihr endgültig euer Fett weg, ihr Ostdeutschen. Erst werdet ihr als die Ungläubigen ausgemacht und nun wählt ihr völlig aberwitzig die christlichen Demokraten, geht's noch? Oder sind das wieder mal bestellte alternative Fakten? Das ist wie mit dem Schild an der Autobahn, plötzlich steht da "Vorsicht Staubildung", alle gucken genervt, und schon ist der Stau da! Aber über 20% AfD, Respekt, es gibt doch noch Menschen die selber denken!